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  • 06.06.2013
  • von Oliver Dietrich

Fotos und Stofftiere im Atelier Schülerkunstprojekt

von Oliver Dietrich

„SKiB“ im Kuze

Es gehört schon Talent und Wille dazu, sich künstlerisch auszudrücken. Kunst ist eben expressiv, man kann sie nicht erlernen oder einüben, ohne eine gewisse Voraussetzung dafür zu besitzen. Dieses Talent jedoch frühzeitig zu entdecken und zu fördern, das ist die Aufgabe der Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen – wenn sich dann noch die Gelegenheit bietet, den besten aufstrebenden jungen Künstlern eine Plattform zu geben, um sich künstlerisch auszutoben, dann ist die Mission „Kunstförderung“ schon so gut wie erfüllt. Am vergangenen Samstag fand wieder das Projekt „SKiB – Schülerkunst in Brandenburg“ statt, ein Schülerseminar des Fachverbands der Kunstpädagogik (BDK) – mit dem erklärten Ziel, noch an jenem Nachmittag jene Person zu küren, die das Land zum Bundesförderseminar des BDK an der Jugendkunstschule Atrium in Berlin vertreten wird; es ging also um etwas.

Gelangweilte Schüler mit Pinsel in der Hand also? Von wegen: Unter Anleitung von Profis fanden sich die auserwählten Brandenburger Schülerinnen und Schüler zu einem ganzen Tag kreativer Arbeit im Kuze ein, in dem tags zuvor selbst noch eine Ausstellungseröffnung gefeiert wurde. Wer jedoch unmotivierte Farbkleckse auf Papierblättern erwartete, konnte durchaus mit offenem Mund stehen bleiben. Da war nicht nur ganz schön viel konzentriertes Arbeiten zu erleben – immerhin war es schulfreier Samstag –, sondern auch beeindruckende Ideen, die auf die 80 mal 100 Zentimeter große Leinwand gebracht wurden. Das Thema dieses Jahres war „Kindheit und Erinnerungen“, kein Wunder also, dass so viele Stofftiere und Fotos im Raum verteilt lagen. „Wir machen das schon mehrere Jahre, 2011 entstand sogar ein Dokumentarfilm“, erzählt Daniela Schultz vom BDK, die das Projekt betreut. Die Arbeiten bestanden weitestgehend aus Collagen, die durch Fotos und Farben bearbeitet und verfremdet wurden. Bilder, die aus der Mitte heraus entstanden, übermalt, beklebt wurden – anstrengendes Arbeiten in einem Raum, zusätzlich zur engen Zeitvorgabe. Dafür war es aber auch ein Schülerkunstprojekt, so etwas lässt eben nicht den entspannten Rahmen der Arbeit des herkömmlichen Künstlers zu: allein, welt- und zeitvergessen in einem Atelier. Spät am Nachmittag wurde die Siegerin gekürt: Eunike Rietz vom Haeckel-Gymnasium in Werder überzeugte die Jury und wird zum Bundesförderseminar in Berlin antreten, Gina Marx aus Falkensee und die Potsdamerin Tara Hoffmann kamen auf die Plätze zwei und drei. Bisher hat sich noch niemand gefunden, den Arbeiten einen Ausstellungsraum zu geben. Oliver Dietrich

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