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  • 27.05.2013
  • von Henri Kramer

Potsdamer Jugendkulturzentrum: Gutachten: „Freiland“ soll weitermachen

von Henri Kramer

Macht Potsdam bunter: das Jugendkulturzentrum Freiland in der Friedrich-Engels-Straße. Foto: Manfred Thomas

Das "Freiland" auf dem Stadtwerke-Gelände in der Friedrich-Engels-Straße bereichert das soziokulturelle Leben in Potsdam. Das hat eine Evaluation der Stadtverwaltung ergeben - Grund genug, das Projekt der Cultus UG in den kommenden Jahren mit mehr Geld auszustatten.

Teltower Vorstadt - Die Stadtverwaltung empfiehlt, das vor zwei Jahren als Modellprojekt eröffnete Jugendkulturzentrum „Freiland“ weiterzuführen und mit mehr Geld auszustatten. Das geht aus einem Antrag des Kulturamts für die nächste Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch in einer Woche hervor. Demnach soll die Betreibergesellschaft Cultus UG in diesem Jahr rund 140 000 Euro und 167 000 Euro im nächsten Jahr erhalten. Die Cultus UG gehe für 2014 sogar von einem Bedarf in Höhe von 192 000 Euro aus, heißt es weiter. Bisher wurde der Betrieb mit 125 000 Euro bezuschusst.

Als Begründung führt die Stadtverwaltung einen ausgesprochen positiven Evaluationsbericht an. Demnach habe sich auf dem den Stadtwerken gehörenden Gelände in der Friedrich-Engels-Straße eine breite Palette von Angeboten entwickelt, die das soziokulturelle Leben in Potsdam bereichern. Die Zahl der nach Trägerangaben insgesamt fast 90 000 Besucher in den vergangenen beiden Jahren rechtfertige ein weiteres finanzielles Engagement der Stadt. Mit „Freiland“ sei ein Experimentierfeld geschaffen wurden, „welches die Selbstbestimmung junger Menschen fördert“, heißt es in dem Gutachten. Erstellt hat es der Potsdamer Biuf-Verein, der seit den 1990ern im Bereich der Jugendhilfe tätig ist. Nicht erwähnt werden in dem Bericht kritisierte Aspekte des Projekts – zum Beispiel Anfang 2012 im Jugendhilfeausschuss und auch von einem Besucher erhobene Vorwürfe, bei Veranstaltungen im „Freiland“ würde etwa der Jugendschutz nicht eingehalten und Klientelpolitik zugunsten der linksalternativen Szene betrieben. Dies hatte der für einen Großteil der Partys und Konzerte im „Freiland“-Veranstaltungssaal zuständige Spartacus-Verein bestritten.

„ Freiland“ war 2010 nach langen Debatten eröffnet worden, auch als Folge der Krise anderer Jugendkulturhäuser in der Stadt. Das Projekt versteht sich als größtes, von jungen Potsdamern selbstverwaltetes Kulturzentrum der Stadt, die Cultus-Aktivisten um den früheren Stadtjugendring-Chef Dirk Harder fungieren im Hintergrund als Hausbetreiber. „Das Freiland soll antirassistisch, antihomophob, antisexistisch, basisdemokratisch und parteienunabhängig sein“, heißt es in den Grundsätzen des Jugendzentrums.

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