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  • 13.04.2013
  • von Peer Straube

Links und rechts der Langen Brücke: Überleben auf dem Spiel

von Peer Straube

Peer Straube über die Situation beim SV Babelsberg 03

Es sind wieder einmal turbulente Tage für den Fußballdrittligisten SV Babelsberg 03. Erst setzte das Amtsgericht wegen rechtlicher Mängel bei der Wahl des Vorstands einen Notvorstand ein. Der wiederum, kaum im Amt und nur als Übergangsgremium bis zur Mitgliederversammlung am 17. April bestellt, beurlaubte den Trainer Christian Benbennek, der nun bis zum Ende der Saison mit seinem vertraglich zugesicherten Gehalt weiter die Vereinskasse belastet. Da auch Benbenneks Vorgänger Dietmar Demuth noch bis zum Saisonende bezahlt werden muss, und der Verein wegen der fehlenden Trainerlizenz des Interimscoachs Almedin Civa gezwungen ist, binnen 14 Tagen einen neuen Übungsleiter zu suchen, werden in Kürze wohl drei Trainer auf der SVB-Gehaltsliste stehen. Solides Wirtschaften sieht anders aus. Und das bei einem Verein, in den die Stadt in den letzten Jahren Hunderttausende Euro pumpen musste – mal für Flutlicht, mal um die Insolvenz abzuwenden, mal für einen neuen Rasen des Karl-Liebknecht-Stadions. Schon soll im SVB-Etat eine Deckungslücke im mindestens sechsstelligen Bereich klaffen. Zudem steht die Zukunft im Profifußball auf der Kippe, denn ob die Klasse gehalten werden kann, ist derzeit völlig offen.

Mag der Rasen womöglich den langen Winter überlebt haben, das Überleben des Vereins steht auf dem Spiel. Mal wieder, werden viele denken. Diesmal aber ist es ernster. Denn die Stadt wird nicht mehr helfen. Politisch sind weitere Finanzspritzen für den SVB nicht mehr vermittelbar. Auch der Oberbürgermeister – dessen Wohlwollen der Verein die Hilfsschecks der letzten Zeit nicht zuletzt verdankt – hat das erkannt. Die Landeshauptstadt werde „nicht dafür zur Verfügung stehen, Finanzierungslücken im Spielbetrieb auszugleichen“, ließ Jann Jakobs vorsorglich wissen. Am kommenden Mittwoch wird ein neuer Vorstand gewählt. Zu beneiden ist er nicht, denn er muss die Suppe auslöffeln.

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