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  • 07.03.2013
  • von Henri Kramer

Nächste Bad-Entscheidung im Sommer

von Henri Kramer

Bei den Plänen für die Bebauung des Brauhausbergs hat die Stadt sich einen straffen Zeitplan gesetzt

Templiner Vorstadt - Für ihre Pläne zur Bebauung des Brauhausbergs drückt die Stadtverwaltung aufs Tempo. Bereits im Sommer soll der Bebauungsplan für das Areal auf dem das neue Sport- und Freizeitbad und bis zu 200 Wohnungen geplant sind vorgelegt werden, kündigte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Mittwoch vor den Stadtverordneten an: „Wir stehen unter Zeitdruck, weil schon Ende 2016 das neue Bad öffnen soll.“

Der Bebauungsplan soll unter anderem regeln, wie hoch die geplanten Wohnhäuser auf dem Berg gebaut werden sollen. In diesem Zusammenhang könne auch die Zukunft des leer stehenden „Minsk“-Terassenrestaurants geklärt werden, sagte Jakobs. Allerdings sei es auch möglich, in dem B-Plan das Schicksal des seinerzeit innovativen DDR-Betonbaus offenzulassen und zu dessen Sanierung und Nutzung mittels einer Ausschreibung einen Investor zu suchen, erklärte Jakobs. Ob sich ein Bieter finde, werde der Markt regeln: „Wir werden ja sehen, wer sich meldet.“

Wie berichtet hatte eine Fachjury am vergangenen Freitag einen Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für die Gestaltung des Brauhausbergs gekürt, der von der Potsdamer Architektengemeinschaft Löffler und Engel stammt. Der Entwurf sieht am Brauhausberg Platz für 176 Wohnungen vor, die in drei- bis viergeschossigen Stadtvillen untergebracht werden sollen. Das neue Schwimmbad mit zehn 50-Meter-Bahnen, Wellness-, Freizeit- und Saunabereich soll am Fuße des Brauhausbergs errichtet werden – direkt unterhalb der alten DDR-Schwimmhalle. Für deren Erhalt sahen die Wettbewerbssieger keine Möglichkeit. An ihrer Stelle sollen einige Stadtvillen entstehen. Soll das „Minsk“ stehen bleiben, müsste auf einen Teil der Wohnungen verzichtet werden. Insgesamt 400 Parkplätze sind geplant, mehr als 300 davon unterirdisch. Der künftige Freibadbereich soll von einer langen, von einer Pergola gekrönten Mauer, die sich von der Außenwand des neuen Bades entlang der heutigen Wiese bis zur Max-Planck-Straße erstreckt, abgeschirmt werden. Jakobs sagte, wie etwa die Pergola oder das neue Bad genau aussehen soll, darüber sei noch nicht entschieden worden – dafür werde bereits am 22. März ein hochbaulicher Wettbewerb beginnen. Dieser soll im Herbst entschieden werden. Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg hatte bereits angeregt, die Pergola zu begrünen.

Eine klare Mehrheit der Stadtpolitik hat die Löffler-Engel-Pläne bereits begrüßt. Das tat auch Jakobs – damit sei nun klar, wo das Bad und die Wohnungen entstehen könnten. Dazu sei es gelungen, sowohl den Kaiser-Wilhelm-Blick auf dem Brauhausberg über die Stadt freizuhalten als auch die Sichtachse zwischen Leipziger Dreieck und dem heutigen Landtagsbau.

Bei dem Wettbewerb hatten sich 14 Architektur- und Stadtplanungsbüros beteiligt. Auf Nachfrage von Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke sagte Jakobs, alle Entwürfe würden demnächst öffentlich ausgestellt. Allerdings werde dafür noch ein Platz gesucht. Auch Hüneke, die die Stadt schon häufig vor Bausünden gewarnt hat und beim jetzigen Wettbewerb ein stimmberechtigtes Jurymitglied war, zeigte sich von dem Löffler-Engel-Plan angetan: Sie habe es nicht für möglich gehalten, das Bad samt den Wohnungen auf dem Brauhausberg zu integrieren: „Ich bin überrascht.“

Lob kam auch von Mitteschön: In einer Mitteilung der Bürgerinitiative hieß es, die vorgesehene Bebauung nehme mit moderaten Bauhöhen Bezug auf die topografische Besonderheit des Brauhausberges und lasse diesen weiter als grüne Erhebung vor der Stadt erscheinen. Für die Pergola sei die kleinteilige Gestaltung entscheidend, auch Mitteschön forderte eine Begrünung. Im Gegensatz zu früheren Planungen für den Berg sei auf massive Blockbebauung verzichtet worden, so Mitteschön-Sprecherin Barbara Kuster: „Die Dominanten bleiben der Berg und der alte Landtag und das ist gut so.“ (mit pee)

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