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Themenschwerpunkt:

Stadtentwicklung

  • 01.03.2013
  • von Peer Straube

Städtebaulicher Wettbewerb: Schwimmbad mit Pergola

von Peer Straube

Siegerentwurf: Am Fuße des Brauhausbergs soll das neue Sport- und Freizeitbad entstehen. Stadt und Stadtwerke hoffen, im November mit den Planungen für das Bad und Ende 2014 mit dem eigentlichen Bau beginnen zu können. Ende 2016 könnte es öffnen. Repro: M. Thomas

Potsdamer Büro Löffler, Engel und Kühn gewann den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Brauhausbergs. „Minsk“ und DDR-Halle werden abgerissen.

Templiner Vorstadt - Ein Sport- und Freizeitbad unterhalb der alten DDR- Schwimmhalle, drei- bis viergeschossige Stadtvillen, 400 Parkplätze, die meisten unterirdisch sowie ein von einer langen Pergola abgeschirmter Freibadebereich – mit diesem Vorschlag hat das Büro des Potsdamer Architekten und Fachhochschulprofessors Markus Löffler – Löffler und Engel – den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Brauhausbergs gewonnen. Die elfköpfige Jury, besetzt mit zahlreichen Bauexperten wie Architekt Christoph Kohl und Annett Joppien, kürte Löfflers Entwurf am späten Freitagabend einstimmig zum Sieger und empfahl, ihn zur Grundlage des Bebauungsplans für den Brauhausberg zu machen. Der Wettbewerb ist Voraussetzung für den Bau des neuen Bades am Brauhausberg, für den sich wie berichtet zwei Drittel der Potsdamer bei einer Bürgerbefragung ausgesprochen hatten.

Rund 176 Wohnungen könnten nach dem Vorschlag des Wettbewerbssiegers auf dem Brauhausberg entstehen. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl die DDR-Schwimmhalle als auch das frühere Terrassenrestaurant „Minsk“ abgerissen werden. Allerdings wird im Entwurf ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das „Minsk“ auch stehen bleiben kann. Dann müsste man allerdings auf einen Teil der Wohnungen verzichten, sagte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann nach der Bekanntgabe des Siegers.

Politische Diskussionen sind damit erneut vorprogrammiert – bekanntlich setzt sich sowohl die Bürgerinitiative Pro Brauhausberg als auch die Linke für einen Erhalt von „Minsk“ und DDR- Schwimmhalle ein.

Eine Idee, wie man die alte Schwimmhalle erhalten und sinnvoll nutzen kann, hatte allerdings keiner der insgesamt 14 Wettbewerbsteilnehmer. Lediglich ein Büro habe vorgeschlagen, die Stahlstützen der Halle stehen zu lassen und im Innern ein Außenbadebecken zu platzieren. „Das kam uns aber vor, als würde man in einer Ruine baden“, sagte der Juryvorsitzende Heinz Nagler, Architekt und Stadtplaner aus Cottbus. Drei der Teilnehmer hätten den Erhalt des „Minsk“ optional eingeplant, entweder als Teil des neuen Schwimmbades oder für nicht weiter konkretisierte gewerbliche Nutzungen, sagte Goetzmann.

Der Zweitplatzierte des Wettbewerbs schlägt vor, das neue Bad anstelle des „Minsk“ zu errichten. Das Gebäude müsste dafür als erstes abgerissen werden, dann würde die neue Halle gebaut, danach die alte Schwimmhalle abgerissen und an deren Stelle der Außenbadebereich geschaffen. Dies würde allerdings erhebliche baulogistische Probleme aufwerfen, erklärte Goetzmann.

Alle 14 Vorschläge sollen in zwei Wochen öffentlich ausgestellt werden, wo genau, werde noch bekannt gegeben, so der Stadtplanungschef.

Das neue Schwimmbad soll nach bisherigem Zeitplan Ende 2016 eröffnet werden. Laut Beschluss der Stadtverordneten darf es nicht teurer als 23 Millionen Euro werden. Ob dies gelingt, wird die zweite Wettbewerbsstufe zeigen: Die Stadtwerke suchen wie berichtet bereits europaweit nach einem Architekten, der das Bad plant und baut.

 

 

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