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  • 01.03.2013
  • von Guido Berg

Nachnutzung des Potsdamer Restaurants: Weiterer Interessent fürs „Minsk“

von Guido Berg

Investoren für das ehemalige Potsdamer Restaurant Minsk gibt es, Ideen für eine weitere Nutzung auch. Foto: Andreas Klaer

Daniel Panzer, der sich bereits um eine Rekonstruktion der Alten Post am Platz der Einheit bemüht, will in dem ehemaligen Restaurant eine Squash-Halle oder eine Jugendherberge einrichten. Ein weiterer potenzieller Investor plant eine Wellness-Oase.

Innenstadt/Teltower Vorstadt - Für eine wirtschaftliche Nutzung des ehemaligen Restaurants „Minsk“ am Brauhausberg gibt einen weiteren Interessenten. Es handelt sich um den Arzt Daniel Panzer, der sich bereits um eine Rekonstruktion der Alten Post am Platz der Einheit bemüht, um darin ein Ärztehaus zu etablieren. Wie Panzer den PNN am Donnerstag erklärte, mindere sein Interesse für das Minsk nicht sein Engagement für die Alte Post. Panzer: „Ich war noch nie so überzeugt wie jetzt, dass die Alte Post kommen wird.“ Er habe genügend Anfragen interessierter Ärzte, um hinter einer Fassade nach dem Original Georg Christian Ungers (1743-1799) neun Praxen unterbringen zu können.

Nun sei er jedoch von Thomas Hintze von der Bürgerinitiative Pro Brauhausberg auf das DDR-Restaurant hingewiesen worden, was Hintze gegenüber den PNN bestätigte. Eine Erstprüfung habe sein Interesse gesteigert, so Panzer. Eine zum neuen Bad auf dem Brauhausberg passende Nutzung als Jugendherberge oder als Squash-Halle bei Erhalt der Außenstruktur wäre denkbar. „Wir prüfen es. Es sieht interessant aus“, sagte Panzer.

Mit dem Arzt Panzer kann die Bürgerinitiative „Pro Brauhausberg“ mittlerweile den zweiten Interessenten für eine wirtschaftliche Nutzung des Minsk-Gebäudes vorweisen. Zuvor hatte bereits der Kaufhallen-Spezialist Frank-Michael Hoier-Schönbeck sein Interesse bekundet, das Minsk zu einer Wellness-Oase umzubauen (PNN berichteten). Allerdings hätten die Stadtwerke als Eigentümer der Minsk-Immobilie und Betreiber des künftigen Brauhausbad-Bades „keine Konkurrenz vor der eigenen Haustür“ haben wollen, wie Hintze sich erinnert. Die von der Bürgerinitiative gefundenen Interessenten beweisen laut Hintze, „dass das Minsk locker erhalten werden könnte, wenn man es denn wollte“. Hintze: „Wir hatten keine große Mühe, Investoren zu finden.“ Neben Hoier-Schönbeck und Panzer haben sich Hintze zufolge noch eine Gruppe von Künstlern bei der Bürgerinitiative gemeldet, die das Minsk als Künstlerhaus umgestalten wollen, das Projekt jedoch nicht selbst finanzieren könnten.

Allerdings geht der Pro-Brauhausberg-Protagonist persönlich davon aus, dass keiner der Beiträge des städtebaulichen Wettbewerbs für den Brauhausberg einen Erhalt des DDR-Restaurantgebäudes beinhaltet. Die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs, zu dem 15 Planungsbüros eingeladen wurden, werden am heutigen Freitag offiziell präsentiert. Hintze begründet seine Skepsis mit mutmaßlichen Vorgaben der Stadtverwaltung, der es neben dem neuen Sport- und Freizeitbad zunächst um den Bau von etwa 200 Wohnungen auf dem Brauhausberg gehe. Guido Berg

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