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Themenschwerpunkt:

Stadtentwicklung

  • 20.02.2013
  • von Peer Straube

Zukunft des Brauhausbergs: Erster Bad-Wettbewerb endet

von Peer Straube

Weißer Fleck. Vermutlich wird das neue Sport- und Freizeitbad unterhalb der alten DDR-Schwimmhalle entstehen. Wo genau, war eine der Fragen, die im ersten Wettbewerb beantwortet werden sollten. Foto: Andreas Klaer

Am 1. März wird verkündet, wie der Brauhausberg bebaut werden kann. Die Stadtwerke suchen bereits nach einem Architekten für das Schwimmbad - sie wollen Ende 2014 mit dem eigentlichen Bau beginnen.

Potsdam - Die Pläne für den Bau des neuen Schwimmbades auf dem Brauhausberg gehen in die heiße Phase. Am 1. März sollen die Sieger des ersten Wettbewerbs gekürt werden, den die Stadt und die Stadtwerke im Oktober 2012 gestartet hatten. Die insgesamt 15 beauftragten Architekturbüros waren dabei aufgefordert, Vorschläge zu erarbeiten, an welchem konkreten Standort auf dem Brauhausberg das Sport- und Freizeitbad gebaut werden soll und wo auf dem Gelände zudem rund 200 Wohnungen sowie 300 Parkplätze untergebracht werden können. Auch Chancen auf einen Erhalt der bestehenden Brauhausberg-Schwimmhalle und des früheren DDR-Terrassenrestaurants „Minsk“ sollten die Wettbewerbsteilnehmer ausloten.

Jetzt haben die Stadtwerke zudem die zweite Phase des Wettbewerbs gestartet, an dessen Ende ein fertiger Architekturentwurf für das Bad stehen soll. Wie aus der europaweiten Bekanntmachung hervorgeht, werden maximal 20 Architekturbüros gesucht, die den eigentlichen Badneubau planen. Auf einer Fläche von 18 000 Quadratmetern soll ein Sport- und Freizeitbad mit zehn 50-Meter-Bahnen, einer Zuschauertribüne mit 400 Plätzen, einem Lehrschwimmbecken sowie verschiedenen Freizeitelemente wie einem Wellness- und Saunabereich sowie Gastronomie entstehen. Die Baukosten dürfen 18 Millionen Euro netto nicht überschreiten. Bis zum 12. März haben die Bieter Zeit, Interesse zu bekunden, am 22. März soll der Wettbewerb offiziell starten und die ausgewählten Bewerber explizit zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert werden. Acht Teilnehmer stehen allerdings bereits fest: die Berliner Büros gmp International GmbH und pbr Planungsbüro Rohling AG, die Studio Gollwitzer Architekten GmbH aus München, Krieger Architekten Ingenieure aus Velbert sowie das Hamburger Büro Geising + Bröker. Außerdem sind die drei Gewinner des ersten Wettbewerbs gesetzt. Die gesetzten Büros verfügten bereits über „Erfahrung bei der Planung von Bädern“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow den PNN.

Die Wettbewerbsteilnehmer müssen ihre Architekturvorschläge bis spätestens zum 24. Mai eingereicht haben. Danach kürt die Jury die Sieger. Die fünf Erstplatzierten erhalten ein gestaffeltes Preisgeld – der Gewinner bekommt 33 000 Euro, der Fünfte 6000 Euro. Darüber hinaus werden drei Anerkennungen ausgesprochen, die mit jeweils 3000 Euro verbunden sind. Das Preisgericht besteht aus zehn Juroren, darunter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), Baudezernent Matthias Klipp (Grüne), Stadtwerkechef Wilfried Böhme, Ute Sello, Geschäftsführerin der Stadtwerke-Tochter Bäderlandschaft Potsdam, sowie verschiedene Stadtplaner und Architekten, darunter Ludger Brands, Architekturprofessor an der Potsdamer Fachhochschule.

Stadt und Stadtwerke hoffen, im November mit den Planungen für das Bad und Ende 2014 mit dem eigentlichen Bau beginnen zu können, sagte Brunzlow. Laufe alles wie geplant, könne das neue Sport- und Freizeitbad wie vorgesehen Ende 2016 eröffnen.

Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, wird nicht zuletzt vom Ergebnis des ersten Wettbewerbs abhängen, das am 1. März bekanntgegeben werden soll. Bekanntlich liegen die Stadtverordneten vor allem bei der Frage über Kreuz, ob „Minsk“ und DDR-Schwimmhalle tatsächlich für eine Wohnungsbebauung abgerissen werden sollen. Die Gebäude unter Schutz zu stellen, hatte das Landesdenkmalamt zwar abgelehnt. Allerdings fordern unter anderem die Linke und die Bürgerinitiative Pro Brauhausberg den Erhalt. Sollten die Wettbewerbssieger allesamt zu dem Schluss kommen, dass es keine Alternative zu einem Abriss von „Minsk“ und DDR-Schwimmhalle gibt, dürften die politischen Diskussionen von neuem beginnen. 

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