• 01.02.2013
  • von M. Matern

Nahverkehr in Potsdam: Busse und Straßenbahnen standen still

von M. Matern

Alles auf Stopp: Busse und Straßenbahnen fahren am Freitagmorgen nicht. Foto: dpa

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in Potsdam und Umgebung hat am Freitagmorgen viele Fahrgäste auf dem Weg zur Arbeit oder Schule kalt erwischt. Viele Berufspendler, etwa am Potsdamer Hauptbahnhof, waren sauer.

Der Warnstreik der Bus- und Straßenbahnfahrer hat am Freitag den Nahverkehr in Potsdam und Umgebung lahmgelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich alle Beschäftigten zu Dienstbeginn an dem mehr als fünfstündigen Ausstand. Um 8.45 Uhr nahmen die Beschäftigten laut Verhandlungsführer Jens Gröger ihre Arbeit wieder auf. "Die Aktion war ein voller Erfolg", sagte Gröger bei einer Versammlung auf dem Babelsberger Betriebsbahnhof der Verkehrsbetriebe in Potsdam (ViP) am Morgen.

Ebenfalls zum Streik aufgerufen waren die Mitarbeiter der Havelbus Verkehrsgesellschaft. So blockierten die Streikenden etwa auch den Betriebshof in Werder/Havel. Der Warnstreik hatte in Brandenburgs Landeshauptstadt auch im Straßenverkehr für erhebliche Behinderungen gesorgt, weil viele Menschen auf das Auto ausgewichen waren.Vor allem am Potsdamere Hauptbahnhof reagierten viele Fahrgäste verärgert. Dagegen äußerten sich Taxisfahrer erfreut über die unerwartet große Nachfrage. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte ein Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr in Frankfurt (Oder) für mehrere Stunden lahmgelegt.

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Brandenburg reagierte mit Verweis auf laufende Gespräche zwischen den Tarifpartnern erneut mit Unverständnis: „Es besteht überhaupt keine Not, Warnstreiks auf dem Rücken der Bevölkerung auszutragen“, sagte Geschäftsführer Klaus-Dieter Klapproth der Nachrichtenagentur dpa. „Besonders ärgerlich ist, dass die Bevölkerung so spät gewarnt worden ist und kaum eine Chance hatte, sich auf den Warnstreik einzustellen.“

Verdi hatte die Verkehrsbetriebe erst am Donnerstagabend über die Proteste informiert - und damit laut KAV den Unternehmen keine Chance gelassen, die Fahrgäste angemessen zu informieren. Verdi kündigte an, Warnstreiks im ländlichen Raum langfristiger anzukündigen. Im städtischen Bereich sei dies auch möglich - Voraussetzung sei jedoch die Garantie der Arbeitgeber, keine Streikbrecher zu organisieren.

Derzeit laufen Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den verschiedenen Verkehrsbetrieben in Brandenburg. Die Gewerkschaft fordert zehn, wenigsten aber sieben Prozent mehr Gehalt innerhalb eines Jahres, verbunden mit einer Arbeitszeitverkürzung. Die Arbeitgeber bieten rund 9,8 Prozent mehr Lohn, allerdings bei einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. mat/dpa

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