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  • 22.01.2013
  • von Ingmar Höfgen

Sacher kandidiert für SVB-Vorsitz

von Ingmar Höfgen

Folgt wohl auf Friedhelm Schatz. Professor Dieter Wiedemann – hier beim Neujahrsempfang der Stadt Potsdam im Nikolaisaal am vergangenen Freitag – könnte noch in dieser Woche zum Aufsichtsratvorsitzenden des SV Babelsberg 03 gewählt werden. Foto: M. Thomas

Kurierdienst-Unternehmer derzeit einziger Kandidat. Wiedemann könnte Aufsichtsratschef werden

Babelsberg - In der Frage, wer künftig Chef des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 sein soll, scheint eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Der Unternehmer Wolfgang M. Sacher hat sich nach PNN-Informationen am vergangenen Sonntag mit seinem künftigen Team bei den beiden verbliebenen SVB-Vorstandsmitgliedern vorgestellt. Sacher, der Geschäftsführer des Express- und Kurierdienstes „Go“ ist und bereits im Babelsberger Aufsichtsrat sitzt, ist derzeit der einzige Kandidat.

Der ebenfalls als Präsident gehandelte Professor Dieter Wiedemann, bis Ende 2012 Chef der Filmhochschule Potsdam, wird dagegen nicht für den Vorsitz kandidieren, sagte er den PNN. Vielmehr bewerbe er sich um den ebenfalls vakanten Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden. Wie Sacher sitzt auch Wiedemann im Aufsichtsrat. Läuft alles optimal, könnte der Aufsichtsrat die neuen Vorstandsmitglieder noch in dieser Woche bestimmen und die Personalrochade damit abgeschlossen sein. Damit hätte der Verein vor dem Ende der Winterpause – am Samstag tritt die Mannschaft in Wiesbaden an – seine Führungspositionen wieder besetzt.

In seiner Spitze hatte der SVB im Dezember einen Aderlass hinnehmen müssen, der vor allem die den Fans nahestehenden Gremienmitglieder betraf. Aufsichtsratschef Friedhelm Schatz trat wegen „unterschiedlicher Auffassungen zur Vereinsausrichtung mit den Kapitalgebern“ zurück. Nachdem die Umwandlung von Darlehen des Kapitalgebers Deutsche Kreditbank (DKB) in sogenannte Genussscheine beschlossen war, warfen wenig später Vorstandschef Thomas Bastian, der diese Kapitalaktion befürwortet hatte, Schatzmeister Hendrik Woithe und der Fanbeauftragte Jens Lüscher alle „aus persönlichen Gründen“ das Handtuch.

Sacher bestätigte sein Interesse und seine Kandidatur gegenüber den PNN, wollte sich zu Details der Kandidaten aber nicht äußern. Auf die Frage, wie der mitgliederstarke Fanbereich im neuen Vorstand vertreten sein könnte, sagte Sacher: „Ich glaube, dass mit dem Vorschlag alle Interessen berücksichtigt sind.“ Seiner Meinung nach müsse die betriebswirtschaftliche Basis und das Image des Vereins, das in den vergangenen sechs Monaten gelitten habe, verbessert werden. Wiedemann selbst hätte nur für eine einjährige Übergangslösung als Vorstandschef zur Verfügung gestanden, wenn anschließend Archibald Horlitz auf ihn gefolgt wäre. Horlitz ist der Gründer des Elektronik-Händlers „Gravis“, der sich auf Apple-Produkte spezialisiert hat. Die sich anbahnende, nicht nur vorläufige Lösung mit Sacher „ist mir persönlich lieber“, sagte Wiedemann. Eine Kampfabstimmung schloss er aus: „Der Verein muss zur Ruhe kommen.“

Stattdessen kandidiert Wiedemann als Vorsitzender des Aufsichtsrates und damit als Nachfolger von Friedhelm Schatz. Die Wahl eines neuen Vorsitzenden ist nötig, weil laut Satzung nur dann neue Vorstandsmitglieder gewählt werden können. Klar ist, dass Wiedemann als neuer Vorstandschef andere Schwerpunkte als Sacher gesetzt hätte. Wiedemann will den SVB stärker in Potsdam verankert sehen, die Familienfreundlichkeit mehr herausstellen und würde gegenüber Frauen-Bundesligist Turbine Potsdam einen kommunikativeren Kurs einschlagen, sagte er den PNN. Er hätte einer Konzepterarbeitung auch den Vorzug vor einer schnellen Neubesetzung gegeben.

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