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  • 19.12.2012
  • von Tobias Reichelt

Spaziergang im Regen

von Tobias Reichelt

Für den Badneubau: Architekten und Preisrichter nahmen den Brauhausberg unter die Lupe

Innenstadt - Der städtebauliche Wettbewerb zur Zukunft des Potsdamer Brauhausberges läuft. Am Dienstag trafen sich Vertreter der 15 beauftragten Architekturbüros, Preisrichter, Mitarbeiter des Bauherrn Stadtwerke und der städtischen Denkmalbehörde, um das Gelände bei einer Begehung unter die Lupe zu nehmen. Bei dem Rundgang sollten sich die Wettbewerbsteilnehmer ein Bild vom Areal machen, das vom Fuß des Brauhausbergs am Leipziger Dreieck bis hinauf zum Landtagsgebäude reicht und auch die alte DDR-Schwimmhalle und das frühere Terrassenrestaurant „Minsk“ einbezieht. Im Anschluss daran fand eine Fragerunde mit dem Baubeigeordneten Matthias Klipp (Bündnisgrüne) statt.

Auf dem Gelände am Brauhausberg soll ein Sport- und Familienbad entstehen sowie bis zu 200 Wohnungen und rund 300 Parkplätze. Auch die Zukunft von „Minsk“ und DDR-Schwimmhalle soll das Verfahren klären. Journalisten wurden von der Begehung und der Fragerunde – mit Verweis auf das laufende Wettbewerbsverfahren – ausgeschlossen.

„Es war ein schöner Sonntagsspaziergang im Regen, bei dem wichtige Informationen gar nicht und stattdessen zum Teil falsche Informationen übermittelt wurden“, berichtete Thomas Hintze gegenüber den PNN. Der Sprecher der Bürgerinitiative Pro Brauhausberg hatte an dem zweistündigen Rundgang teilgenommen. Auf eventuelle Probleme beim Bauablauf seien sie nicht hingewiesen worden, so Hintze. Unter anderem seien auf dem Gelände geschützte Tiere wie das Große Mausohr, der Mittelspecht und der Heldbockkäfer ansässig. „Das sind drei Exemplare von der Roten Liste, die eine Wohnbebauung schwierig machen.“ Auch ein Hinweis darauf, dass die Architekten bei ihren Entwürfen die Freiheit haben, sowohl die Halle als auch das „Minsk“ in die Bebauung einzubeziehen, habe es nicht gegeben. Für den Erhalt der Gebäude macht sich neben der Bürgerinitiative unter anderem auch Die Linke stark. Sie wollen das Areal möglichst auch frei von Wohnbebauung halten.

Eigentlich hatte die Stadt auf dem Brauhausberg 400 Wohnungen errichten wollen. Der Erlös aus den Grundstücksverkäufen in Höhe von sechs Millionen Euro sollte zur Querfinanzierung eines Badneubaus an der Biosphäre genutzt werden – doch die Potsdamer stimmten für ein Bad in der Innenstadt. Am Berg sollen deshalb nur noch 150 bis 200 Wohnungen untergebracht werden und das Bad.

Die Architekten selbst seien noch in der Anfangsphase ihrer Ideenfindung, berichteten Teilnehmer vorab den PNN. Bis Mitte Februar haben sie Zeit, ihre Entwürfe einzureichen, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz. Der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs soll von einer Jury im März gekürt werden, die sich aus Vertretern der Stadtwerke, der Verwaltung, der Politik und Experten zusammensetzt. Darauf aufbauend wollen die Stadtwerke danach einen Realisierungswettbewerb ausloben, dessen Ziel ein konkreter Architekturentwurf ist. Der Wettbewerb soll im Sommer 2013 abgeschlossen sein. Etwa ein Jahr später könnten die Bauarbeiten beginnen, das neue Bad im Herbst 2016 eröffnen. Tobias Reichelt

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