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  • 10.09.2012

Götterbaum in Himmelsnähe

Baumlehrpfad am Naturkundemuseum eröffnet

Innenstadt - Die meisten von ihnen haben schon viele Jahresringe gebildet. Die Bäume neben und hinter dem Naturkundemuseum in der Breiten Straße sowie im Innenhof der Großen Waisenhausstiftung können zumeist auf eine stattliche Größe verweisen. Einzig eine kleine Eibe sieht noch wie ein Baumbackfisch aus. Doch das täuscht. Die Eiben wüchsen sehr langsam, erläuterte Museumsmitarbeiterin Ina Pokorny. Der Götterbaum hat es dagegen schon zu beachtlicher Himmelsnähe geschafft. Er ist schnellwüchsig und ziemlich anspruchslos, ganz entgegen der Vermutung, die sein Name suggeriert.

Bisher verrichteten die Bäume das Grünen und Blühen eher unauffällig und wenn auch nicht namenlos, so doch unbenannt. Da es sich aber um eine stattliche und sehr unterschiedliche Ansammlung handelt und das auch noch in unmittelbarer Nähe zum Naturkundemuseum, wurde der Antrag gestellt, daraus einen Baumlehrpfad zu machen. Dafür setzte sich neben dem Museum auch dessen Förderverein ein. Mit Erfolg. Das Umweltministerium machte aus Lottofördermitteln 7250 Euro locker.

Am Samstag weihte Umweltministerin Anita Tack (Linke) im Rahmen der Kunst-Genuss-Tour den Baumlehrpfad ein. Die Lottogelder seien gut angelegt worden und würden im Rahmen der Umweltbildung vor allem jugendlichen Besuchern wichtige Kenntnisse vermitteln, sagte sie.

17 Schilder mit Zeichnungen und Text machen auf die Besonderheiten der Bäume aufmerksam und bescheinigen zum Beispiel dem Götterbaum, dass seine Blüten Nektarlieferanten für die Bienen sind, es also von ihm einen Götterhonig gibt. Aber auch Rosskastanie, Amerikanischer Gletitschie, Winterlinde, Ahorn oder der Robinie sind Schilder gewidmet. Gezeichnet und beschriftet wurden sie von Horst Lünser, der viele Jahre beim Botanischen Institut Berlin angestellt war und dort wissenschaftliche Zeichnungen angefertigt hat. Die Schilder seien nach neuesten Erkenntnissen gestaltet und pflegeleicht, betonte Pokorny.

Bringen die Aussagen über die Bäume vielleicht manchen zum Staunen, so wurden auch die Bäume durch Lampionumzug, Musik und eine Lesung mit dem Titel „Immer stehen die Bäume im Weg“ überrascht. Das allerdings wollte niemand der Baumlehrpfadbesucher so sehen. Rings um das Naturkundemuseum stehen die Bäume als Lehrpfad vielmehr genau am richtigen Fleck. dif

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