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  • 03.09.2012
  • von Günter Schenke

Für den Kaiser-Blick

von Günter Schenke

Unkraut vergeht. Pro Brauhausberg machte die Wege wieder frei. Foto: Manfred Thomas

Pro Brauhausberg entkrautete alte Sichtachse

Templiner Vorstadt - Mit Sägen, Astscheren, Fugenkratzern und Kreiselmähern rückten am Samstagvormittag etwa 30 Aktivisten des Vereins Pro Brauhausberg dem Wildwuchs am ehemaligen Terrassenrestaurant „Minsk“ zu Leibe. Nach zweistündiger Arbeit bilanzierte Vereinschef Thomas Hintze: „Wir haben geschafft, was wir uns vorgenommen hatten: Die Treppen und Wege zum Kaiser- Wilhelm-Blick sind wieder begehbar.“

Mit von der Partie war Matthias Beuster, Projektleiter bei den Stadtwerken. Die Stadtwerke sind Eigentümer von über vier Hektar Fläche am Brauhausberg, auch des „Subbotnik“-Geländes. Der Arbeitseinsatz, den die Initiatoren russisch „Subbotnik“ nennen, finde in Absprache mit Stadtwerkechef Wilfried Böhme und -Aufsichtsratschef Hans-Jürgen Scharfenberg (Die Linke) statt. Beuster berichtete, dass die Stadtwerke bereits 2008 den „Kaiser-Wilhelm-Blick“ von einem Landschaftsbau-Unternehmen wiederherstellen ließen. Die Anlage aus dem Jahre 1900 besteht aus einem mit Steinen umfriedeten und bepflanzten Halbrund, das um einen Findling angeordnet ist und zwei Bänken. Von hier aus gibt es heute noch eine wenig verstellte Aussicht zum Alten Markt mit Nikolaikirche, Altem Rathaus und Stadtschloss.

Laut Hintze wollten die Teilnehmer „ein Zeichen setzen“. Am Rande ging es um das ehemalige Terrassenrestaurant „Minsk“, dessen unmittelbare Umgebung durch einen Zaun abgesperrt ist: „Betreten verboten“. Hintze machte keinen Hehl daraus, dass er die Restaurierung dieses „Solitärs der DDR-Baukunst“ favorisiert. Der damalige Architekt Karl- Heinz Birkholz könne hierbei sogar hinzugezogen werden. Der Vereinschef verweist auf die Ideenkonferenz vom 26. November 2011, auf der die Bürger unter anderem gefordert hatten, das „Minsk“ zu erhalten.

Architekt Steffen Pfrogner, für die Linke sachkundiger Bürger im Bauausschuss, erwähnte, dass sich auf der Ausschussitzung am Dienstag gleich vier Anträge mit dem Brauhausberg befassen. Die Linke fordere einen „offenen städtebaulichen Ideenwettbewerb“, bei dem Schwimmhalle und „Minsk“ einbezogen werden. Wie berichtet hatte Baudezernent Matthias Klipp (Bündnisgrüne) den Erhalt von „Minsk“ und DDR-Schwimmhalle im Rahmen einer Umnutzung für möglich erklärt. Ein Wettbewerb müsse den genauen Badstandort ausweisen, außerdem rund 300 Parkplätze sowie bis zu 200 neue Wohnungen. Als Standort für das neue Sport- und Familienbad wird bisher eine Fläche nördlich der Max-Planck- Straße am Fuße des Brauhausbergs favorisiert. Günter Schenke

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