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  • 11.08.2012
  • von Jan Kixmüller

„Jerusalem Post“: Vorwurf Antisemitismus

von Jan Kixmüller

Der deutsch-iranische Soziologe Wahied Wahdat-Hagh bekräftigte dort seine Warnung vor der iranischen Qom-Hochschule.Foto: dapd

Die Kritik an der Kooperation der Universität Potsdam mit der iranischen „Hochschule für Religionen und Denominationen“ in Qom zieht weitere Kreise.

Potsdam - Am Donnerstag hat die israelische „Jerusalem Post“ darüber berichtet. Der deutsch-iranische Soziologe Wahied Wahdat-Hagh bekräftigte dort seine Warnung vor der iranischen Qom-Hochschule. Sie unterstütze die totalitäre und antisemitische Staatsdoktrin des Iran. „Wie kann man mit einem Institut kooperieren, das Hasspropaganda gegen die Bahai-Religion und den Staat Israel verfasst und die Verschleierung von Frauen verteidigt?“, fragt der Politologe, der Fellow der European Foundation for Democracy in Brüssel und Mitglied des Bundestags-Expertenkreises Antisemitismus ist.

Das Institut für Religionswissenschaft der Universität Potsdam pflegt mit der islamischen Hochschule in Qom bereits seit 2011 einen Austausch, in diesem Jahr sollen Doktoranden aus dem Iran in Potsdam mit ihrer Promotion beginnen. Religionswissenschaftler Johann Evangelist Hafner, der das Programm mit der Qom koordiniert, sagte der „Jerusalem Post“, dass man sich dem Mangel an Religionsfreiheit im Iran bewusst sei. Allerdings halte man einen wissenschaftlichen Austausch für möglich. Von dem Dialog mit muslimischen Kollegen erwarte man eine kritische Reflektion.

„Wir haben bei der Qom erkannt, dass ein religionswissenschaftliches Interesse besteht und man die anderen Religionen verstehen will“, sagte ein Vertreter des Potsdamer Instituts für Religionswissenschaft den PNN. Das Gespräch sei wichtiger als die Konfrontation. Der ehemalige Direktor der Institute für Religionswissenschaft und Jüdische Studien der Universität Potsdam, Karl E. Grözinger, hatte gegenüber der Universitäts-Leitung nun seine „höchste Besorgnis“ über die Kooperation mit der Qom-Uni zum Ausdruck gebracht. Bereits 2006 war eine Kooperation der Potsdamer Uni mit einer iranischen Hochschule wegen der antiisraelischen Politik Ahmadinejads abgebrochen worden. Jan Kixmüller

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