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  • 30.07.2012

Wohnheim „Mercure“ ohne Chance Vorstoß der Linken stößt auf Skepsis

Die von den Potsdamer Linken wiederholt propagierte Idee, das Hotel „Mercure“ als Studentenwohnheim zu nutzen, stößt im brandenburgischen Wissenschaftsministerium auf erhebliche Skepsis. Im Zusammenhang mit dem zweiten Konjunkturpaket von Bund und Ländern sei das Studentenwerk, das nach Vorstellung der Linken den Betrieb des Wohnheims übernehmen soll, bereits mit rund 17 Millionen Euro gefördert worden, sagte Ministeriumssprecher Hans-Georg Moek den PNN auf Anfrage. Angesichts dessen sei es finanziell nicht darstellbar, noch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag zu überweisen, zumal für ein einziges neues Wohnheim. Dazu werde dem Studentenwerk aktuell noch der Kauf des studentischen Kulturzentrums (KuZe) finanziert, so Moek.

Im Zuge der Debatte um die Kunsthalle von Mäzen Hasso Plattner, die er eigentlich anstelle des „Mercure“ bauen wollte, sie nun aber am Jungfernsee errichtet, war der Kaufpreis für das 17 Stockwerke hohe Hotel mit 14 Millionen Euro angeben worden. Es gehört der amerikanischen Investmentfirma Blackstone. Intern geht das Wissenschaftsministerium davon aus, dass für den geforderten Umbau in ein Studentenwohnheim weitere Investitionen in Millionenhöhe fällig würden. „Ein Neubau wäre wohl billiger“, sagte ein leitender Ministerialer. Moek sagte, bisher habe es noch keine offizielle Anfrage – auch nicht von den Linken – gegeben, ob das Projekt überhaupt machbar sei oder nicht.

Erst vergangene Woche hatte Linke-Kreischef Sascha Krämer in einer Mitteilung einmal mehr von einer „sehr überlegenswerten“ Idee gesprochen, das Hotel als Wohnheim zu nutzen. Es müsse ein Weg gefunden werden, das Haus zu erwerben, um es unter Verwaltung des Studentenwerks zu stellen. Damit würde der Mangel an innerstädtischem Wohnraum für Studenten gelöst.

Dagegen glaubt die Stadtverwaltung nicht, dass aus dem „Mercure“ ein Wohnheim werden kann. Das sagte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann den PNN. Für ihn sei vor allem die Frage spannend, wie viele Wohnheimplätze alternativ allein mit der Kaufsumme für das „Mercure“ errichtet werden könnten. Ohnehin habe das Studentenwerk nicht die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung, so Goetzmann. Für das Studentenwerk sagte Chefin Karin Bänsch, Fragen nach der erforderlichen Miete, die in einem Studentenwohnheim „Mercure“ angesichts der hohen Kosten erhoben werden müsste, seien „spekulativ“. Zu der Linke-Idee an sich mochte sie sich nicht äußern.HK

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