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  • 30.07.2012
  • von hella Dittfeld

Potsdam: Erlebnisnacht mit 60 Fritzen

von hella Dittfeld

Bisher hatte jede Erlebnisnacht ihre besonderen Höhepunkte. Im Jahr des 300. Friedrich-Geburtstags lag es nahe, zu testen, wie viele Friedriche denn daran teilnehmen und ob sie auch bereit sind, sich zu outen.

Potsdam - Nun, 300 kamen nicht zusammen, aber immerhin 60 und die holten sich stolz das T-Shirt ab, das verkündete: „Ich bin ein Fritz.“ Dem erst einen Monat alten Baby Fritz Rosendahl passte es allerdings noch nicht. Der stolze Papa erklärte, man werde es aufheben. Die Namenswahl sei tatsächlich vom Friedrichjahr beeinflusst worden, erklärte er. Der älteste zur Erlebnisnacht erschienene Hermann Friedrich Hans Elling weist den Friedrich erst an zweiter Stelle vor und bringt es auf 86 Jahre. Und bei Hans Friedrich ist es sogar der Familienname, der zählte. Im Prinzip hätte da die ganze Familie beim Wettstreit der Friedriche antreten können. Der Verein Potsdam Mittendrin als Veranstalter der Erlebnisnächte hatte es in Anspielung auf den großen König aber nur auf die Männer abgesehen.

Das war bei der Modenschau in der Straßenbahn ganz anders. Die Macher dieses Events hatten offenbar schon sehr viel Gutes von den feierfreudigen Potsdamern gehört und sich deshalb in die Erlebnisnacht eingeklinkt. Per Fashion-Tram ging es bis Pirschheide. Für die Models war es sicher eine Herausforderung, auf bewegter Fläche Eleganz zu zeigen. Doch selbst wenn es mal etwas zügiger in die Kurve ging, hangelten sich die Mannequins gekonnt an den Haltegriffen entlang. Die Mode richtete sich vor allem an junge Leute und die ausgefallenen Kreationen der Potsdamerinnen Manuela Giese und Mila Mereuter bekamen viel Beifall. Bei den T-Shirts von Ilja Seifert galt das „Ah“ auch den smarten jungen Männern, die darin steckten. Zum Publikum gehörte Antje Bankmann, die ihre Mutter extra aus Quedlinburg zur Erlebnisnacht nach Potsdam gelockt hatte. Beide waren nicht nur von der Modenschau angetan, sondern fanden die Erlebnisnacht „mit viel Herz organisiert“. Wendete sich die Fashion-Tram- Show vor allem an junge Leute, so waren die von den Innenstadt-Händlern organisierten Modenschauen wieder für Jung und Älter gedacht. Es war kaum ein Durchkommen, wenn sie liefen.

Auch die Tanzeinlagen auf der Straße, teils rockig schwungvoll, teils barock als Menuett vorgetragen, führten zum „Stau“. Am Nauener Tor, in den Vorjahren immer eine Salsa-Hochburg, herrschte diesmal tote Hose. Dafür ging es am Jägertor umso munterer zu und in der Mittelstraße hatte sich neben all den Musik-Bands auch Udo Lindenberg – genauer sein Double Torsten „Exe“ Exler – eingefunden. Exe hat in Potsdam nicht nur seine „Taube“ entdeckt, sondern auch den Fotografen Herbert Schulze. Beide wollen nun gemeinsam Schulzes Bildband über Udo Lindenberg vermarkten. Summa summarum konnte die 8. Potsdamer Erlebnisnacht wieder mit bewährten Angeboten punkten, war aber auch für Überraschungen gut. Als einer der Hauptsponsoren sorgte das Autohaus Wegener mit seinem auf dem Luisenplatz eingerichteten Parcours-Berg bei wagemutigen Fahrern für Furore. Doch musste das Autohaus-Team beim Eis-Fußball nebenan eine herbe Niederlage einstecken. Die Hochschul-Sportler liefen dem Vorjahressieger den Rang ab. 130 Geschäfte und 40 Gaststätten beteiligten sich an der Erlebnisnacht, viele mit eigenen Events.

Leider ging es diesmal nicht durchweg friedlich zu. Ein Gastwirt wurde mit der Faust geschlagen, weil er zwei Frauen nicht auf die Toilette lassen wollte. Bei der Auseinandersetzung mit den Begleitern der Frauen verlor er vier Schneidezähne. Die Polizei musste auch bei einigen anderen kleineren Rangeleien eingreifen.

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