Begehrter Wohnraum. Bei einer Leerstandsquote von nur 0,5 Prozent ist es schwer, eine Bleibe in Potsdam zu finden. Ob der Wohnraum saniert oder unsaniert ist, spielt da kaum eine Rolle. Die Mieten sind für viele Potsdamer kaum bezahlbar. Foto: Rebecca F. Miller
Die angespannte Lage auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt schlägt offenbar auf die Zahl der Zwangsräumungen durch.
Potsdam - In den letzten Jahren ist die Zahl der angekündigten Räumungen von Wohnungsmietern angestiegen. Im Jahr 2010 wurden der Stadt 153 Zwangsräumungen angekündigt, 2011 waren es schon 197. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden bereits 104 Fälle gezählt, teilte die Stadtverwaltung mit.
Wie viele Wohnungen tatsächlich geräumt wurden, ist aus den Zahlen nicht erkennbar, da es keine Meldepflicht gibt. Räumungen sind oft Folge von Streit zwischen Mieter und Eigentümer oder von Mietschulden. Diese belasten die Stadtkasse: Um Zwangsräumungen zu vermeiden, übernahm Potsdam im Jahr 2011 Mietrückstände in Höhe von 363 000 Euro von 194 Mietern. Ein Jahr zuvor waren es nur 180 Anträge gewesen.
Nach Angaben des Mietervereins setzen Vermieter zunehmend Räumungen trotz laufender Widersprüche durch.
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