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  • 14.07.2012
  • von Michael Erbach

Links und rechts der Langen Brücke: Was geht

von Michael Erbach

Michael Erbach über Möglichkeiten Potsdamer Wohnungspolitik

Die Wohnungsnot ist groß in Potsdam. Jedes Jahr steigt die Bevölkerung, und die Stadt kommt gar nicht hinterher, genügend Wohnraum zur Verfügung zu stellen – noch dazu bezahlbaren. Das nämlich ist das Problem: Immer weniger Menschen in der Stadt können sich die steigenden Mieten leisten. Erst vor wenigen Wochen gingen weit über 2000 Menschen auf die Straße, um für erschwingliche Mietpreise zu demonstrieren. Im Obdachlosenheim leben Menschen, die trotz fester Arbeit ihre Miete nicht mehr aufbringen konnten. Genügend bezahlbaren Wohnraum schaffen ist eine der größten Herausforderungen für die der Stadt. Das wissen auch Politik und Verwaltung. Doch niemand sollte so naiv sein zu glauben, dass im Potsdamer Rathaus Lösungen gestrickt werden können, die aus Potsdam ein Paradies für Billigmieten machen. Die Attraktivität und Anziehungskraft der Landeshauptstadt hat auch ihren Preis – das sieht man eben bei den Mieten. Dennoch kann man der Stadt bescheinigen: Problem erkannt! Und so langsam kristallisiert sich auch heraus, was geht und was nicht. Was nicht geht, ist der Vorschlag einer pauschalen Mietminderung von 20 Prozent, wie sie die Fraktion Die Andere fordert. Diejenigen, die sich hohe Mieten leisten können, würden sich die Hände reiben, wenn auf diese Weise das Mietniveau flächendeckend sinken würde. Zudem würde die stadteigene Pro Potsdam als größter Vermieter in Potsdam in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Ziel muss sein, dass genau denjenigen geholfen wird, die es nötig haben. Und da geht wirklich was: deutlich mehr Wohnungsneubau, um etwas Druck vom Markt zu nehmen, eine Besserstellung von Einheimischen und Familien mit Kindern bei der Vergabe günstiger Wohnungen, Mietpreisbindung im städtischen Bestand. Außerdem hat die jetzt bekannt gewordene Studie bewiesen: Bauunternehmen – die in dieser Stadt ohne jedes Risiko bauen können, weil ihnen die Wohnungen unter den Händen weggerissen werden – können an den Kosten für Infrastrukturmaßnahmen beteiligt werden. Das ist nur gerecht und hat den Effekt, dass auf diese Weise der Stadthaushalt entlastet werden kann. Also, es gibt Möglichkeiten, die Wohnungssituation in Potsdam zu entspannen. Nur muss man jetzt zügig an die Umsetzung gehen. Wunder jedoch wird dies nicht bewirken: Potsdam wird ein teures Pflaster bleiben.

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