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  • 18.04.2012

Islamische Gemeinschaft aufgelöst

Die vom brandenburgischen Verfassungsschutz beobachtete „Islamische Gemeinschaft am Park Sanssouci“ (IGAPS) hat sich aufgelöst. Das bestätigte Wolfgang Brandt, Sprecher des zuständigen Innenministeriums, den PNN am Dienstag auf Anfrage. Der Chef der Gruppe habe Potsdam verlassen. Auch weitere Mitglieder hätten sich ins Ausland begeben. Die verbliebenen IGAPS-Anhänger würden nun die Al Farouk Moschee nutzen, so Brandt. Dem Verfassungsschutz bereite dies aber kein Kopfzerbrechen, betonte der Sprecher. In den Potsdamer Gebetsräumen werde eine auf Integration ausgerichtete Linie vertreten, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht zu anderen islamischen Vereinen in Potsdam.

Die IGAPS dagegen war über fünf Jahre hinweg regelmäßig im Fokus der Verfassungsschützer. Die Gemeinde trete zwar nach außen als eine weltoffene Gemeinde auf, hieß es im Verfassungsschutzbericht. Jedoch wurde der Gruppe die Nähe zur islamischen Murabitun-Bewegung und deren Gründer Abdalqadir As-Sufi vorgeworfen: Deren Hauptziel sei „eine Islamisierung Europas“, kritisierte der Verfassungsschutz. Ihr Gedankengut ziele ab auf eine Beseitigung der Marktwirtschaft und die Abschaffung der Demokratie. Gründer As-Sufi habe auch seine Verehrung für Adolf Hitler ausgedrückt. Darüber hinaus zweifle As-Sufi den Holocaust an. Von As- Sufi habe sich die IGAPS nicht distanziert, so der Verfassungsschutz. Die IGAPS hatte alle Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Zuletzt hatte der Verfassungsschutz jedoch auch konstatiert, die Präsenz der vor allem von deutschen Konvertiten geprägten Gemeinde sei in der Öffentlichkeit spürbar zurückgegangen. Der frühere Sitz von IGAPS in der Weinbergstraße 21 präsentierte sich am Dienstag verwaist. Nur ein kleines Schild am Briefkasten erinnerte an die Gemeinde. Auch die Internetseite der Gruppe ist abgeschaltet. Von einem früheren Mitglied hieß es, die IGAPS habe sich auch wegen der öffentlichen Vorwürfe aufgelöst. Derzeit werde versucht, den von der Gemeinde mehrmals pro Jahr veranstalteten „SuQ-Markt“ auf dem Luisenplatz „in anderer Form“ fortzusetzen, hieß es weiter. Auf diesen Märkten wurde Kunsthandwerk verkauft.HK

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