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  • 17.04.2012
  • von Henri Kramer

„Potsdam geht baden!“-Kampagne: Brauhausberg leicht im Vorteil

von Henri Kramer

Unübersehbar. Die neue StadtjugendringAktion „Potsdam geht baden! Aber wo?“ wird von einer großen gelben Bade-Ente begleitet – als weithin sichtbares Erkennungszeichen. Foto: Manfred Thomas

Den ersten Testlauf zur anstehenden Bürgerbefragung zum neuen Potsdamer Schwimmbad hat der Brauhausberg knapp gewonnen.

Innenstadt -  Bei einer am Montag vom Stadtjugendring (SJR) durchgeführten Straßenumfrage unter Jugendlichen vor dem Nauener Tor hatten sich kurz vor Ende gegen 15.30 Uhr rund 35 Teilnehmer für den Brauhausberg entschieden, 25 dagegen für das Bornstedter Feld. Mit der Aktion hat der SJR seine neue Kampagne „Potsdam geht baden! Aber wo!“ gestartet, die insbesondere Jugendliche motivieren soll, bei der in der kommenden Woche beginnenden Bürgerbefragung zum Bad teilzunehmen.

Wie berichtet sind dabei 131 000 Potsdamer aufgerufen, bis zum 7. Mai den Standort für ein neues Sport- und Freizeitbad festzulegen – erstmalig dürfen damit auch Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren an einer solchen Befragung teilnehmen. Dies nimmt der SJR zum Anlass, drei Wochen lang Schulen, Freizeiteinrichtungen und öffentliche Plätze anzusteuern und jungen Menschen möglichst zu vermitteln, dass sie bereits Mitbestimmungsrechte haben, sagte Stadtjugendringchefin Stephanie Pigorsch. „Viele Jugendliche sind von dem Schwimmbad-Thema noch nicht so übersättigt, weil sie auch die Debatte darum nicht so intensiv verfolgen“. Der Aufklärungsbedarf sei groß.

Zu diesem Zweck hat der SJR zusammen mit der Potsdamer Medienlabor- Agentur auch eine Internetseite eingerichtet, auf der die zwei nach langer Debatte verbliebenen Bad-Varianten detailliert gegenübergestellt werden, mit Informationen zu den geplanten Kosten in Höhe von 23 Millionen Euro bis hin zur Zahl der sieben vorgesehenen Schwitzangebote im geplanten Wellnessbereich. Als einziger Unterschied zwischen den geplanten Bädern erscheinen dabei die Betriebskosten, die im Volkspark mit 2,477 Millionen Euro und am Brauhausberg mit 2,595 Millionen Euro pro Jahr angegeben werden. Dazu dürfen Bürgerinitiativen und Parteien in langen Einzelbeiträgen für ihren jeweiligen Favoriten werben – bislang nutzen diese Möglichkeit das Bürgerforum Nord, die Linke und die Wählergruppe Die Andere.

In den kommenden Tagen soll die Kampagne ausgeweitet werden – immer dabei ist eine überdimensionale Badeente als Maskottchen, zudem sollen mehrere Tausend Quietsche-Enten unter die Leute gebracht werden. Heute ist das Stadtjugendring-Team im Humboldt-Gymnasium an der Heinrich-Mann-Allee, an der Goethe-Schule in Babelsberg und abends im Waschhaus in der Schiffbauergasse anzutreffen. Insgesamt zehn Termine sind allein bis Freitag geplant. Insofern will Stephanie Pigorsch auch das gestrige Ergebnis für den Brauhausberg nicht überbewerten. Aus ihrer Sicht habe es bei der Umfrage keinen eindeutigen Sieger für eine Bad-Variante gegeben, so Pigorsch. Vielmehr habe sich ein „ausgewogenes Stimmungsbild“ gezeigt. „Die Erreichbarkeit und Lage der neuen Halle waren die Hauptargumente, die für die Jugendlichen wichtig waren.“

Neben dem Schwimmbad hat die Kampagne ein zweites Thema: Sie soll im Hinblick auf die 2014 stattfindenden Kommunalwahlen einen ersten Aufschlag bilden, um Jugendliche ab 16 Jahren über das jetzt für sie beschlossene Wahlrecht im Land Brandenburg zu informieren. „In unseren Gesprächen merken wir, dass sich viele Jugendliche mehr Informationen zu den debattierten Themen wünschen – und mehr Nähe von Politikern“, so Pigorsch. Ebenso würden mehr Mitbestimmungsrechte gefordert, vor allem in Schulen.

Im Internet:

www.potsdam-geht-baden.de

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