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  • 23.01.2012
  • von Jana Haase

Friedrich-Jahr: Potsdam feiert Friedrichs Geburtstag

von Jana Haase

Kartoffeln liegen in Potsdam neben dem Schloss Sanssouci auf dem Grab Friedrichs des Großen (1712-1786). Am 24. Januar 2012 wäre der "Alte Fritz" 300. Jahre alt geworden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Potsdam feiert bekanntlich ein ganzes Jubiläumsjahr anlässlich des 300. Geburtstags von Preußenkönig Friedrich II. – besonders hoch ist die Veranstaltungsdichte allerdings am morgigen Dienstag, denn am 24. Januar 1712 hatte der König tatsächlich seinen Geburtstag.

Potsdam - Während in Berlin am morgigen Nachmittag der offizielle Festakt für geladene Gäste stattfindet – auf Einladung von Ministerpräsident Matthias Platzeck und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) werden im Konzerthaus am Gendarmenmarkt um 14 Uhr unter anderem Bundespräsident Christian Wulff (CDU) und Hohenzollern-Chef Georg- Friedrich Prinz von Preußen erwartet, die Festrede hält der Historiker Christopher Clark – soll es in Potsdam unter dem Motto „Happy Birthday, Friedrich!“ etwas lockerer zugehen.

Allerdings hatte es bereits im Vorfeld Ärger wegen der Absage zweier Künstler für den Geburtstagsabend gegeben (PNN berichteten). Die Berliner Musikerin Dota Kehr alias „Kleingeldprinzessin“ zog ihre Zusage zum Auftritt zurück, weil ihr die Friedrich-Feier dann doch „zu sehr Jubelveranstaltung“ schien. Auch DJ Brezel Göring, bekannt von der Band „Stereo Total“, sagte den geplanten gemeinsamen Auftritt mit dem Elbipolis Barockorchester kurzfristig ab. Hintergrund war offenbar auch eine Rundmail des linksalternativen Potsdamer Bündnisses „Fuck off Friedrich“ an verschiedene Künstler.

Kritik an der Aktion äußerte Alexandra Dimitroff, die Sängerin der Klezmer-Balkan-Brass-Band „Di Grine Kuzine“ aus Berlin, jetzt gegenüber den PNN: Die anonyme E-Mail mit der Aufforderung zur Absage sei „zu unreflektiert“. Dimitroff sprach von „Bilderstürmerei“: „Natürlich bin ich gegen Kriegstreiber und Despoten“, so die Musikerin: „Ich kann bei so einer Veranstaltung aber meine Stimme einbringen, deswegen bin ich doch nicht reaktionär.“ Die Band werde wie geplant am Dienstag ab 22 Uhr in der Gewölbehalle im Kutschstall am Neuen Markt auftreten: „Ich denke, wir sind stark genug, das zu unserem Forum zu machen.“ Die Veranstalter vom Kulturland Brandenburg e.V. hatten am Freitag erneut betont, dass das Wirken Friedrichs „sehr differenziert beleuchtet“ werden soll.

Das Interesse bei den Potsdamern ist offenbar groß: Die Karten für die Auftaktveranstaltung „mit launigen Gratulationen“ morgen ab 19 Uhr im Nikolaisaal sind laut Veranstalter bereits vergriffen, es soll jedoch eine Videoübertragung im Hof des Nikolaisaals geben. Ab 20 Uhr geht der Geburtstagsabend dann in der Gewölbehalle im Kutschstall am Neuen Markt sowie im Filmmuseum in der Breiten Straße weiter: Im HBPG präsentiert der Künstler und Galerist Rainer Sperl sein satirisches „Ehrenspalier für Friedrich II.“, im Filmmuseum eröffnet die Ausstellung „Der falsche Fritz“ zum Friedrichbild im Film. Ab 21 Uhr gibt es im Foyer des Nikolaisaals Lounge-Musik mit Elbipolis und DJ Johannes Malfatti. Ab 22 Uhr kann kräftig gefeiert werden: im Foyer des Nikolaisaals mit Oriental-House von der türkischstämmigen Musikerin DJ Ipek oder in der Gewölbehalle mit Klezmer-Balkan-Brass von „Di Grine Kuzine“.

Weniger ausgelassen wird es wohl bei den Kranzniederlegungen an Friedrichs Grab vor Schloss Sanssouci zugehen: Gleich drei Termine sind dabei angekündigt. Den Auftakt macht die Schlösserstiftung um 8.50 Uhr. Der Traditionsverein „Grenadiergarde Nr. 6 von 1740“ lädt ab 11 Uhr zum Gedenken am Grab ein. Treffpunkt ist bereits 10 Uhr im Café Franz Schubert, Allee nach Sanssouci 2. Auch die Freimaurer der Loge „Zu den drei Weltkugeln“ ehren Friedrich, erwartet werden rund 100 Teilnehmer. Die Kranzniederlegung ist für 14 Uhr vorgesehen.

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