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  • 07.11.2011
  • von Günter Schenke

Nur ein kleines Kiezbad

von Günter Schenke

Soll es bleiben? Blick auf die Außenfassade des Brauhausberg-Bades. Foto: A. Klaer

Scharfenberg für eine Zwei-Bäder-Lösung

Bornstedter Feld – Der Bau eines Sport- und Freizeitbades im Bornstedter Feld steht weiter in der Kritik. „Es ist bedenklich, was in der Stadtverordnetenversammlung passiert ist“, sagte Thomas Hintze von der Initiative „Pro Brauhausberg“ am Sonntag beim Frühschoppen der Linken im Bürgerhaus Sternzeichen. Die „Rathauskooperation“ hatte am Mittwoch den nach seiner Meinung „total logischen“ Dringlichkeitsantrag der Linken zum Stopp der Ausschreibung für das Bad abgelehnt. Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg gibt sich jedoch überzeugt: „Die Argumente sind auf unserer Seite.“ Nach seiner Vorstellung sollte in Bornstedt ein kleines Kiezbad entstehen und die Schwimmhalle am Brauhausberg saniert werden.

Mit einer Ideenwerkstatt zur städtebaulichen Entwicklung geht „Pro Brauhausberg“ am 26. November in die Offensive. Wie Hintze ankündigte, seien „hochkarätige Fachleute“ auf der von 9.30 bis 17 Uhr stattfindenden Werkstatt anwesend, zum Beispiel der Vorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Michael Braum. „Pro Brauhausberg“ hatte bereits im Vorfeld mithilfe von Experten nachgewiesen, dass die Baukosten des Bornstedter Bades wesentlich höher ausfallen als die geplanten 18 Millionen Euro. Laut Scharfenberg habe sich für diese Summe kein Anbieter gefunden. Jetzt liege der Kostenvoranschlag bei 25 Millionen Euro. „Es ist unbegreiflich, dass sich die Stadt bei einem Minus von über 21 Millionen Euro im laufenden Haushalt etwas Derartiges leistet“, sagte Hintze.

Der Beschluss zum Bau eines Bades im Bornstedter Feld und zum Abriss der Schwimmhalle am Brauhausberg datiert vom 27. Januar 2010. Der Verkauf des Brauhausberges sollte zwölf Millionen Euro für den Bad-Neubau erlösen. Nach fast zwei Jahren hat sich die Situation verändert: Durch die Grundsteinlegung für das 22 Millionen Euro kostende Bad in Werder erscheint der Sinn eines Spaßbades für Potsdam fraglich. Zudem stößt die geplante Bebauung des Brauhausberges mit 400 Wohnungen bei der Bürgerinitiative auf massive Kritik. Laut Hintze würden Mieten ab 13 Euro kalt das soziale Gefüge in Potsdam beeinflussen. Die Stadt müsse als Folge den Verlust der „grünen Achse“ vom Brauhausberg zur Freundschaftsinsel hinnehmen und erhalte im Gegenzug nicht beherrschbare Verkehrsprobleme. Angesichts der klammen Finanzen der Stadt sei laut Scharfenberg die Sanierung der Brauhausberg-Schwimmhalle die günstigere Variante. Laut einem „geheimen“ Gutachten der Stadtwerke würde diese 14,5 Millionen Euro kosten. Eine andere Expertise nennt 9,5 Millionen, die Bürgerinitiative ermittelte zehn Millionen Euro. Die Schwimmhallen-Sanierung hätte zur Folge, dass der Wohnungsbau am Brauhausberg abgespeckt werden müsste. „Es muss was für die ganze Stadt herauskommen“, so Scharfenberg, und verweist auf den Bürgerhaushalt, bei dem der Wunsch nach der Hallensanierung vorn liege. „Wie geht die Stadt mit einem so eindeutigen Ergebnis um?“, fragt er. Günter Schenke

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