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Nach Missbrauchsvorwürfen: Verdächtige Sportschüler dürfen bleiben

von Henri Kramer

Die Potsdamer Sportschule. Foto: dapd

Update. Die Gesamtlehrerkonferenz der Elite-Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ hat laut Ministeriumssprecher Stephan Breiding entschieden, dass die Schüler, gegen die ermittelt wird, an der Schule bleiben dürfen.

Potsdam - Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Schüler der Potsdamer Elite-Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ dürfen die beiden 16-Jährigen trotzdem weiter an der Einrichtung lernen. Das habe die Gesamtlehrerkonferenz der Schule „mehrheitlich“ nach stundenlanger Sitzung entschieden, erklärte Stephan Breiding, Sprecher des Bildungsministeriums, am Mittwochabend. Die Schüler würden jedoch die Androhung eines Schulverweises erhalten, „als eine Art Warnschuss und letzte Chance“. Jeder weitere Vorfall würde zum Ausschluss führen. Ebenso müssten sie sich auf „gezielte Erziehungsmaßnahmen“ innerhalb der Sportschule einstellen, so Breiding. Welche Art diese Maßnahmen sein sollen – etwa ein Täter-Opfer-Ausgleich oder Strafarbeiten – ist demnach unklar und wird erst noch entschieden. Die Schule wolle den Vorfall „pädagogisch“ aufarbeiten, so Breiding. Die zwei Nachwuchshandballer des VFL Potsdam sollen sich im Internat der Schule unter anderem mit einem Bestenstiel an den zwei jüngeren Mitschülern vergangen haben. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexueller Nötigung.
Unterdessen gibt es Streit zwischen Elternvertretern der Schule und der Stadtverwaltung um die Konsequenzen aus den Geschehen. Uneinigkeit herrscht über den Umgang mit den suspendierten Mitarbeitern des Internats.
Vor allem gibt es Streit, ob die Leiterin des Internats das Haus verlassen muss. Rathaussprecher Jan Brunzlow bestätigte den PNN, dass die Leitungsstelle neu ausgeschrieben wird – von der kommunalen Luftschiffhafen GmbH, die das Wohnheim seit Sommer betreibt. Bisher hatte die Stadtverwaltung lediglich erklärt, die Leitung sowie weitere Angestellte des Wohnheims würden bis zur Klärung der Vorwürfe gegen sie nicht mehr dort arbeiten. Eine für drei Monate eingesetzte Interimsführung hat bereits die Führung des Hauses übernommen. Mit der Entscheidung zur Neuausschreibung der Leitungsstelle steht damit aus Sicht der Stadt offensichtlich fest, dass Mitarbeiter des Internats den Missbrauchsverdacht nicht unverzüglich der Justiz gemeldet haben, obwohl die mutmaßlichen Opfer – zwei 13 und 14 Jahre alte Jungen – sich nach der Tat Ende September mit Bitte um Hilfe an Erzieher im Wohnheim gewandt hatten. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte auch das Bildungsministerium erklärt, die Krisenkommunikation habe in dem Fall „nicht funktioniert“.
Die Elternvertreter an der Sportschule wehren sich nach PNN-Informationen gegen den kompletten Austausch der Heimspitze. In einem Brief an die Eltern schreiben der Vorsitzende der Schul- und der Leiter der Elternkonferenz der Schule, der fragliche Vorfall sei „sehr wohl beachtet“ worden – jedoch habe man „dessen Brisanz bedauerlicherweise nicht sofort erkannt“. Aus Sicht der Elternvertreter habe aber „zu keiner Zeit“ die Absicht bestanden, „den Vorfall zu vertuschen“ oder „unter den Teppich zu kehren“. Potsdams Schulbeigeordnete Iris Jana Magdowski (CDU) hatte sich empört, die Schüler hätten sich „ihren nächsten Vertrauenspersonen offenbart und anscheinend keine Hilfe erhalten – das ist für mich unfassbar.“
In den vergangen Tagen hatten sich die Vorwürfe gemehrt, am Internat der Elite-Sportschule sei es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Gewalt und Mobbing gekommen. Die Rede war von Schülern, die von älteren Mitschülern kopfüber aus Fenstern ihres 14-stöckigen Wohnheims gehängt worden sein sollen, bis sie sich vor Angst in die Hose machten. Solche Schilderungen hatte Tino Fischer öffentlich gemacht, Chef der Jungen Union in Potsdam und bis 2008 selbst an der Sportschule, aber nicht untergebracht in dem Wohnheim. Er erklärte, Fälle von Mobbing und gewalttätigen Übergriffen in dem Internat seien „schon lange an der Tagesordnung“ gewesen – und sie seien toleriert worden. Gesprochen habe er mit sechs ehemaligen Mitschülern: „Und jeder konnte von Fällen von Gewalt erzählen.“ Es sei ihm eine „Herzensangelegenheit“, dass es nie wieder Übergriffe in dem Wohnheim gebe, so Fischer.

17 Kommentare

  • von UlaUla28.10.2011 20:36
    UlaUla

    Wie sich die Bilder gleichen!

    Ich bin seit über dreißig Jahren Internatsberater einer gemeinnützigen Bildungsberatungsstelle und versuche unermüdlich, die Öffentlichkeit über die Missstände aufzuklären, die praktisch in allen Einrichtungen anzutreffen sind – vom Nobelinstitut für Großverdiener vom Typ „Salem“ über staatliche Eliteschulen bis hin zu den vielen verkappten Einrichtung für Erziehungshilfe, die sich nur „Internat“ nennen, weil’s schöner klingt als Erziehungsheim.

    Was hier die Kommentatorin „ehemalsmama“ als Insiderin und Fachfrau zu Protokoll gibt oder größtenteils nur andeutet, lässt aber selbst mir als hartgesottenem Beobachter (ich war zudem 22 Jahre lang Internatsleiter) das Blut in den Adern gefrieren. Schaut man einmal wirklich hinter die Kulissen, übertrifft die Realität alles Vorstellbare.

    Ich bin immer wieder entsetzt, mit welchem unfassbaren Dilettantismus Internate organisiert und betrieben werden – so als gebe es keine wissenschaftliche Sozialpädagogik und keine Organisationspsychologie, einmal ganz abgesehen von dem Erfahrungswissen vieler Berufspädagogen, Eltern und Schüler.

    Um ein Internat so zu führen, dass die Lebensbedingungen und der pädagogische Alltag die jungen Bewohner nicht schädigen, bedarf es einer Fülle von Maßnahmen und enormer Ressourcen. Letztere stehen Internaten in aller Regel nicht zur Verfügung, auch nicht den Eliteinternaten privater Träger, deren Kostensätze diejenigen der Potsdamer Eliteschule des Sports um etwa das Zehnfache übersteigen. In der Jugendhilfe steht zwar das Geld zur Verfügung, doch ist die einschlägige Kundschaft oft derart geschädigt, dass selbst eine 1:1-Betreuung und ein therapeutisches Setting nichts mehr bewirken.

    Einrichtungen von der Größe des Wohnheims der Sportschule "Friedrich Ludwig Jahn" sind vollkommen unregierbar und sozialpädagogisch inakzeptabel. Es bedarf nach meiner Einschätzung der Kumpanei von staatlichem Träger, Betriebsgesellschaft und Heimaufsicht, um Zustände, wie „ehemalsmama“ sie beschreibt, über Jahre zu vertuschen und die Öffentlichkeit zu täuschen. Ob es sich bei dem aktuellen Vorfall mit den beiden Oberstufenschülern nun um eine sexuell motivierte Tat handelt oder nicht, ist vollkommen zweitrangig. Oft schädigen die persönliche Erniedrigung, der Machtmissbrauch und das Erlebnis eigener Ohnmacht die Opfer tiefgreifender als der sexuelle Inhalt des Übergriffs. Die beiden Täter auf der Schule zu belassen, aber die Leitungscrew des Wohnheims davon zu jagen, halte ich für absolut unverhältnismäßig. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Heimerzieher kaum eine Chance hatten, unter den gegebenen Arbeitsbedingungen ihren Job vernünftig zu machen. In einer Atmosphäre, die von einer Kumpanei zwischen Schulträger, Kommunalpolitik, privater Betreibergesellschaft und Heimaufsicht geprägt gewesen sein dürfte, waren die Erzieher einfach überfordert. Denn jede deutliche Reaktion wäre die Lunte an einem Pulverfass gewesen. Ich sehe hier zahlreiche Parallelen zu den Fehlentwicklungen an der Odenwaldschule. Auch dort gab es viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik, die die Hände über die Schule hielt, eine willfährige Schul- und Heimaufsicht, die keine unangenehmen Fragen stellte, und Medien, die den vermeitlichen "Leuchtturm der Reformpädagogik" viel zu lange unkritisch bejubelten. Wie sich doch immer wieder die Bilder gleichen!
  • von Mutter einer ehemaligen Sportschülerin27.10.2011 21:53

    DANKE, ehemalsmama!!!! Es ist genauso und das ist die WAHRHEIT!

    Ich hätte es nicht besser schreiben können. Es muss an die Öffentlichkeit, wie der Alltag dort an der Potsdamer "Elite"- Schule aussieht.... mit all seinen Trainern, Erziehern, Lehrern, der Wohnheimleitung und der Schulleitung!

    Und es ist sehr, sehr traurig wie sich unsere Gesellschaft entwickelt, eine Gesellschaft ohne WERTE!






  • von ehemalsmama27.10.2011 20:17
    Ich wuerde gerne mal zum Kernpunkt zurueckkommen:
    sexueller Missbrauch mit einem Besenstil: bedeutet eine wirkliche Verletzung sowohl koerperlich als auch seelisch - gegen den Willen des Opfers hinterlaesst das Einfuehren eines Besenstils nachweisbare Verletzungen, ist ein Unding und muss geahndet werden.
    Nach Angaben Ehemaliger gab es die die Sitte, anderen Jungs von hinten einen Besenstil zwischen die Beine zu schieben - sich an den Nippeln zu ziehen als pubertaere Spielchen. Aehnlich von Aufnahmeritualen bei der Bundeswehr.So hoert man das von denen,die es hinter sich haben.
    WOHNHEIM- kein Internat, dadurch andere rechtliche Voraussetzungen, sowohl in den Anwesenheit von paedagogischem Personals als auch der Ausbildung - in den 2 Jahren, die unser Kind dort war hat alleine 3 Mal die Wohnheimsleitung gewechselt. Unseres Wissens nach ist die derzeitige beurlaubte Leitung nicht einmal paedagogisch qualifiziert.
    Im Grossen und Ganzen werden die Kids hier verwaltet, bis auf wenige Ausnahmen, wobei die maennlichen Erzieher ganz gut abschneiden.
    ELTERN - einige schaffen es, ihre Kinder NIE zu besuchen - bis zum Abtitur.Starke und engagierte Eltern sind wenig zu finden, leider.Es entstand bei uns teilweise der Einruck, dass Kinder ihren Eltern zuliebe dort sind und Karriere machen. Oder, weil sie einfach aus den unterschiedlichsten Gruenden von zuhause weg wollten.
    TRAINER - naja, es mag engagierte Trainer geben, je nach Sportart.Das kommt auf die Sportart und die Begabung des Sportlers an - sind nicht paedagogisch ausgebildet und es KANN der Eindruk entstehen, dass die Kids fuer die Trainer Karriere machen.
    KINDER - sie fuehlen sich schon gut an dieser Eltiteschule, als etwas Besonderes - und das sind sie auch verschiedenste Arten: ab 12-13 Jahren sind sie mehr oder weniger auf sich selbst gestellt, je nach Sportart mit einem 12- Std.Job - eine psychologische Betreuung gibts fuer die durchschnittlichen Sportler NICHT - die Kids muessen mit allem alleine fertig werden Heimweh, Erschoepfung, terilweise massives mobbing, leben auf 10 qm zu zweit usw. geleobt sei, was abhaertet.
    SCHULE - es gibt kaum Schmierereien, die Schule ist sauber, von Gewalt hoert man wenig. Allerdings auch keine Tuerken, Araber, oder aehnliche Gruppen mit Migrationshintergrund. Dafuer viel Narrenfreiheit fuer sportliche Leuchten und eine Menge Kids, die in anderen Schulen wegen Zappelei o.aehnlichen Stoerungen auffaellig waren oder waeren.
    Tja, und man ist dirn in dem System, sowie das Kind aufgenommen wurde: ploetzlich verselbsteandigt sich viels, weil man Dinge geschehen lasst, die man vorher fuer undenkbar hielt. Weil das Kind selbst dort Blut geleckt hat, mit und dabei sein will in dieser Riesentraumfabrik. Elite eben...und alles nur fuer diese Anerkennung von Aussen.
    Was passiert hier eigentlich? Wer redet ueber vollkommen kaputte Knie von 14-jaehrigen Fussballerinnen, ueber kaputte Sehnen und Baender bei viel zu jungen Judokas? Ueber die vielen koerperlichen Malessen viel zu junger und uebertrainierter HERANWACHSENDER? Wo waechst die Seele mit und der dauergeschundene Koerper, wer troestet und kuschelt mal mit den Kids nach so einem Mammuttag? Erzieher? Doch nicht wirklich, das waere auch ein verfehlter Anspruch....welcher Erzieher weiss denn wirklich, was geht, auch zuhause, die die scih wirklich interessieren und nicht auf irgendeiner Etage Tee trinken. Was ist denn mit der inoffiziellen Abschiedsfeier, rund um den Bereich Sportschuele findet man regelmaessig am letzten Montag im Schuljahr derartige Schnapsleichen und DAS weiss auch die Schul-und Wohnheimsleiung. Da werden shon mal sehr juge Sportler ins Wohnheim getragen, das habe ich selbst gesehen, da muss der Notarzt kommen, Woher wissen Landesdrgenstelle und Kripo mehr ueber Ausartunge als bekannt wird?
    Weil diese Traumfabrik ein politischer und gessellschaftlicher Lichtblick sein soll, man gucke sich den Mammutbau an, der dort entsteht, mit immer anderen Geldgebern alles sehr verworren, da kommt ploetzlich eine Feuerwehr: die Potsdam GmbH, die das Personla uebernimmt und damit sicherlich auch gespart werden kann und eine Star GmbH die nun alle Seelchen aufrichtet? Fuer Erzieher, die angeblich nichts wussten? Aber HALLO, was geht denn hier jetzt? Andere Schulen werden geschlossen, Personal abgebaut, Einstiegsgehaelter auf ein Minimum herabgesenkt, sodass Kollegen abwandern in Bundeslaender, die den Lehrer, Sozialpadagogen etc. noch wetschaetzen usw.
    Brot und Spiele - ich kenne Herrn Fischer - er hat genauso den Mund gehalten wie alle anderen auch. Ich bleibe heute noch anonym, weil mein Kind noch in PM zur Schule geht und sich das mobbing weiter in die neue Schule trug - man kennt sich halt.
    und NEIN, ich waehle nicht CDU - bin vom Fach und denke, dass es an der Zeit ist, aufzuklaren, umzudenken und sich klar zu machen, dass wir hier von einer oeffentlichen Schule reden, die einen Freifahrtsschein zu haben shient. Komisch, die Berliner Eltite trainiert oft weniger und ist nciht weniger erfolgreich.
    Achja, bliebe noch das Arztsystem: da gibt es einen Doc, der schreibt Kids grusslos krnak, und trainigsunfaehig - der wird von vielen Trainern gemieden, die anderen Aerzte verdienen sich eine goldene Nase mit dem System, ich spritze Kids gesund, behandle bestimmte Sportler gleich und sofort, waehrend nomale Patienten warten bis St. Nimmerlein...
    Und ja, wenn diesen Jungs das alles widerfahren sind, muss das geklaet werden. Allerdings sei erwaehnt, dass gerade unter den juengeren Jahrgaengen derart dreiste, freche und unverschaemte Rotzer sind, die sich nciht wundern duerfen, wenn sie von den Aelteren gestutzt werden - wie beim Bund halt...im Aufzug auf den Boden zu spucken ist ja guter Ton - hm, naja, wer zeigt den Kids auch, was Recht und was Unrecht ist?
  • von Mutter eines ehemaligen Sportschülers27.10.2011 16:44
    Gute Entscheidung der Lehrer. Es handelt sich bei allen beteiligten Schülern um Minderjährige. Bis jetzt steht überhaupt nicht fest, ob die Beschuldigungen stimmen!!! Es lebe unsere Pressefreiheit!Schrecklich was hier getrieben wird. Mein Sohn ging hier immer sehr gerne zur Schule und hat sogar freiwillig noch ein Jahr verlängert und die Möglichkeit der Schulstreckung genutzt. Die Schule tut für ihre Sportler sehr viel,mehr als mancher Trainer mit einer geschenkten Trainerlizenz!
    Die beschuldigten Schüler benötigen genauso unsere Unterstützung und eine 2.Chance, wie die Opfer(ich glaube allerdings nicht so ganz, dass diese komplett unschuldig sind)
  • von Mutter eines ehemaligen Sportschülers27.10.2011 16:43
    Gute Entscheidung der Lehrer. Es handelt sich bei allen beteiligten Schülern um Minderjährige. Bis jetzt steht überhaupt nicht fest, ob die Beschuldigungen stimmen!!! Es lebe unsere Pressefreiheit!Schrecklich was hier getrieben wird. Mein Sohn ging hier immer sehr gerne zur Schule und hat sogar freiwillig noch ein Jahr verlängert und die Möglichkeit der Schulstreckung genutzt. Die Schule tut für ihre Sportler sehr viel,mehr als mancher Trainer mit einer geschenkten Trainerlizenz!
    Die beschuldigten Schüler benötigen genauso unsere Unterstützung und eine 2.Chance, wie die Opfer(ich glaube allerdings nicht so ganz, dass diese komplett unschuldig sind)
  • von Madstoper27.10.2011 14:19
    Was soll denn dieser DDR-Vergleichs-Blödsinn nur immer? In jeder Diskussion hier kommt irgendwann diese Keule. Wirklich dumm!
    Erinnert irgendwie an: http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law
  • von Sportfreund27.10.2011 13:18
    Ich halte diese Entscheidung für das völlig falsche Signal!! Die Opfer und Täter leben weiterhin zusammen im Internat. Eine "Elite Schule" kann doch nicht dieses Fehlverhalten akzeptieren, egal wie gut die sportliche Veranlagungen der Täter sind. Gerade diese Schule muss auch, neben sportlichen und schulischen, hohe moralische Werte vermitteln. Es kann also nur ein sichtbares Zeichen nach innen und außen geben. Der Verweis von der Schule!!
  • von keiner weiß es genau27.10.2011 12:44
    @Objektiv @Herbst @Sportler.
    Es ist schön, dass es auch ein paar erwachsene und vernünftige Kommentare zu diesem Thema gibt. Ich kann mich Ihnen nur anschließen!!! Alles andere hier klingt nach Kindergarten kleinste Gruppe!
  • von Sportler27.10.2011 08:51
    Endlich ein vernünftiger Kommentar!
    Danke Herr Herbst.
  • von Sportler27.10.2011 08:17
    Die Vorfälle sind am Internat geschehen, nicht in der Schule!
    Ist denn der Vorfall schon gänzlich aufgeklärt? Sind die Ermittlungen abgeschlossen? Wissen Sie denn was genau passiert ist?
  • von Herr Herbst27.10.2011 08:11
    Als Außenstehender empfinde ich die ganze Angelegenheit im Umgang mit dem Sportinternat im Allgemeinen und mit den Betroffenen im Speziellen als äußerst unbefriedigend. Ich werde den Eindruck nicht los, dass dieser ganze Hype von der Presse und Fernsehen kräftig befeuert wird.
    Für die lokalen Größen ein gute Gelegenheit ihr konsequentes Durchgreifen zu demonstrieren und sich am Thema "Sexuellen Missbrauch" zu profilieren. Und das auf Kosten von Täter und Opfern! Bitte - wir reden hier von Minderjährigen! Ich vertraue einer Jugendrichterin voll und ganz, die dem Tätern zu Last gelegten Taten richtig zu bewerten und zu ahnden. Aber auch bzw. gerade gilt hier im Jugendstrafrecht gilt die Unschuldsvermutung!
    Die Öffentlichkeit ist in Jugendstrafverfahren zum Schutz der Täter und Opfer zu Recht ausgeschlossen. Hier könnte sich die Presse auch mal zurücknehmen. Und wer weiss, vielleicht erhebt der Staatsanwalt auch gar keine Anklage? Weil vielleicht das Element des Sexuellen fehlt oder wegen Geringfügigkeit, wer weiss? Oh, wie Schade für die geifernde Presse...ich sehe schon die Forderung nach härteren Strafen für Sexualtäter.
    In dieser Situation wäre ein Schulverweis nichts anderes als eine Vorverurteilung!

    Und bitte, 20 Jahre nach der Wende, hören sie mit diesen dämlichen DDR-Vergleichen auf!


  • von Objektiv27.10.2011 08:08
    Ich schlage vor, auf dem Teppich zu bleiben, unter den sicherlich einige Dinge in der Vergangenheit gekehrt wurden.

    Zum ersten laufen ja noch die strafrechtlichen Untersuchungen, das Ende gilt abzuwarten. Darüber hinaus sind die Täter und die Opfer bekannt, also kann hier gezielt gearbeitet werden, sowohl Erziehungs- als auch Opferschutzmaßnahmen. Die Lehrerkonferenz hat entschieden, also ein Gremium mit über 80 Leuten an der Sportschule, wenn dann die Entscheidung für diese Schüler fällt, hat das sicher Gründe. Die Entlassung aus der Schule kann das Schulamt nur entscheiden, wenn der Antrag der Lehrerkonferenz vorliegt. (Nachlesen, § 64 Abs. 4 Nr. 5 Schulgesetz). Schulrecht ist kein Strafrecht. Erheben wir uns über den Rechtsstaat? Was wollen Sie, Sicherheitsverwahrung für noch nicht einmal hinreichend aufgeklärte Taten? Das sind doch keine Verbrecher sondern selbst noch unfertige Jugendliche. Die Strafe kommt noch, aber wir sollten schon das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

    Die Tat der beiden wird aufgeklärt und nicht unter den Teppich gekehrt. Das Umfeld ist sensibilisiert, so dass die Opfer den Schutz bekommen, den sie brauchen.

    Am wichtigsten ist jedoch, dass die Dinge, die dorthin geführt haben aufgearbeitet werden, und da liegt wohl Einiges im Argen.
    Ich finde es beruhigend, dass der Lehrkörper an der Schule, anders als einige Aktionisten und Schnellschießer, Objektivität noch buchstabieren kann. Das hat aber auch gar nichts mit Freifahrtschein zu tun. Der kommt dort zum Tragen, wo trotz Wissen um Fehlverhalten keine adäquate Reaktion erfolgt. Und das führt dann dazu, dass aus Opfern auch Täter werden.
  • von ToSch3727.10.2011 07:32
    dumme Entscheidung: also ich vermute mal, die Täter sind sehr talentierte Sportler und die Schule UND der Verein möchten diese trotz ihrer Verfehlungen nicht abgeben.

    Ich kann nur allen Eltern empfehlen, ihre Kinder abzumelden. Keine Angst, wenn Ihre Kinder wirklich talentiert sind und nicht nur zur Aufbesserung der Internatskasse dienen , dann finden sich auch andere Institutionen. Außerdem wäre mir der Schutz vor körperlicher und seelischer Unversehrtheit meines Kindes wichtiger, als die psydo Versprechungen der Sportschule zur Karriere meines Kindes.

    Nur wenn erhebliche Abmeldungen drohen, würde hier richtig reagiert werden. So lebt dass DDR System weiter.

  • von Täterverständnis vor Opferschutz27.10.2011 06:45
    Die klassischen Ergebnis weichgespülter GEW-Pädagogik.
  • von Kopfschütteln !27.10.2011 04:04
    Schön für die Schüler.

    Aber das zeigt auch das dass system geschlossen bleibt und diese schüler jetzt warscheinlich selbst zu opfern werden.

    pädagogische kompetenz fehlanzeige !

    und das der schulleiter mit den cheff der bildung auf du ist und er machen kann was er möchte an seiner schule beweißt dies !

    Elite Schule des Unterganges wir kommen.
  • von Wossi27.10.2011 01:00
    Die kleine DDR lebt weiter. Die Opfer werden zu Tätern. Die Täter zu Opfern.
    Nur ein neues Konzept und neue Köpfe im Internat und in der Sportschule können den alten Mief vertreiben. Die Elite Schule ist tot.
  • von wer lesen kann ist klar im Vorteil :-)27.10.2011 00:58
    Das ist der Freifahrtschein, den Herr Fischer in seinem Artikel meinte. Schlimm, wirklich schlimm! Mir tun die Schüler leid, die unter diesen Leuten zu leiden hatten.

Aktuellste Kommentare

  • von UlaUla28.10.2011 20:36
    UlaUla Wie sich die Bilder gleichen! Ich bin seit über dreißig Jahren Internatsberater einer gemeinnützigen Bildungsberatungsstelle und versuche...
  • von Mutter einer ehemaligen Sportschülerin27.10.2011 21:53
    DANKE, ehemalsmama!!!! Es ist genauso und das ist die WAHRHEIT! Ich hätte es nicht besser schreiben können. Es muss an die Öffentlichkeit, wie...
  • von ehemalsmama27.10.2011 20:17
    Ich wuerde gerne mal zum Kernpunkt zurueckkommen: sexueller Missbrauch mit einem Besenstil: bedeutet eine wirkliche Verletzung sowohl koerperlich als...

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