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  • 21.10.2011
  • von Guido Berg

Unterschriften für das Freizeitbad

von Guido Berg

CDU-nahe Bürgerinitiative für eine bessere Infrastruktur im Bornstedter Feld

Bornstedter Feld - Im Entwicklungsgebiet Bornstedter Feld ruft das „Bürgerforum Potsdam Nord“ zu einer Unterschriftensammlung zugunsten des in der Diskussion stehenden Freizeitbades neben der Biosphäre auf. Dem Initiator Matthias Finken geht es neben dem Bad auch ganz allgemein um eine Verbesserung der Infrastruktur in dem Wohngebiet. Dieses werde bisher „stiefmütterlich behandelt“, erklärte Finken den PNN. Die Einkaufsmöglichkeiten reichten nicht, die Grundschule sei überfüllt und Sportplatz-Kapazitäten nicht ausreichend. „Bei Rewe muss man schon für einen Einkaufswagen anstehen“, beklagt Finken. Unterschriftenlisten sollen an den beiden kommenden Sonnabenden vor der Rewe-Kaufhalle an einem Infostand ausliegen.

Der Initiator gehört dem Vorstand der Potsdamer CDU an, sagt aber, der in Briefkästen hinterlegte Unterschriftenaufruf „ist meine Aktion – in Zusammenarbeit mit der CDU“. Erst jüngst hatte die CDU eine Initiative gegen „Probleme des Potsdamer Nordens“ gestartet und in einer Veranstaltung in der Biosphäre Infrastrukturdefizite thematisiert. Vertreter der Stadt erklärten, es handele sich um ein Mischgebiet, kleine Gewerbebetriebe und Läden könnten sich ansiedeln, das müsse aber der Markt und die Nachfrage regeln.

Finken mahnt nun konkrete und transparente Pläne für das einst militärisch genutzte Gelände an, in dem heute 5500 Potsdamer leben. „Noch kann man eine geschickte Stadtentwicklung machen“, so Finken. Nach bisherigen Vorstellungen sollen es 2018 etwa 11 000 Einwohner sein. Spätestens seit 2004, so der Pensionär, seien die Einfamilienhäuser wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sogar Investoren im Mehrgeschosswohnungsbau, auf die lange gewartet werden mussten, sehen im Potsdamer Norden nun ihre Vermarktungschance, wie mehrere Vorhaben belegen – etwa die „Sonnenhöfe“ der Baugesellschaft Oder-Spree (BOS) an der Hannes-Meyer-Straße oder ein Vorhaben der Hanseatischen Immobilien Treuhand (HIT) in der Erwin-Barth-Straße.

Bislang jedoch drohe das Bornstedter Feld zu einer reinen Schlafstadt zu werden, kritisiert Finken. Natürlich biete das Wohngebiet wegen der Nähe zum Volkspark und zur Lennéschen Feldflur „eine wunderschöne Wohnsituation“. Dennoch wollten die Einwohner nun wissen: „Was ist eigentlich vorgesehen? Wie ist der Planungsstand?“ Guido Berg

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