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Vor dem Abriss?: Kein Denkmalschutz für „Minsk“ und Schwimmbad

von Peer Straube

Kommt jetzt die Abrissbirne? DDR-Schwimmhalle und „Minsk“ sind nicht denkmalwürdig, sagt das Landesamt für Denkmalpflege. Auch deshalb, weil die Stadtwerke im Zuge ihrer Munitionssuche die dazugehörigen Treppen und Springbrunnen auf dem Brauhausberg abreißen ließ. Foto: Archiv

Das Landesdenkmalamt lehnt den Eintrag der beiden DDR-Gebäude in die Landesdenkmalliste ab. Die Bürgerinitiative „Pro Brauhausberg“ kritisiert dies als „politische Entscheidung“.

Teltower Vorstadt - Das Landesdenkmalamt hat den Daumen gesenkt: Die Schwimmhalle und das frühere Terrassenrestaurant „Minsk“ auf dem Brauhausberg werden nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das hat die Behörde am Montag der Bürgerinitiative „Pro Brauhausberg“ mitgeteilt. Sie hatte Ende Juli den Antrag eingereicht, die beiden DDR-Gebäude als Denkmale einzutragen.

Die „durch langen Leerstand und Vandalismus stark beschädigte“ Gaststätte „Minsk“ erfülle nicht die Kriterien des Denkmalschutzgesetzes, heißt es in der Begründung von Denkmalpfleger Ralph Paschke. Die gesamte Inneneinrichtung sei mittlerweile derart zerstört, dass bei einer Instandsetzung „nicht viel mehr als das konstruktive Gerüst wiederzuverwenden wäre“. Hinzu komme, das auch der Denkmalpflegeplan der Stadt das Objekt als „nicht denkmalwert“ einstufe.

Die Schwimmhalle stellte das Landesamt vor allem deshalb nicht unter Denkmalschutz, weil der Prototyp dieses DDR-Hallenbaus in Dresden bereits unter Denkmalschutz steht, die Potsdamer Halle demnach „ein Wiederholungsbau“ sei. Dieser Umstand sei bereits 2004 „besonders ins Gewicht gefallen“, als das Landesamt zum ersten Mal den Denkmalwert der Schwimmhalle prüfte – und ebenfalls zu einem negativen Ergebnis kam. Damals, formulierte Paschke einen Seitenhieb auf die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt, habe es das Rathaus noch selbst in der Hand gehabt, die Halle auf die Denkmalliste zu setzen. Erst seit 2004 liegt die Hoheit bei Denkmalsfragen ausschließlich beim Landesamt. Schließlich, resümierte Paschke, sei im Gegensatz zu Dresden, wo die Schwimmhalle in einem „intakten städtebaulichen Umfeld“ stehe, am Brauhausberg das Umfeld „durch die den beiden Bauten entsprechende Freiflächengestaltung“ – gemeint sind die alten DDR-Treppenanlagen und Springbrunnen – durch die Munitionssuche „unwiederbringlich zerstört“. „Pro Brauhausberg“-Sprecher Thomas Hintze quittierte das Votum des Landesamtes gestern mit Kritik. Die Entscheidung sei „politisch“ motiviert, sagte er den PNN. Bekanntlich soll der Brauhausberg zum dicht bebauten Wohnquartier entwickelt werden, „Minsk“ und Schwimmhalle sollen dafür abgerissen werden. Dem Landesamt warf er Oberflächlichkeit vor. Erst Ende Juli sei der Antrag beim Amt gestellt worden, ziehe man noch die Urlaubszeit des Bearbeiters und eine anschließende Krankheit ab, bleibe für die Prüfung kaum mehr als eine Woche. „Das ist schon eine Wahnsinnsleistung“, sagte Hintze sarkastisch. Er würde sich freuen, wenn alle Anträge im Denkmalamt so schnell bearbeitet würden.

Die Hoffnung, beiden Gebäuden die Abrissbirne zu ersparen, will Hintze dennoch nicht aufgeben. Er stützt sich dabei ebenfalls auf die Begründung des Landesdenkmalamtes. Der Umgang mit dem baulichen Erbe am Fuße des Brauhausbergs sei eine „Frage der Baukultur insgesamt“, schreibt Paschke und gibt auch der Stadt eine Mahnung mit: „Selbstverständlich können und sollten Gebäude auch ohne Eintragung in die Landesdenkmalliste erhalten werden.“ Dabei sei die Politik ebenso gefragt wie das Engagement interessierter Bürger. Besiegelt ist das Schicksal beider Gebäude tatsächlich noch nicht. Demnächst beraten die Stadtverordneten über mehrere Anträge, die zum Teil auch eine Einbindung beider Häuser in eine Neubebauung vorsehen. Zudem muss das Kommunalparlament noch darüber entscheiden, ob angesichts hoher Kosten ein neues Bad im Bornstedter Feld gebaut oder doch die Schwimmhalle saniert wird.

55 Kommentare

  • von Sven08.09.2011 23:28
    Heilig-Geist-Kirch-Turm und Potsdam Center sind Beispiele für gelungene Architektur. Nee halt die sind ja grässlich. Fand auch die UNESCO bei Letzterem. Ein neues Bad irgendwo in der Pampa hat auch nichts mit gewachsenen Strukturen zu tun.
  • von * * *08.09.2011 19:38
    Dieses Ost-West-Zeug kann ich nicht mehr hören! Gar nicht mehr! Puh!
    Zu DDR-Zeiten fand ich solche Bauten auch schon hässlich. Falsch verstandene Bauhausnachfolge, billiger Beton und keine Rücksicht auf gewachsene Strukturen. Von den verfallenen Altbauten will ich ja gar nicht reden. Och nö, wirklich! Liebe Zuzügler, lasst uns mit DIESEN Potsdamern nicht allein!
  • von Sven08.09.2011 17:55
    @ diskussionsverfolger
    Dann sind alle Stuttgart21-Gegner und Flugroutengegner aus dem Osten? Gegen das Stadtschloss auch bekannt unter Neue Reichskanzlei war ich auch schon immer.
  • von diskussionsverfolger08.09.2011 16:40
    genau dieses problem sehe ich auch: warum erst jetzt meckern, wo es jahrelang egal war? man könnte ja schon fast von einer art ost-mentalität sprechen --> erst aufstehen, wenn es viele andere auch tun und für den eigenen leib und das eigene leben die gefahr merklich reduziert ist.

    da sind mir diejenigen dann lieber, die - ob man es sinnvoll findet oder nicht - konsequent für eine sache kämpfen und nicht ständig ihre meinung mit dem wind ändern!
  • von Sven07.09.2011 23:48
    @ Krause
    weil man die Hoffnung hatte, daß es eines Tages mit dem Minsk voran gehen würde.
    die neuen Plane scheußlich sind
    leider eine kleine westgesteuerte Gruppe hier in der Stadt ihre Ideen gegen die Mehrheit der Einwohner durch boxt
    man sich von diesen verarscht fühlt
    erst das Minsk nicht ordentlich sichern, die Fontänen abreißen und dann sagen es gibt doch kein „intaktes städtebauliches Umfeld“
    da Fehlen einem doch fast die Wort über soviel Dreistigkeit
  • von Krause07.09.2011 22:03
    All die vergangenen Jahre haben die wenigsten das Minsk vemisst und sich interessiert.Ich verstehe nicht warum Pro Brauhausberg sich jetzt auf einmal so massiv für beide Gebäude einsetzt.Es ist nicht so gut wenn man sich so kämpferisch auf diese beiden Gebäude ohne wenn und aber fixiert.Es mutet ja fast schon nach einer Forderung nach Erhalt an.
    Stadt,Pro Brauhausberg, Mitteschön,Investoren und Architekten sollten gemeinsam an etwas Neuem kostruktiv planen.
    Lieber mehr miteinander als so wie es jetzt aussieht gegeneinander arbeiten.So kommt man auf keinen Fall weiter.
  • von Dresden- Hauptstadt der kleinen DDR 07.09.2011 10:49
    "Wer hat wann und wo mit wem telefoniert? Zeitungsberichten zufolge führen einige Handynetzbetreiber darüber detailliert Buch, speichern ihre Aufzeichnungen monatelang - einem anderslautenden Verfassungsgerichts-Urteil zum Trotz."

    Private und vom Staat geduldete Praxis.

    Wasserwerfer in Stuttgart auf friedliche Demonstranten die Kleine BRD Baden-Württemberg unter der damaligen Landesregierung hat es mir als ehemaligen DDR-Bürger gezeigt die Mächtigen sind überall gleich.
    Gegen laute und meist inhaltslose dafür aber agressive Alphatiere ich will was die meisten auch wollen eine Politik für die Menschen.

    Für eine bunte gelebte tolerante Demokratie .

  • von Gottfried Gründel07.09.2011 10:14
    Bei der Auseinandersetzung geht es , wie hier viele glauben oder glauben machen wollen , nicht um Architektur , sondern ausschließlich um Politik .
    Nachdem die Damen und Herren aus der Westzone mit Unterstützung williger Helfer und Wendehälse aus dem Osten unsere Industrie liquidiert und damit die soziale Basis von 16 Millionen Menschen zerstört und alles noch verbliebene Brauchbare geraubt haben , schleifen sie die letzten noch vorhandenen Bauten , die an die DDR erinnern .
    Angesichts des gegenwärtigen Fiaskos ihres gesellschaftlichen Systems zittern sie vor dieser Erinnerung zurecht !
    Die DDR war ein schlimmer Staat , aber das Schlimmste ist , daß er der trotzdem der weitaus bessere war .
  • von Sven07.09.2011 02:19
    Diesem Kommentar konnte ich im web finden oder er ist richtig: Schade wenn eine Stadt ihr Stadtbild zu einem allerwelts- und vom Kommerz geprägten Stadtbild verschandelt. Heilig-Geist-Kirche und Potsdam Center sind nun wirklich nicht Schönheiten. Geschichte scheint sich zu wiederholen.
  • von realistisch06.09.2011 21:41
    Warum baut die Stadt nicht mal andere Brachen ab? Davon gibt wahrlich viele in Potsdam. Gegenüber vom Bahnhof, die kleine Häuserzeile in Richtung Staatskanzlei verdient nun auch keinen Schönheitspreis. Warum baut man dort nicht erst mal etwas vernüftiges. Und auf der anderen Seite, wo das Kaufland steht ist auch noch so viel Platz. Das Mühlengelände am Wasser ist auch noch nicht das Wahre. Warum in aller Welt fängt man dort nicht an etwas Brauchbares und Attraktives zu bauen? Warum will man andersrum gute, erhaltenswerte Gebäude abreißen? Gebäude, die für alle einen effektiven Nutzen haben? Wie die Schwimmhalle z.B..
  • von magdeburg06.09.2011 21:16
    Das Niveau der Diskussion ist erschreckend.
  • von * * *06.09.2011 20:33
    @ Architekt
    Jedes Wort von Ihrem Kommentar unterschreibe ich!
  • von Geh Schichten06.09.2011 17:46
    "DDR hin und her - die Bürger haben sich mit Grausen von ihr abgewandt und nun muss sie nicht auch noch verherrlicht werden, indem man einige Gebäude stehen lässt."
    Architekt, was gedenken Sie noch alles auszumerzen? Wer soll die Jury besetzen, die die Daumen über 40 Jahre Architektur hebt oder senkt? Doch nicht etwa das Volk? Warum sind die Rester des Stadtschlosses und der Garnisonkirche verschwunden? Sind es möglicherweise verwandte Beweggründe gewesen? Dass sich Geschichte wiederholt ist so neu nicht. Sind solche Parallelen wirklich beabsichtigt?
  • von Rekonstrukteur06.09.2011 17:37
    potsdamliebhaber, Sie schreiben: "bausubstanz von minderer qualität, die sich schon fast selbst abreißt, kann nun nicht für die ewigkeit bewahrt werden."
    Nun, ist es nicht so, dass es in Potsdam sogar möglich ist, bereits nicht mehr existierendes für die Ewigkeit zu bewahren?
  • von NAW06.09.2011 17:33
    @HierGeborener:
    "Im Fall der Schwimmhalle wird auch noch die Aufbauleistung der Potsdamer Bevölkerung mißachtet."
    So zu schreiben ist euphemistisch.
    Wird nicht die Aufbauleistung, soweit sie dem Verfall noch nicht preisgegeben wurde, vernichtet werden?
  • von Architekt06.09.2011 17:12
    Ich will keine Schulnoten verteilen für die einzelnen Kommentare, jedoch der Vorschlag Minsk und Brauhausschwimmhalle zu einem Ensemble zu verbinden, hat was für sich. Den anderen Kommentatoren, die eine Bebauung des Brauhausberges mit Wohnbauten befürworten, ist ebenfalls zuzustimmen - aus meiner Sicht. Mal sehen, was Neues und Schönes daraus wird...Politisches sehe ich überhaupt nicht, was hier anzumerken wäre. Das gehört in die Kommentatoren-Schulklasse von Frau Geipel. DDR hin und her - die Bürger haben sich mit Grausen von ihr abgewandt und nun muss sie nicht auch noch verherrlicht werden, indem man einige Gebäude stehen lässt. Für dieses ehemalige Land interessieren sich doch nur noch Wenige. Diese laufen noch immer an der Schwanenallee entlang und suchen die Grenze. Die Bürger der DDR haben ihnen ihre Grenze gestohlen-meint man. Sie versuchen krampfhaft eine Neue zu errichten, holen Mauerecken hervor, giften in jedem Kommentarbereich usw. Die Anderen verteidigen die alten Bauten der DDR mit Klauen und Zähnen und sehen in jedem Kieselstein die alte - nun von den Menschen bereits entschiedene Frage des kalten Krieges neu auftauchen. Beide Kategorien ärgern sich furchtbar, dass die Menschen andere Sorgen, Freuden, Probleme haben und sich am Geschwafel nicht beteiligen. Spaßig ist nur, dass manch ein zugereister argloser Neupotsdamer von den Mauersuchern der finstersten DDR-Zugehörigkeit verdächtigt wird. Einem Gespräch vor einer der schönen Villen an der Schwanenallee konnte ich entnehmen, dass mein Gesprächspartner dachte, dass dort die ehemaligen DDR-Oberen hausen. Wenn der Brauhausberg gut betuchten Bürgern, die die Stadtkasse mit Steuern füllen, gut genug ist und sich das besser rechnet wie Minsk und Schwimmhalle, wenn dabei ein hochmodernes Bad herauskommt- na dann aus meiner Sicht los. Ich hätte nichts dagegen. Politische Inhalte kann ich dagegen in dieser Problematik nicht erkennen.
  • von potsdamliebhaber06.09.2011 16:33
    @hiergeborener
    dass sich potsdam immer mehr zu einer stadt entwickelt, die hinsichtlich der mieten immer schwerer finanzierbar ist, ist ein kritikpunkt, den ich teilweise nachvollziehen kann. in potsdam etwas bezahlbares zu finden, ist schwer, noch schwerer ist es allerdings, überhaupt etwas zu finden, was in meinen augen deutlich dafür spricht, dass es genug menschen gibt, die es sich leisten können in potsdam zu leben ohne großverdiener zu sein.

    dass immer mehr wohngebiete im stadtgebiet und am rand enstehen kommt auch nicht daher, dass ständig reiche von außen zuziehen, sondern dass sich eine vielzahl von potsdamern durch harte arbeit ein finanzielles polster erschaffen hat, das es ihnen ermöglicht, bessere wohnungen und häuser zu beziehen. vielleicht sollte man es einmal so betrachten, dass die positive entwicklung potsdams in den letzten jahren dazu beigetragen hat, sowohl das stadtbild stets zu verbessern als auch den lebensstandard für viele einwohner zu erhöhen....einen lebens-und wohnstandard, den sie sich eben dann auch leisten können. würde es sich niemand leisten können, würde auch niemand einziehen.

    die studenten haben sich arrangiert, sie wohnen in wohnheimen und wgs. bei studiengebührenfreiheit und einer vielzahl von arbeitsmöglichkeiten ist das studentenleben in potsdam nicht das teuerste. die mehrheit der studenten wohnt jedoch gar nicht in der stadt, sondern in berlin, aber nicht, weil sie sich potsdam nicht leisten können, sondern weil berlin einfach attraktiver ist.

    ich bezweifle allerdings auch, dass rentner, die seit 40 jahren in den platten in-und vor der stadt wohnen überhaupt ein großes intersse daran haben in die stadtmitte zu ziehen. da fallen die paar wohnungen, die in der innenstadt abgerissen wurden auch nicht so sehr ins gewicht erst recht wenn man davon ausgeht, dass diese auch schon lange nicht mehr zu 100% bewohnt waren.

    sie schreiben, dass die gebäude verfallen sind, weil sich niemand gekümmert hat. das ist richtig, aber auch falsch. dass gebäude innerhalb weniger jahrzehnte so verfallen konnten, ist zum einen dem vandalismus geschuldet (dass die stadt das nicht im griff hat und jeder sprayer machen kann, was er will ist eine katastrophe) und zum anderen sicherlich auch einer schlechten bausubstanz. wenn wesentlich ältere bauten im zentrum verfallen gelassen wurden durch das ddr regime, es im bereich um die brandenburger straße teilweise ausgesehen hat wie in einer westirischen elendssiedlung der 40er jahre und dieselbe bausubstanz stark genug war um wieder errichtet werden zu können und das für die jüngeren gebäude der ddr-zeit nicht möglich scheint, wäre es verschwendung mit öffentlichen geldern minderwertige qualität zu retten. dann lieber abreißen und neues bauen.....

    und dass in potsdam architektur nur erhaltenswert ist, wenn sie aus barockzeit stammt, ist auch nicht ganz richtig. bausubstanz von minderer qualität, die sich schon fast selbst abreißt, kann nun nicht für die ewigkeit bewahrt werden. bedanken sie sich bei den ddr-oberen, die aufgrund ihrer eigens herbeigeführten mangelwirtschaft nichts vernünftiges aufs fundament setzen konnten.
    kleines beispiel: die bibliothek (völlig heruntergekommen weil miese, fieseste bauqualität) wird vom gerüst her aufgemotzt. das "interhotel" sieht ganz nett aus, die wohnheime in der breiten straße sind völlig neu bearbeitet worden, die hochhäuser in der zeppelinstraße hat man wenigstens neu angestrichen, schlaatz und stern könnte man als "living gdr museum" anpreisen usw. usf. soweit ich weiß, steht das alles noch und ist mehr oder weniger der umgebung angepasst worden. ihre aussage ist also etwas übertrieben....



  • von Der Berliner06.09.2011 16:14
    Man muss hier heute aufpassen - die Klappsmühle hat wieder Wandertag !!
  • von HierGeborener06.09.2011 15:51
    Beide Bauten sind eben nicht "x-beliebige[n], absolut austauschbare[n] bau[ten] dieser art". Sie sind zwar nicht einzig, aber sehr selten.
    Warum haben sie wohl keine Repräsentationskraft? Weil man sich nicht um sie gekümmert hat (bzw. in grad so ausreichender Weise für die Schwimmhalle)! Warum hat man sich nicht kümmert? Weil man das Areal teuer verkaufen will. Weil in Potsdam Architektur nur erhaltenswert ist, wenn sie aus Barockzeiten stammt.
    Im Fall der Schwimmhalle wird auch noch die Aufbauleistung der Potsdamer Bevölkerung mißachtet. Es waren nicht "irgendwelche Bauarbeiter von irgendeinem Baukombinat". Es waren die potsdamer Bürger!
    Die einfachen Bürger sollen doch aus dem Zentrum "vertrieben" werden, kleine wohnungen wurden & werden vernichtet. Siehe Haus des Reisens, siehe Wohnblock Staudenhof. Einigen ist ja auch die Bebauung des Areals Burgstraße ein Dorn im Auge. Wenn die Bebauung des Ufers der Alten Fahrt in geplanter Weise erfolgt, kann doch in unmittelbarer Nachbarschaft kein Quartier mit DDR-Plattenbauten sein. Geht doch gar nicht!
    Was für Pläne hat denn "Mitteschön" für Staudenhof??? Bürgerhäuser! Bürgerhäuser für wohlhabende Bürger, aber nicht für Rentner, Studenten oder gar Proletarier!
    Ich habe den Eindruck, daß bei gegenwärtigen Bauplanungen (nicht nur Wohnungsbau) das Motto gilt: "Wer es sich nicht leisten kann in Potsdam zu wohnen, soll doch wegziehen. Wir tun alles dafür, daß hier nur Leute wohnen werden, die den ausreichenden finanziellen Rückhalt haben." Potsdam keine Stadt der Arbeiter & Angestellten, sondern der Reichen. Auch die Hochschulen der Stadt werden sich zu Elite-Einrichtungen wandeln müssen, weil kein Student ohne reiche Eltern mehr hier wohnen um zu studieren kann.
  • von potsdamliebhaber06.09.2011 15:50
    @maulwurf: wenn sie sich in wissenschaftlicher arbeit auskennen, wissen sie sicher, dass thesen ohne argumente ohne wert sind.
    ich wäre ihnen daher ausgesprochen dankbar, wenn sie genauer ausführen würden, was ihrer meinung nach die biographie des mannes mit den getroffenen entscheidungen zu tun hat.
    alles andere ist nichtssagend!
  • von Maulwurf06.09.2011 15:43
    Wenn man etwas über die Protagonisten weiß, erleichtert das eventuell, die getroffenen Entscheidungen zu verstehen.
  • von Zukunft06.09.2011 15:35
    Was für eine traurige Realität in 2011. Da wird die Diskussion um den Brauhausberg zu einer Konfrontation von DDR Nostalgikern und angeblichen Kapitalisten verkürzt. Die Arbeit der Bürgerinitiative mag von Nöten sein, wenn es man den Widerstand gegen die Bebauung zum Ausdruck bringen möchte. Der Versuch, den Denkmalschutzstatus feststellen zu lassen ebenso berechtigt wie clever. Wenn man nun scheitert, ist das keineswegs Ausdruck einer vermeintlichen Verschwörung. Wer am Brauhausberg wohnt wird sich sicher im Umfeld wohlfühlen. Mit welchem Recht wird aber gefordert, dass neue Mitbürger an anderen Stellen in der Stadt leben sollen. Finden wir uns damit ab: Potsdam ist so schön, dass es nun mal ein Menge Menschen anzieht und konsequenterweise erfordert dies neuen Wohnraum. Da ist das Gelände am Brauhausberg, das in früheren Jahrzehnten von Brauerei und Schlachthof geprägt war, eine gute Wahl. Schwimmhalle und Minsk sind in einem beklagenswerten Zustand und es ist in der Tat erstaunlich, dass sich die Freunde des Minsk erst jetzt zu Wort melden, wo der Verfall doch nicht über Nacht vonstatten ging. Brauhausberg = Visitenkarte ja! Aber Wohnungsbau-Verbot nach dem Motto "Meine Stadt teile ich mit niemandem" nein! Wenn es finanziell stemmbar wäre, könnte die Sanierung der Schwimmhalle als Einbettung in ein Wohngebiet und der Bau eines Freibades im Bornstedter Feld ein fairer wie interessanter Weg sein.
  • von potsdamliebhaber06.09.2011 15:32
    @maulwurf: das ist ja schön, dass sie copy und paste benutzen können! :-) was möchten sie denn mit diesen angaben bezwecken? wie gedenken sie mit dieser information die diskussion konstruktiv zu beeinflussen?
  • von Maulwurf06.09.2011 15:19
    Jetzt zu ... Ralph Paschke ... . Zuerst möchte ich Ralph Paschke
    vorstellen: Er ist 1952 geboren und studierte nach einer
    Zimmermannslehre in München und in Berlin Kunstgeschichte,
    Philosophie und Italianistik. Promoviert hat er
    über Cosmas Damian Asam, seit 1991 ist er am Brandenburgischen
    Landesamt für Denkmalpflege beschäftigt,
    seit 1992 als Leiter der Inventarisation.
    Aus:
    http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/download/denk/sym3-streitgespraech.pdf
  • von potsdamliebhaber06.09.2011 15:14
    @potsdambewohner: ich glaube eben, dass es nicht darum geht, das land brandenburg mit seinen naturräumlichen gegebenheiten zu repräsentieren. ich habe mich auch nicht für einen abriss ausgesprochen, sondern sogar mögliche alternativen benannt, sondern nur darauf hingewiesen, dass die touristische erwartungshaltung mit sicherheit nicht durch einen x-beliebigen, absolut austauschbaren bau dieser art erfüllt wird.

    ob das nun eine schwimmhalle oder sonstwas ist, kann man dabei übergehen. worum es geht, ist die repräsentationskraft, die histeriker dadurch hervorgehoben sieht und die ist in meinen augen nicht außerordentlich....diese repräsentationskraft sollte in potsdam anderweitig hervorgehoben werden.

    die herrliche landschaft, geprägt von grün und seen wird übrigens herrlich von der stadteinfahrt über werder repräsentiert und über die glienicker brücke auch....da muss man kein ranziges gebäude für restaurieren um sowas zu repräsentieren. da achtet sowieso keiner drauf, wenn er erstmal geblendet ist von soviel real existenter naturrämlicher schönheit.

    wichtig wäre allerdings, dass von diesem flecken potsdam endlich überhaupt mal was ausgeht, dass annähernd optisch ansprechend ist...so wird immer der eindruck bestehen bleiben: guck mal, voll runtergekommen hier. sach ich doch, is eben immer noch nicht besser im osten.


  • von potsdambewohner06.09.2011 14:57
    @potsdamliebhaber

    Was ist gegen die Wiederherstellung der Bebauung in der ursprünglichen, abgebildeten Form zu sagen? Was ist schlecht an dieser von Grün und Wasser geprägten Architektur? Sie spiegelt das Land Brandenburg mit seinem vielen Wasser, den Endmoränenhügeln, seinen Weiten, den Wäldern und historischen Bauwerken wieder. Hier sind einstiege Moderne und Geschichte auf einem Blick vereint.
    Woran erkennt der unwissende Tourist, dass der rechte Bau eine Schwimm- und nicht etwa eine Konzerthalle oder Bibliothek ist?
  • von Juker Jörg06.09.2011 14:48
    Was passiert eigentlich mit dem SED Bauwerk dahinter?
    Ob das "SED Bauwerk" das Schicksal des Minsk und der Schwimmhalle teilen wird, kann der geneigte Leser an Hand dieses Netzverweises selbst beurteilen: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichskriegsschule.
  • von Denkschmal06.09.2011 14:42
    "Das Minsk und die Schwimmhalle sind ein einziger Schandfleck und keinem Denkmalschutz würdig."
    In dieser Stadt sind sogar Bauwerke "denkmalschutzwürdig", die nicht einmal mehr Schandflecken sind.
    Ob etwas ein Schandfleck ist oder nicht, obliegt dem Wirken oder Nichtwirken der Stadtbildpfleger.
    Ruinen schaffen ohne Waffen.
  • von potsdamliebhaber06.09.2011 14:23
    @histeriker:
    sie schreiben: Dieser Platz ist die Visitenkarte der Hauptstadt des Landes, eines Flächenlandes mit ausreichend Platz. Hier kommen viele Gäste der Stadt hin, denn es ist der Bahnhofsvorplatz. Was soll den Touristen als erstes gezeigt werden? Häuserfronten - Fronten - Konfrontation?
    Architektur ist für jedermann sichtbare Besitzergreifung öffentlichen Raumes. Sie offenbart, wer die Fäden in der Hand hält.

    ich sage: es ist immer möglich ein hallenbad aufzumotzen ohne gleich einen riesigen neubau anzustreben (z.B. das marienbad in brandenburg)....ein erweiterungsbau und damit vielleicht auch die einbindung des minsk wäre eine gute idee, sodenn sich beide gebäude überhaupt noch in einem erhaltenswerten zustand befinden und die bausubstanz nicht zu sehr gelitten hat. abreißen und einen netten freizeitpark, mit spiel- und spaßangeboten um eine dezente schwimmhalle zu erreichten, würde auch einen netten eindruck machen, insbesondere für familien mit kindern. (der kletterpark ist ja auch in der nähe.)

    ich frage mich allerdings, ob nun ein großes freizeitbad ein aushängeschild einer stadt sein sollte, die dinger gibts wie sand am meer und sind nichts besonderes mehr!

    häuserfronten hingegen haben nichts mit konfrontation zu tun sondern vermitteln ein bild einer stadt. wie historiker sagte, ist die repräsentationskraft potsdams um 1989/90 eher in einem bemitleidenswerten zustand gewesen, was nützt da ein hübsches minsk, wenn der rest aussieht, als hätten die vandalen dort gehaust.
    wer heute als tourist nach potsdam kommt, erwartet mondäne fassaden, gepflegte häuser und ähnliches, die eine anschauung preußens vermitteln...touristen fahren ja auch gewöhnlich nicht nach dresden um sich die plattenbauten anzuschauen sondern den barocken charakter der stadt kennenzulernen und aufzusaugen!

    außerdem ist eine stadt, die nach außen hin einen gepflegten und individuellen eindruck macht ( wann kümmert sich eigentlich mal jemand um diese widerliche sprayerei?)genau das, was auch leute zum wiederkommen anregt.
    was nützt mir als potsdamer, der maßgeblich vom tourismus profitiert, wenn leute in die stadt kommen und sagen: guck mal, plattenbau, guck mal ostarchitektur (sieht ja immer gleich aus)! is' ja nüscht besonderet, komm mutti, wir fahren wieder.

    meinen sie, der anblick : guck mal, schwimmbad? hat irgendwas, das potsdam besonders auszeichnet?

    das, was potsdam auszeichnet, sind die reste der barocken stadterweiterung, das (juchuu, es wird gebaut) stadtschloss, der bereich um die nikolaikirche, die fantastischen villen und altbauviertel und natürlich die schloss-und parkanlagen - eben die relikte einer stadt mit besonderem historischen wert.

    wenn sie ein schwimmbad als aushängeschild einer stadt bevorzugen, sollten sie das auf eine stadt übertragen, die sonst nichts zu bieten hat!
  • von Juker Jörg06.09.2011 14:18
    Was passiert eigentlich mit dem SED Bauwerk dahinter?
    Ob das "SED Bauwerk" das dem Minsk und der Schwimmhalle teilen wird kann der geneigte Leser an Hand dieses Netzverweises selbst beurteilen: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichskriegsschule.
  • von Potsdamer Norde06.09.2011 14:14
    @ Peter P.

    Das Minsk und die Schwimmhalle sind ein einziger Schandfleck und keinem Denkmalschutz würdig. Dieses Areal gehört abgerissen. Die neue Schwimmhalle am Volkspark, find ich persönlich gut. Dort ist viel Platz, der Standort ist gut angebunden an den öffentl. Nahverkehr.

    Bauten aus der Zeit von 1933-1945 mit den Nazis gleichzusetzen, geht nun ja garnicht. Das Olympiastadion sucht seinesgleichen, historisch behaftet, einmalig. Das die Kasernen Adler zu stehen haben, also wirklich, man kann sich auch haben. Die Bundeswehr hat eine neue Tradition, die auf demokratische Grundregeln fußt. Nicht umsonst heißt es, der Staatsbürger in Uniform!

    Sie sind einer, glaube ich, der die DDR hoch leben lässt. Das war ein Unrechtstaat, genauso wie das dritte Reich.



  • von Manfred06.09.2011 13:57
    @Exilpotsdamer: "...ich bin übrigens ein wöchentlicher Schwimmer, nun rechnen Sie mal nach!

    Wenn ich mit berechne, dass in den Sommermonaten die meisten Schwimmer eh in den zahlreichen See- und Havelgewässern ihrem Sprot nachgehen, dann kommen nur noch die wenigsten in eine Schwimmhalle. Vor allem nicht in ein überdachtes Freizeitbad, wenn draußen die Sonne scheint. Die Rechnung geht in jedem Fall nach hinten los. Daher keine neue Halle bauen, alte Halle bestmöglich um/aufbauen. Minsk nicht erhalten, sondern im Komplex mit integrieren. Vorplatz mit langer schöner Treppe wiederherstellen udn auf der grünen Vorwiese können ein paar Bauten entstehen. Fertig! Was passiert eigentlich mit dem SED Bauwerk dahinter? Der steht sicherlich unter Denkmalschutz, weil er einmalig schön ist udn ins Stadtbild passt ;-)
  • von Freischwimmer06.09.2011 13:42
    @Exilpotsdamer:

    Nun, Sie beschreiben es wirklich gut:
    "Wo sind die Wirlpools, Wasserrutsche, Ruhezohnen und Saunalandschaft, in der alten Schwimmhalle kann ich sie einfach nicht entdecken! Einfach nicht mehr Zeitgemäß- für mich, der in der Halle schwimmen gelernt hat, aber auch lange im "Westen" gelebt hat, und andere "Hallen"-Bäder kennengelernt hat, ist der Standart dieser Halle für Potsdam beschäment!"
    Genau das ist der Unterschied zwischen Amysement und Zweck. Das eine ist Privatvergnügen, das andere Bildungsauftrag. Sport und Spiel sind sehr verwandt, aber nicht gleich. Das eine ist Zeitvertreib, das andere Daseinsvosorge.
  • von Histeriker06.09.2011 12:50
    @Historiker

    "Ok, Minsk war schön, der Rest aber runtergekommen. Was ist wohl besser???"
    Das ist besser: Das was nicht runtergekommen ist, auch noch abreissen.
    Logisch nicht war?

    "Gehen sie mal durch die Stadt und schauen, wie schön Potsdam heute ist und dann schauen sie sich alte Bilder von 1989/90 an."
    Woran denken Sie da so? An die Nebenstrassen der Brandenburger Strasse, der Flaniermeile Potsdams etwa?

    Unter welchen Umständen wurde das nunmehr so verachtenswerte geschaffen? Zu welchem Zweck? In einer Zeit der Reparationszahlungen und CoCom. Das gehört auch zum historischen Kontext. Um die Potsdamer und ihre Gäste mit einer großzügigen und offnen Lebensraumgestaltung über ihr tristes Leben hinwegzutrösten? Ist das der architektonische Kontext? Oder haben es die Praktikanten nicht besser gekonnt? Was belegen historische Dokumente zu den Beweggründen dann dort so zu Bauen?

    Was wird nach der historischen Bereinigung des Baufeldes zum Wohle der Potsdamer entstehen? Eine architektonisch einzigartiges für Potsdam repräsentatives, offenes Bauensemble oder Dresdner Schwimmhallen-wo-auch-immer-in-diesem-Lande-Wiederholungsbau-Architektur, bei deren Anblick man nicht sagen kann, wo man sich befindet?

    Dieser Platz ist die Visitenkarte der Hauptstadt des Landes, eines Flächenlandes mit ausreichend Platz. Hier kommen viele Gäste der Stadt hin, denn es ist der Bahnhofsvorplatz. Was soll den Touristen als erstes gezeigt werden? Häuserfronten - Fronten - Konfrontation?
    Architektur ist für jedermann sichtbare Besitzergreifung öffentlichen Raumes. Sie offenbart, wer die Fäden in der Hand hält.
  • von Peter P.06.09.2011 12:29
    Wahrscheinlich muss man den Diskussionsrahmen breiter fassen. Und - wie es aussieht - sollte sich der 'Wutbürger' gelegentlich auch noch damit befassen, was für die Nachwelt erhalten werden soll und was nicht.

    In Westdeutschland steht heute noch irrsinnig viel martialischer Schrott aus der Kaiserzeit herum und wird aufwendig gepflegt (siehe u.a. links und rechts der Bahnstrecke Hannover - Köln). Dazu passt, dass die in den Osten einrückenden Bundeswehr-Kommandeure offenbar alles, was sie noch an Adlern, Löwen, anderen Raubkatzen etc. als kriegerische Symbolik in gegossener Form irgendwo finden konnten, wieder in den Kasernen aufgestellt haben (s. u.a. in Potsdam-Eiche). Brauchen wir diese Relikte preußisch-deutschen Militarismus noch ? Soll für den Erhalt Geld ausgegeben werden ?

    Das brisanteste Feld der Auseinandersetzung stellen sicherlich die Bauten aus der Zeit des Hitler-Faschismus dar. Ich denke an das Olympiastadion in Berlin, das zweigeteilte olympische Dorf von 1936. In diesem Kontext bin ich für den Abriss oder eine sinnvolle Umnutzung unter Tilgung sämtlicher Nazi-Symbolik, auch in den Bauformen, nicht nur beim Bautenschmuck. (Beim Berliner Olympiastadion hätte ich bei der Umgestaltung ab 2000 die überdimensionierten Säulen am Marathontor verschwinden lassen.)

    Die DDR-Zeit damit in einen Topf zu werfen, empfinde ich als unerträglich und als indiskutabel. Aus dieser Zeit gibt es nur Zweckbauten. Hier ist doch dann sofort die Frage, können sie ihrem Zweck heute noch dienen ? Oder können Sie sinnvoll umgenutzt werden ? Beide Fragen hätte ich in folgenden Fällen klar mit Ja beantwortet: Stadtbibliothek, Fachhochschule am Alten Markt, Schwimmhalle am Brauhausberg. Zum Minsk kann ich nichts sagen; ich kenne es nicht von innen.

    Wir wissen aber alle, dass hier und heute solcherart Betrachtungsweisen lediglich etwas für sonntags sind. In der Woche zählt nur noch das Geld. Man kann nicht genug kritisieren, dass in diesem System Geld ganz offensichtlich wichtiger ist als Menschen, ihre Wünsche, ihr Schicksal.
  • von Frank06.09.2011 12:05
    Schwimmhalle sanieren!!!!!! Ob mit oder ohne Denkmalschutz.

    Wo sollen sonst die ganzen Kinder/ Schüler schwimmen? Der Buga Park wäre für uns ein schlechter Standort, er wäre zu weit von uns. Wir müssten quer durch die Stadt, da wir aus Michendorf und Wilhelmshorst kommen. Die lange Fahrt wäre für Potsdam, quer durch die Stadt auch nicht positiv -zuviel Verkehr, es ist jetzt schon häufig auf den Straßen in der Mitte alles dicht.

    Und die Schüler haben auch nicht unbegrenzt Zeit ihre Schulzeit zum fahren zu opfern.
  • von Architekt06.09.2011 11:38
    Denken Sie bitte auch daran, dass der Betreiber des Minsk sein Geschäft mangels Umsatz schließen musste. Die heutigen Verteidiger seines Erhalts waren vermutlich mit anderen Dingen beschäftigt, als zu dessen Geschäftserhalts beizutragen...Ich glaube, dass eine Weiterführung als Restaurant nicht möglich ist. Eine andere Nutzung erschließt sich mir nicht oder sollte es gar Denkmal werden? Oder wie stellen sich die Kommentatoren der Befürwortung des Erhalts die künftige Nutzung auf der Basis eines realistischen Nutzungskonzeptes vor? Das ist eine ernstgemeinte Anfrage und sollte ein "blödeln" ausschließen. Ich bin gespannt!
  • von Exilpotsdamer06.09.2011 11:34
    Liebe Internetgemeinde,
    Nun ist eine erste Entscheidung bzgl. der beiden Bauten am Brauhausberg gefallen. Diese ist meiner Meinung nach auch richtig!
    Kein Mensch kräte in den vergangenen 18 Jahren nach der lehrstehenden Minsk-Ruine.
    Wo sind die Wirlpools, Wasserrutsche, Ruhezohnen und Saunalandschaft, in der alten Schwimmhalle kann ich sie einfach nicht entdecken! Einfach nicht mehr Zeitgemäß- für mich, der in der Halle schwimmen gelernt hat, aber auch lange im "Westen" gelebt hat, und andere "Hallen"-Bäder kennengelernt hat, ist der Standart dieser Halle für Potsdam beschäment! An die Adresse der BI Brauhausberg, Ihre Arbeit ist richtig und wichtig, aber immer im Lot bleiben, Irgendwelche Lobbistenzahlen nachplappern, wonach sich ein neues Bad in P. niemals rechnet, weil ja immerhin 440 Tsd. Jahresbesucher von Nöten sind, dann dürfte es ja in BRB. kein einziges weiteres Bad geben, und ich dachte Potsdam mit seinen 156 Tsd. Einwohnern ist die größte Stadt im Lande...ich bin übrigens ein wöchentlicher Schwimmer, nun rechnen Sie mal nach!
    ps. Eine bezahlbare Wohnung wird auch gesucht, Wiesen gibts ja im Moment noch genug, in der Innenstadt !
  • von Bürger06.09.2011 11:09
    Erschreckend mit welcher Arroganz mal wieder Potsdamer Geschichte platt gemacht werden soll. Auch die DDR-Zeit gehört zur Potsdamer Geschichte!
    Ich finde die Bonzen heute sind kein Stück besser als die DDR-Bonzen.
  • von Historiker06.09.2011 11:00
    Ha - und wieder beide Extreme gegeneinander. DDR-Verklärer (die wahrscheinlich vom Westen keine Ahnung haben) gegen absolute DDR-Hasser (vermutlich aus dem Westen, die von der DDR nur die Schikanen an der Grenze kennen). Amüsant. Keine Chance auf objektive, sachliche Diskussion.
    Naja. Ich find´s schade, dass das Ensemble nicht unter Schutz gestellt wird - es ist (gebauter) Teil einer Epoche, deren Zeugen nicht alle getilgt werden können und dürfen (egal ob schön oder hässlich, das gilt im Übrigen auch für die westdeutsche Nachkriegsarchitektur, die z.Zt. ebenfalls zur Disposition steht).
    Aber Aussagen wie von "AuchPotsdamer" spielen den Gegnern von allem was mit DDR zu tun hat natürlich in die Hände... Also ob zu DDR-Zeiten mehr für Potsdam getan worden wäre als heute. Gut, es wurde einiges wieder aufgebaut nach dem Krieg. Aber was ist mit der überwiegend maroden Altbausubstanz, Kohleheizung, zugige Fenster, Klo auf der halben Treppe? Schon vergessen? Aber klar. Ist ja heute noch so. Investoren aus dem Westen (Fremde und Zuzügler wie "AuchPotsdamer" sagt, haben ja gar nichts investiert und bloß das schöne Minsk verfallen lassen. Tsss. Völlig realitätsfremd... Gehen sie mal durch die Stadt und schauen, wie schön Potsdam heute ist und dann schauen sie sich alte Bilder von 1989/90 an. Ok, Minsk war schön, der Rest aber runtergekommen. Was ist wohl besser???
  • von Madstoper06.09.2011 09:55
    Das is ja alles nicht zu fassen. Diese Stadt wird immer verrückter. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende?
  • von Kein Abriss - SPRENGEN06.09.2011 09:52
    Auch ich bin dagegen Minsk und Schwimmhalle abzureißen. Das dauert einfach zu lange! Effektiver wären doch einfach ein paar Stangen Dynamit. Nur weil sich vor 1990 ein paar städtebauliche Vollidioten in dieser Stadt austoben durften, heißt das noch lange nicht, dass diese in Beton gegossenen Praktikantenwerkefür die Nachwelt erhalten bleiben müssen. Wenn die Sachsen eine Ecke haben, die hässlich genug für eine solche Schwimmhalle ist, ist das deren Problem. Schlimm genug, dass gegenüber das Hotel Merkur noch steht - auch so ein Bauwerk, das man zur Disposition stellen sollte.
  • von Wiederholungsbau06.09.2011 09:33
    ?!? Die Schwimmhalle ist nicht Schutzwürdig weil es in Dresden eine ähnliche gibt? Was ist denn das für ein beknackte Argumentation?

    Dann können wir ja die Erlöserkirche auch abreißen was? Schliesslich gibt es neogotische Kirchen aus Backstein an jeder Ecke, und diese war wirklich nicht die erste Ihrer Art.
    Sanssouci ist eigentlich auch nur ein Wiederholungsbau von Versailles wenn auch etwas kleiner und das Holländerviertel na das war ja nachgerade als Kopie geplant, also weg damit ...oder?
    Ach nein! Für unwerte DDR-Architektur gelten doch vollkommen andere Maßstäbe als für wertvolle Vorkriegsbauten! Ist ja klar.
  • von AuchPotsdamer06.09.2011 09:12
    Den Kulturbarbaren muss in den Arm gefallen werden.

    Es wäre auch Aufgabe der Medien, diesen gesteuerten Massenexodus von bezahlbaren, einstmals allen zugänglichen, oft kostenlosen, mit viel Liebe und Fleiß, mit seinerzeit modernsten Technologien und in moderner Architektur errichteten Kultur- und Bildungseinrichtungen, Bibliotheken, Sport- und Schwimmhallen, Kulturhäusern, Jugendklubs, Sportplätzen und Stadien usw. allein in Potsdam anzuprangern. Leider sind diese alle fremd- und profitgesteuert.

    Wo in Potsdam DDR- Architektur nicht abgerissen wird, beginnend beim Theaterrohbau 1990, beim E.- Thälmann- Stadion usw.) wird auf schleichenden Verfall gesetzt (Minsk, Pädagigische Hochschule, Staudenhof usw.) oder gar auf Vereinnahmung (Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek, einstmals modernste! Bibliothek Deutschlands) - Banausen und Hochstapler. Potsdam wurde und wird durch Fremde und Zuzügler ausgeplündert.

    Es darf deshalb kein Eindruck erhalten werden, dass trotz alleiniger Reparationen durch den Osten und schwierigster Bedingungen beim Aufbau nach dem Krieg bis zur Wende wesentlich mehr für alle Potsdamer getan wurde als heute. Pfui!
  • von Peter06.09.2011 08:52
    Ich denke, daß man diese Leute, die so "larifari" über einen Denkmalantrag mal so auf die Schnelle entscheiden, mal auf ihre Beziehungen zu anderen überprüfen sollte, die ein Interesse daran haben könnten, schnell reinen Tisch zu machen. Es wäre auch schön, wenn solche "Entscheider" immer so schnell arbeiten würden.
    Peter
  • von Der Potsdamer06.09.2011 08:36
    Droht hier das gleiche Spiel wie beim Stadtschloss: erst abreißen, dann Wiederaufbau. Wer weiß heute, wie die nächsten Generationen denken? Wird es den Kapitalismus noch geben? Also nachdenken, bevor wieder ein Stück (politische) Geschichte ausradiert werden. Aber Deutschland tut sich eh etwas schwer mit dem Lernen aus der Vergangenheit.
  • von Manfred06.09.2011 08:36
    Meine Meinung: Da wurde doch wieder geschmiert, nicht wahr Herr Paschke. Schnelles Urteil herbeiführen, vom möglichlichen Bauträger kleinen Überschuss erhalten und nach Umsetzung sich nach Dresden versetzen lassen, wo Sie dann in Ihrer schönen neuen Eigentumswohnung der Groth-Gruppe wohnen. Anders hat es Herr Klipp ja auch nicht gemacht.
  • von Kommentator06.09.2011 08:23
    @ Abrißbirne: Reiß zuerst deine Birne ab
    @ Paul, gvuive und Potsdamer: 100 Punkte

    @ Denkmalamt: Stammt die Begrünbdung etwa aus der "Klipp"Schule?
    Die Begründung widerspricht sich leider selbst. Denkmalschutz soll auch ein nicht intaktes städtebauliches Umfeld wieder herstellen können(sonst würde kein Sanierungsgebiete Sinn machen). Im Übrigen war das Umfeld bis vor wenigen Jahren intakt!
  • von @Abrissbirne06.09.2011 07:45
    100% Zustimmung.
  • von kritizismus06.09.2011 05:35
    Da ist den Denkmalschützern in Bezug auf die Dresden-Argumentation vollständig entgangen, dass ein Bauwerk nicht für sich allein sondern immer in Bezug auf das Gesamtensemble in seiner geschichtlichen Umgebung eines oder eben keines Schutzes bedarf. Ich will da nicht vorweggreifen. Denkt aber mal nach über euren Schwachfug, oder besser, wie ihr diesen dem Volk verkauft, Karg und Co.
  • von gvuive 06.09.2011 00:36
    Die Begründung, dass ja schon eine Halle in Dresden geschützt ist, ist ja echt die Höhe. In Potsdam gibt es ganze Straßen, in denen Haus an Haus die Einzeldenkmäler stehen. Die könnten ja dann auch abgerissen werde, weil 1-2 Musterhäuser genug sind. Was für ein Schwachsinn!
  • von Potsdamer06.09.2011 00:28
    Diese Entscheidung ist nicht politisch sondern durch die übliche Wünsdorfer Arroganz und Inkompetenz motiviert. Paschke hasst Potsdam und speziell die Potsdamer Denkmalpflege, wenn es dazu eines weiteren Beweises bedurfte, dann ist es seine aktuelle Entscheidung. Statt verantwortungsvoll zu handeln und dem Klippschen Bauwahnsinn in den Arm zu fallen, verpasst man lieber Denkzettel und kommt sich noch groß dabei vor. Ein armes Land, dass solche Beamten hat.
  • von Paul05.09.2011 23:20
    Was ist das für eine Stadt, die ein altes Schloss, das keiner braucht, neu baut und eine Schwimmhalle, von der die Bevölkerung einen realen Nutzen hat nicht schützt. Egal in welcher Form, ob nun Denkmalschutz oder nicht.

    Die Begründung, dass solch eine Schwimmhalle in Dresden schon geschützt ist, ist ja wohl absurd. Warum werden alte Häuser wohl geschützt? Nicht weil sie einmalig sind, sondern, weil sie erhaltenswert sind und selten. Beides trifft auf die Schwimmhalle zu. Aber leider ist es ja nur für das Volk ....

    Schützt das Volk vor diesen Behörden und Politkern!
  • von Ein Wohner05.09.2011 22:40
    Dummer Kommentar!
  • von Abrissbirne05.09.2011 22:19
    Den Schrott will ja auch kein Schw... sehen. Kann manfür den Abriss die sofortige Vollziehung anordnen.

Aktuellste Kommentare

  • von Sven08.09.2011 23:28
    Heilig-Geist-Kirch-Turm und Potsdam Center sind Beispiele für gelungene Architektur. Nee halt die sind ja grässlich. Fand auch die UNESCO bei Letzterem....
  • von * * *08.09.2011 19:38
    Dieses Ost-West-Zeug kann ich nicht mehr hören! Gar nicht mehr! Puh! Zu DDR-Zeiten fand ich solche Bauten auch schon hässlich. Falsch verstandene Bauhausnachfolge,...
  • von Sven08.09.2011 17:55
    @ diskussionsverfolger Dann sind alle Stuttgart21-Gegner und Flugroutengegner aus dem Osten? Gegen das Stadtschloss auch bekannt unter Neue Reichskanzlei...

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