27.06.2016, 22°C
  • 06.09.2011
  • von Marco Zschieck

Weiterbildung zunehmend wichtiger

von Marco Zschieck

Erst beraten lassen, dann lernen. Wolfgang Raab informierte in den Bahnhofspassagen über Qualifizierungen in der Altenpflege. Insgesamt präsentierten sich 35 Aussteller beim ersten Potsdamer Weiterbildungstag. Foto: Manfred Thomas

Beim Potsdamer Weiterbildungstag stellten sich deutlich mehr Anbieter als im vergangenen Jahr vor. Es gibt vielfältige Fördermöglichkeiten.

Innenstadt - In den Bahnhofspassagen präsentierten sich gestern 35 Aussteller auf dem Weiterbildungstag. Viel mehr als im vergangenen Jahr: Da gab es bereits eine ähnliche Veranstaltung als Teil des bundesweiten Weiterbildungstags – mit gerademal acht Ausstellern. „Das große Angebot ist eine Chance, sich zu informieren. Und die Bildungsträger können sich präsentieren“, sagte Potsdams Bildungsbeigeordnete Iris Jana Magdowski (CDU). Die Stadt Potsdam veranstaltete den Weiterbildungstag zum ersten Mal selbst – zusammen mit Landesagentur für Struktur und Arbeit (Lasa).

Das Thema Weiterbildung werde immer wichtiger, so Magdowski. Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes sei erfreulich. Dennoch müsste die Weiterbildung nicht nur weiter gefördert, sondern auch mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Durch den Geburtenknick nach der Wende kommen weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt. Für Firmen und Arbeitnehmer werde Qualifizierung und Weiterbildung wichtiger, so Magdowski. Über die berufliche Qualifikation hinaus werde Weiterbildung auch für die ältere Generation wichtiger. Das Internet bestimme zunehmend den Alltag. Deshalb sei es wichtig, auch Ältere nicht davon auszuschließen. Eine Möglichkeit dazu seien Computerkurse: „In der Gruppe ist die Hemmschwelle nicht so hoch, sich damit zu beschäftigen“, sagte Magdowski. Im Durchgangsverkehr der Bahnhofspassagen gab es zwar zahlreiches Publikum, allerdings stießen viele auf dem Weg zum Zug eher zufällig auf die Aussteller und hatten wenig Zeit mitgebracht. „Ich wusste das vorher gar nicht“, sagte Janine Schröder. Die 22-Jährige kam am Nachmittag aus Berlin und steckte sich einen Flyer über Fortbildungen in Grafikprogrammen ein. Wenn sie später Zeit habe, wolle sie genauer nachlesen. Vor Ort gab es Angebote aus mehreren Branchen von Luftfahrt über Logistik und Tourismus bis zur Informations- und Kommunikationstechnik. Ein weiterer Schwerpunkt war die finanzielle Förderung von Weiterbildungsangeboten.

Vertreter verschiedener öffentlicher Institutionen erklärten Finanzierungsmöglichkeiten: So berieten der Weiterbildungs-Info-Laden der Landeshauptstadt und die Kammer der Technik zur sogenannten Bildungsprämie. Diese wird von den Potsdamern stark nachgefragt. Im vergangen Jahr wurden 1000 Anträge gestellt. Die Prämie von maximal 500 Euro soll die Hälfte der Weiterbildungskosten decken und kann von Erwerbstätigen einmal im Jahr beantragt werden. Bei der Lasa kann der Brandenburger Bildungsscheck beantragt werden. Auch hier gibt es 500 Euro Förderung zu den Kursgebühren. Teilnehmer müssen dabei höchstens 30 Prozent der Kosten selbst tragen. Darüber hinaus können Arbeitssuchende über die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein beantragen.

Das Lasa-Suchportal für Weiterbildung in Berlin und Brandenburg führt unter www.weiterbildung-brandenburg.de derzeit über 30 000 Bildungsangebote auf. Unter www.arbeitsagentur.de können Interessierte bundesweit recherchieren.

Social Media

Umfrage

Lösung für die defizitäre Tropenhalle gesucht: Soll das Naturkundemuseum in die Biosphäre ziehen? Stimmen Sie ab!