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  • 09.07.2011

Saskia Hüneke: „Zielkonflikte“mit Klipp Bündnisgrüne wollen sich „wieder direkter äußern“

Das Verhältnis der bündnisgrünen Stadtverordneten-Fraktion zum bündnisgrünen Baubeigeordneten Matthias Klipp kühlt offenbar zunehmend ab: Vom Architekturentwurf für den Weisse-Flotte-Neubau am Hotel Mercure, ausgewählt durch eine von Klipp berufene Jury, „überrascht zu werden, war unerfreulich“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Saskia Hüneke den PNN. Und weiter: „Der vorgelegte Architekturentwurf für die Weisse Flotte mag ja schon besser sein, aber er berücksichtigt genauso wenig den städtebaulichen Kontext im Lustgarten und gegenüber vom neuen Landtag wie der bisherige“. Doch genau das sei die von der Stadtverordnetenversammlung gestellte Aufgabe gewesen. Die Fraktion habe nun „festgestellt, dass unsere auch öffentlich gemachte Verabredung vom letzten Herbst, inhaltliche Differenzen zunächst intern zu klären, nicht funktioniert, warum auch immer“. Daher sei der Baubeigeordnete jetzt darüber informiert worden, „dass wir uns wieder direkter äußern werden“, kündigte Hüneke an. „Letztlich wird es für uns einfacher sein, wenn wir ganz schlicht damit leben, dass man in den komplexen Fragen der Stadtentwicklung zu verschiedenen Positionen kommen kann, auch wenn man von gleichen Grundhaltungen ausgeht.“

Als Beispiel für einen „Zielkonflikt“ mit Klipp nannte die bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende die im Zuge des Ausbaus des Radwegenetzes erfolgte Sanierung der Mittelpromenade der Hegelallee im Herbst 2010 durch das Aufbringen einer Asphaltschicht. Beim Ausbau des Radwegenetzes gebe es jedoch das Ziel, Bodenversiegelung zu vermeiden, so Hüneke. Ein weiteres Beispiel sei das Prinzip, die Innenentwicklung der Stadt dem Verbrauch von Landschaft außerhalb vorzuziehen. Dabei müsse dennoch der Maßstab der Umgebung respektiert werden. Die langjährige Stadtverordnete: „Das ist zum Beispiel bei der Leiblstraße/Kurfürstenstraße nicht gut gelaufen, der Maßstab wurde verletzt, das städtebaulich wichtige Haus Dietz ist gefährdet.“ Hinsichtlich der Bebauung des Brauhausberges erklärte Hüneke: „Dazu wollen wir einen Workshop, um den öffentlichen Diskurs aufzunehmen.“

Im Weiteren lobte Saskia Hüneke die bestehende Rathauskooperation in der Stadtverordnetenversammlung. Die habe eigentlich schon 1998 begonnen, wenn auch nicht mit einem detaillierten Vertragswerk wie ab 2008. Hüneke: „Für mich war das Jahr 1998 wie eine zweite Wende.“ 2008 habe die bündnisgrüne Fraktion „viele wichtige Inhalte in die Kooperation eingebracht, die nach und nach wirksam werden“. Die Stadt Potsdam habe sich seither erfolgreich entwickelt, das sei eine Bestätigung für das kooperative Modell. gb

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