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  • 04.10.2007
  • von Henri Kramer

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von Henri Kramer

Am Samstag eröffnet eine Ausstellung im Bahnhof: Die Künstler sind junge Gothic-Fans

Holzbildhauerei und expressionistische Malerei – es soll eine besondere Ausstellung sein, die ab dem Samstag um 12 Uhr in den Bahnhofspassagen zu sehen ist. Die beiden jungen ostdeutschen Künstler Anna Atha Bahß und Remo Sorge zeigen dort in der Galerie „300 Jahre Preußen“ ihre Werke und versprechen „außergewöhnlichen Tiefgang“. Beide gehören der so genannten Gothic-Szene an, tragen meist schwarze Klamotten, hören düstere Musik – und haben offenbar schon jede Menge Kunsterfahrung sammeln können.

Anna Atha Bahß beispielsweise war mit ihren 17 Jahren wahrscheinlich für kurze Zeit eine der jüngsten Galeristinnen Deutschlands: Ihre erste eigene Ausstellung im Kunst- und Kulturzentrum „Altes E-Werk e.V“ in Blankenburg in Sachsen-Anhalt fand in diesem Februar statt – und kurz darauf leitete sie für kurze Zeit sogar das Zentrum neben der eigenen Ausbildung am Gymnasium. 2006 erhielt sie zudem den Förderpreis des Saalekreises und war dabei die jüngste Gewinnerin seit einem Jahrzehnt. „Ihre expressionistischen Gemälde zeichnen sich durch eine finstere Schwere aus, die durch die Auseinandersetzung mit eigenen Geisteszuständen und Traumwelten entstand – und durch die Menge an Literatur, die sie bisher gelesen hat“, sagt Annas Ausstellungspartner Remo Sorge über ihr Werk.

Auch Sorge selber hat eine interessante Geschichte. 1980 in Wernigerode geboren, begann er bereits mit 13 Jahren mit Schnitzarbeiten an Ästen – sein Großvater habe ihn dazu inspiriert. Der Stil wurde ausgefeilter, mit 16 Jahren wurde Sorge an einer Kunstschule für Holzbildhauerei in Bayern angenommen. „Meine Kunst bezieht sich auf tiefsinnig-menschliches, als auch auf dekorative, organische Formen“, sagt er über sich und seine Arbeit heute. Auch persönliche Schicksalsschläge hätten seine Arbeit wie sein Leben beeinflusst. „Im Laufe meines bisherigen Schaffens habe ich dann immer häufiger Lyrik mit geschaffenen Skulpturen verbunden, die Darstellung wurde abstrakter.“ Auch er hat inzwischen ein eigenes Atelier, in dem kleinen Örtchen Rübeland im Harz. Und dort, so sagt er, „ist es nun möglich einem Künstler in tiefschwarzem Kleid zu begegnen.“ Die Schau von Remo Sorge und Anna Atha Bahß ist bis zum 4. November zu sehen. Henri Kramer

Im Internet:

www.remo-sorge.de

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