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  • 30.03.2011

Schule mahnt Landeshilfe bei Inklusion an Down-Syndrom-Tag: Familienfest im Volkspark

Bornstedter Feld/Innenstadt - Mehr Unterstützung durch die brandenburgische Landesregierung bei der sogenannten Inklusion behinderter Kinder in den Schulalltag hat die Schulleiterin der Potsdamer Rosa-Luxemburg-Grundschule gefordert. Wie Sabine Hummel auf PNN-Anfrage erklärte, wälze das Land die durch eine UN-Konvention auferlegte Inklusion – die Einbeziehung behinderter Kinder in den normalen Unterricht – auf die Schulen ab. Selbst um die notwendigen Weiterbildungen für Lehrer müssten sich die Schulen kümmern. „Das Ministerium schläft vor sich hin“, so die Schulleiterin.

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist schon 2006 verabschiedet worden, die Schulen seien jedoch auf die Aufnahme behinderter Kinder nicht vorbereitet worden. Es sei wie bei der Einführung des Kraftstoffs E10: „Die wichtigen Themen werden im Land nicht kommuniziert.“ Seit zwei Jahren besuche ein Mädchen mit dem Down-Syndrom die Luxemburg-Schule. Im kommenden Jahr werde ein weiteres Kind mit Trisomie 21 eingeschult, bei dem das 21. Chromosom in jeder Körperzelle dreimal statt zweimal vorkommt. Sabine Hummel ruft die Eltern auf, dagegen zu kämpfen, dass die Klassen mit 26 Kindern bei nur einer Lehrkraft „vollgestopft“ werden. So sei die begrüßenswerte Inklusion nicht möglich. Notwendig sei die Ausweitung des sogenannten Zweit-Lehrer-Prinzips, um für einen differenzierten Unterricht Klassen teilen zu können. Auch seien mehr Sonderpädagogen nötig – an der Universität Potsdam wurde das Fach Sonderpädagogik jedoch abgeschafft. Die Schulleiterin: „Das passt nicht zusammen.“

Indes organisiert die Familiengruppe „Leben mit Down-Syndrom“ im Nachgang des Welt-Down-Syndrom-Tages für den kommenden Sonntag, den 3. April, ab 13.30 Uhr ein Familienfest im Volkspark im Bornstedter Feld. Am und im Zirkuszelt Montelino gibt es u.a. eine Kinderdisco mit dem brandenburgischen Sozialminister Günter Baaske als DJ.gb

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