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  • 23.11.2010
  • von Von Guido Berg

Von Guido Berg: Fortschritte am Lepsiushaus

von Von Guido Berg

Ein Gedenkhain für Johannes Lepsius: Mitglieder des Vorstandes des Vereins Lepsiushaus – darunter der Enkel von Lepsius, Prof. Manfred Aschke (3.v.r.) – pflanzten gestern Bäume im Umfeld des Lepsiussteins. Foto: Andreas Klaer

Lepsius-Archiv zieht im Dezember von Universität Halle-Wittenberg nach Potsdam

Nauener Vorstadt - Das tausende Bände und Lepsius-Originale umfassende Lepsius-Archiv des Lepsius-Experten Prof. Hermann Goltz wird noch im Dezember dieses Jahres nach Potsdam ins Lepsiushaus umziehen. Zurzeit befindet sich das Archiv noch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Darüber informierte der Geschäftsführer des Vereins Lepsiushaus, Peter Leinemann, gestern am Rande eines Treffens des Vereinsvorstandes. Vorstandsmitglieder bepflanzten das Umfeld eines jüngst am Lepsiushaus in der Großen Weinmeisterstraße installierten 7,5 Tonnen schweren Gedenksteins für Johannes Lepsius 1858-1926).

Der Theologe und Humanist hatte von 1908 bis zu seinem Tod 1926 in dem heute nach ihm benannten Haus am Fuße des Pfingstberges gelebt und gearbeitet. Von Potsdam aus informierte Lepsius mit seiner Dokumentation „Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei“ an der deutschen Zensur vorbei die Welt über den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915/1916. Sein Hauptwerk ist das Armenische Hilfswerk. Das Engagement von Johannes Lepsius fand unter anderem eine Würdigung in Franz Werfels Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“.

An der gestrigen Pflanzaktion nahm auch der Enkel von Johannes Lepsius, Prof. Manfred Aschke, teil. Der Gedenkstein ist ein Findling aus Granit, gefunden im Mannsfelder Land. Bis zur Genehmigung der Aufstellung des Findlings durch die Schlösserstiftung – Eigentümerin des Lepsius-Hauses – stand der Findling auf Hermannswerder. Die Inschrift weist auf das Lepsiushaus als Wirkungsstätte des Theologen Lepsius hin und ist mit „Erleuchte Herr ihre Seelen“ überschrieben.

Der Innenausbau des Lepsiushauses soll Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, informierte Peter Leinemann. Die dafür notwendigen 560 000 Euro teilen sich der Bund, das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam. Gegenwärtig erfolge Wasser- und Abwassererschließung des Hauses.

Leinemann hofft, das Haus könne im Februar 2011 eingeweiht werden. Ziel des Vereins ist es, eine Forschungs- und Begegnungsstätte aufzubauen, die sich gleichsam dem Leben und Wirken von Johannes Lepsius, dem Völkermord an den Armeniern als auch der Annäherung und Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern widmet. In der Vergangenheit war es deshalb mehrfach zu politischen Auseinandersetzungen mit der türkischen Botschaft in Berlin gekommen. Der Lepsius-Experte Prof. Goltz hatte dazu in einem PNN-Interview erklärt: „Wir werden in Richtung Dialog und Versöhnung arbeiten.“ Allerdings dürfe dabei die historische Wahrheit nicht unter den Teppich gekehrt werden.

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