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  • 12.03.2010
  • von Jan Brunzlow

Schulfach Klimaschutz

von Jan Brunzlow

Klimarettung. Bettina Maes, Katherina Reiche und Ottmar Edenhofer diskutierten gestern mit Schülern der Marienschule über Klimawandel und Umweltschutz. Foto: Andreas Statt

Schüler diskutieren mit Ottmar Edenhofer über die Rettung der Erde und die Politik

Das Klima war gut, zumindest bei der Arbeit der Schüler in den vergangenen zwei Wochen. So lange haben sich die Gymnasiasten der Marienschule auf den Klimatag an ihrer Schule vorbereitet, haben die Grundlagen der Klimaforschung durchgearbeitet und gestern nun mit Ottmar Edenhofer über den Zustand der Erde diskutiert. Die Erkenntnis einer Schülerin: „Ich wusste nicht, dass die Erde so im Arsch ist.“ Edenhofer sagte: „Wenn alle Vorstandsmitglieder von Dax-Unternehmen und Bundestagsabgeordnete so ein Wissen wie die Schüler hätten, wären wir schon einen Schritt weiter.“ Er hat die Schüler gestern dazu eingeladen, gemeinsam mit ihm den Weltklimarat zu erleben.

Es ist eher selten, dass Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vor Schülern steht und über Klimawandel sowie die Aufgaben der Politik und Wissenschaft referiert. Aber die beiden Unterrichtsstunden an der katholischen Marienschule haben ihm sichtlich Spaß gemacht. Edenhofer ist einer der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates, dem 2007 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Die Zeit mit den Schülern habe ihn wieder zurück zu den Grundlagen der Forschung geführt. Es sind Grundlagen der Naturwissenschaften, Wissen über Treibhausgase, physikalische und chemische Reaktionen, deren Wirkung, die Entstehung des Klimas und sogar Emissionshandel. Doch am Ende standen die Schüler eher ernüchtert vor der Feststellung, dass all ihr Wissen nicht ausreicht, die Welt zu retten. Wieso es trotz aller bekannten Fakten so schwer ist, ein Abkommen zum weltweiten Klimaschutz auf den Weg zu bringen, musste daher die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Katherina Reiche (CDU), beantworten. Es sei unglaublich kompliziert, die Interessen von 196 Staaten unter einen Hut zu bekommen, sagte sie den Schülern. So einfach kamen Reiche und Edenhofer allerdings nicht davon. Schule wäre nicht Schule, wenn es keine Hausaufgaben gäbe, sagte Schulleiterin Bettina Maes. Und daher haben die Schüler sich selbst, aber auch Reiche und Edenhofer Aufgaben mit auf den Weg gegeben.

Sie selbst wollen künftig den Stromverbrauch senken, öfter das Fahrrad sowie Busse und Bahnen benutzen, Heizung runterdrehen und sich überhaupt mehr mit dem Thema Klimaschutz und Klimawandel beschäftigen. Politikerin Reiche hat von Schüler Luise Kothe mit auf den Weg bekommen, „gemeinsam einen Weg zum Klimaschutz zu finden“ sowie „Kinder und Jugendliche in den Weltklimarat aufzunehmen“. Und Edenhofer? Der soll sich um „neue Energiequellen kümmern“, „Kohlendioxid als Energieträger oder Energiequelle testen“ sowie „für eine stärkere Nutzung klimafreundlicher Energie eintreten“, sagte Carla Echtermeyer stellvertretend für die Schüler. Im nächsten Jahr will Edenhofer wieder an die Schule kommen und seine Hausaufgaben abliefern. Dann wird er auch über die Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung von Energie berichten. Jan Brunzlow

Das Video wurde uns freundlicherweise von PotsdamTV zur Verfügung gestellt.

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