Gesicherte TV-Zukunft & Nicht verblassende Hochschul-Erinnerungen
Glückwunsch Frau TV-Kommissarin, Probezeit bestanden. Die Potsdamer Schauspielerin Isabell Gerschke („Anonyma“) gehört ab sofort zum festen Ermittlerteam der Krimireihe „Polizeiruf 110“. Das erzählte ihr künftiger Kommissar- Partner Jaecki Schwarz am Rande des Neujahrsempfangs der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Erst im November und Dezember wurde der Pilotfilm mit der zierlichen Potsdamerin als Kommissarin Nora Lindner in Halle gedreht. Auf ihre erste Polizistenrolle bereitete sich Gerschke mit einem Schauspiellehrer vor. Die Kommissarin Nora habe sie von Anfang an gereizt: „Gerade, weil diese Frau auch Emotionen zulässt, obwohl man das so wenig darf in diesem Beruf.“ Die Pilot-Folge mit Kommissarin Lindner wird voraussichtlich am Ostermontag in der ARD ausgestrahlt.
Während Gerschkes TV-Zukunft gesichert ist, ging es am Donnerstagabend in der HFF vor allem um Vergangenes. Der Präsident der Einrichtung, Professor Dieter Wiedemann nutzte den HFF-Neujahrsempfang im 55. Jahr des Bestehens vor allem dazu, seine Ehemaligen wiederzusehen. Darunter eben auch HFF-Absolvent Jaecki Schwarz, der in den 60er Jahren die Schule besuchte. Nicht nur er, sondern alle, die die „alte HFF“ noch erlebt hatten, erinnerten sich an die herrschaftlichen Villen in Babelsberg, in denen die einzelnen Fachbereiche verteilt waren. „Beim ersten Besuch war es unglaublich“, erinnerte sich die heutige Produzentin Susann Schimk („Was am Ende zählt“), die 1995 ihr Studium begann. „Ich dachte nur: Na, wenn es gut läuft, kannst du sogar mit dem Boot zur Vorlesung kommen“, sagte die Deutsche Filmpreisträgerin Schimk grinsend – das HFF-Haupthaus befand sich einst in einer Villa am Griebnitzseeufer. Auch andere einstige HFF-Studenten und heute gestandene Filmgrößen fanden sich zu gemeinsamen Erinnerungen. Darunter Regisseur Andreas Kleinert („Haus und Kind“), Lola-Gewinnerin Alexandra Kordes („Vier Minuten“) oder Frank Dellé, Mitglied der äußerst erfolgreichen Musikcombo „Seeed!“. Der Berliner mit ghanaischen Wurzeln kam anfangs mit gemischten Gefühlen nach Babelsberg: „Da gab es gerade unter Westdeutschen Klischeevorstellungen. Außerdem hatte ich Angst mit meiner Hautfarbe im Osten zu leben – die Überfälle in Hoyerswerda und anderswo waren aktuell“, rekapitulierte Dellé seine Befürchtungen. Die Schule habe dann seine Bedenken weggefegt. „Alle Menschen, die ich an der HFF traf, tickten wie ich, da gab es einen gemeinsamen Geist“, ist der Musiker noch heute voll des Lobes. Für Dellé war der Diplom-Abschluss zum Tonmeister besonders wichtig, auch um vor seinen Eltern zu bestehen. „Alle in der Familie sind Akademiker. Die haben meinen Wunsch, Musiker zu werden, zwar toleriert, verlangten aber einen richtigen Abschluss von mir.“ Auch Potsdams Regie-Aushängeschild Andreas Dresen („Sommer vorm Balkon“) profitiert noch heute von seiner Regie- Ausbildung Anfang der 90er Jahre. Sein Team, mit dem er immer wieder zusammenarbeitet, fand er zu Studienzeiten. So drehte der Babelsberger Peter Hartwig schon in der HFF mit Dresen die ersten gemeinsamen Filme. Publikums- und Branchenerfolge wie „Wolke 9“ gehören zum heutigen gemeinsamen Portfolio der beiden HFF-Absolventen.
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