BOLLHAGEN-STUDIE
„Nutznießerin“ des Systems
(05.02.10)
„Das blaue Geschirr Hedwig Bollhagens trägt keine braunen Streifen, aber auch keinen Glasurglanz von Widerständigkeit“ – mit diesen Worten fasste im Juli 2008 Prof. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF), das Ergebnis der rund 100-seitigen Bollhagen-Studie seines Hauses zusammen. Demnach war die 1907 geborene Keramikerin „Nutznießerin“ des NS-Systems; ihre Werkstätten hatte sie im Zuge der „Arisierung“ zu einem Preis von 45 000 Reichsmark von der Jüdin Margarete Heymann-Loebenstein erworben, das Unternehmen sei aber mindestens 112 000 Reichsmark wert gewesen. Bollhagen müsse von „Diskriminierung, Diffamierung und Verfolgung“ Heymann-Loebensteins gewusst haben, so die Studie. SCH