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  • 09.01.2010

Kulturamt stellt „abgespeckte ,Freiland’-Variante“ vor

Ohne „Freiland“-Mehrheit will Stadtverwaltung zumindest neuen Spartacus-Standort „zeitnah“ finden

Mit verschiedenen Varianten will die Stadtverwaltung in den finalen Freiland-Workshop am kommenden Dienstag gehen. Das kündigte die Kulturbeigeordnete Iris Jana Magdowski (CDU) gegenüber den PNN an. Im Workshop, der zum dritten Mal stattfindet, suchen Vertreter von Stadtverwaltung, Jugendkulturszene und Kommunalpolitik nach einer Lösung, das Anfang 2009 vorgestellte Soziokulturprojekt „Freiland“ umzusetzen. Magdowski kündigte zudem an, in einer Arbeitsgruppe die Gespräche mit Jugendlichen über den Workshop hinaus fortsetzen zu wollen.

Sicher scheint, dass es sich bei einer „Freiland“-Lösung an der Friedrich-Engels-Straße um eine „abgespeckte“ Variante handeln wird. „Es gibt finanzielle Mittel für ,Freiland’“, beteuerte Magdowski, allerdings eben nicht so viel, als dass das komplette Konzept umgesetzt werden könne. Die Idee wurde Anfang 2009 von einer Arbeitsgruppe unter Führung des Stadtjugendring-Geschäftsführers Dirk Harder vorgestellt und sah vor, den heimatlos gewordenen Soziokulturverein Spartacus e.V. sowie den Jugendclub S 13 im „Freiland“ anzusiedeln. Dazu sollten Bandproben- und Veranstaltungsräume, Flächen für Graffiti und Platz für Skateanlagen kommen. Magdowski machte deutlich, dass „Graffiti- und Skateanlagen ein wichtiger Bestandteil für die Potsdamer Soziokultur sind“.

Falls sich bei den Workshop-Teilnehmern keine Mehrheit für ein „Freiland“ abzeichnen sollte, wolle der Fachbereich Kultur auf alle Fälle „zeitnah“ einen Standort für „Spartacus“ suchen, erklärte Magdowski. Für den Jugendclub S 13 werde bei Ablehnung des „Freiland“-Konzepts ebenfalls ein endgültiger Standort gesucht, hieß es aus dem Jugendamt.

Auch das Archiv soll am kommenden Dienstag im Workshop noch einmal eine Rolle spielen, kündigte die Kulturbeigeordnete an. Zwar war das alternative Kulturzentrum Ende 2009 mit einer Finanzspritze von 200 000 Euro für notwendige Brandschutzmaßnahmen vor der Schließung bewahrt worden, aber das Haus „könne immer noch nicht das gesamte Raum-Spektrum nutzen“, so Magdowski.

Die für den Workshop federführende Kulturbeigeordnete rechnet beim abschließenden Workshop „mit einem Durchbruch“ – trotz sehr unterschiedlicher Standpunkte vor allem bei den Vertretern der Kommunalpolitik. Diese führten beim letzten Zusammentreffen fast zum Abbruch der Gespräche. Magdowski: „Wir werden wohl keinen einstimmigen Beschluss erleben.“ KG

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