22.07.2018, 26°C
  • 17.12.2009

„Freiland“-Workshop: Schon das Nicht-Scheitern ein Erfolg

Politik, Verwaltung und Jugendkultur verhandeln erneut am 12. Januar / Neue Idee: S13 in Feuerbachstraße

Der Workshop für das geplante „Freiland“-Jugendzentrum muss ohne Ergebnis auf den 12. Januar vertagt werden. An diesem Tag sollen erneut alle Varianten für einen neuen Standort für den Jugendklub S13 und für die Angebote und Partys des Spartacus e.V. besprochen werden. Dabei kommen auch „Insellösungen“ außerhalb von „Freiland“ infrage. Dennoch bleibe Freiland weiter eine „Option“. Auf diese Sprachregelung konnten sich gestern die Teilnehmer des Workshops einigen, die nach mehrstündigen Verhandlungen vor Journalisten traten. „Es ist ein Erfolg, dass der Workshop nicht gescheitert ist“, so Sozialdezernentin Elona Müller. In dem Workshop sitzen Stadtverordnete aller Fraktionen, Angestellte der Verwaltung sowie Vertreter der Jugendkultur.

Nach einem Beschluss der Stadtverordneten wird seit fast zwei Jahren ein Ersatzstandort für den S13 und den Spartacus e.V. gesucht. Das „Freiland“-Projekt auf dem Gelände der Stadtwerke in der Friedrich-Engels-Straße sollte die Lösung sein. Nach ersten Planungen wollten sich die Stadtwerke mit 440 000 Euro beteiligen, die Verwaltung mit eine halben Million.

Doch nun fehlen bei der Stadt dafür vorgesehene 200 000 Euro, weil dieses Geld von den Stadtverordneten zur Sanierung des „Archiv“-Jugendzentrums in der Leipziger Straße umgelenkt wurde. „Wir müssen dieses Geld jetzt irgendwie finden“, sagte Müller. Denkbar sei etwa eine Variante mit weniger Startkapital als bislang vorgesehen – und danach das Abschöpfen von nicht-städtischen Fördertöpfen. Eine Alternative sei aber auch, S13 und Spartacus „woanders“ unterzubringen. Auch dies soll am 12. Januar auf den Tisch – jeweils samt finanzieller Untersetzung. Zudem sollen Vertreter der Stadtwerke beratend anwesend sein.

Um das nächste Treffen des Workshops vorzubereiten, kündigte Müller eine weitere Arbeitsgruppe von Verwaltung und Jugendkultur an. Eine Prognose, ob am 12. Januar noch ein Konsens zu „Freiland“ gefunden wird, mochte Müller nicht abgeben.

Allerdings sollen dem Vernehmen nach die Verhandlungen mehrfach vor dem Scheitern gestanden haben. Müller nannte die Gespräche „kontrovers“. Widerstand gegen „Freiland“ soll besonders von der CDU, der FDP und Teilen der Grünen gekommen sein. Das Jugendamt habe zudem völlig überraschend Räume am Standort der „Comédie Soleil“ in der Feuerbachstraße als Ersatz nur für den S13 ins Spiel gebracht. Mehrere Experten mussten das Treffen eher verlassen, viele Fragen seien offen geblieben. HK

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!