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  • 04.06.2009

Aufsichtsrat stumm

Freiland: Projekt kostet mehr als drei Millionen Euro

Die freie Jugendkulturszene Potsdams ist Wahlkampfthema Nummer eins: Persönliche Angriffe und gegenseitige Vorwürfe bestimmten die Debatte der Stadtverordneten gestern Abend. Konsequenz – letztendlich sind alle für die Umsetzung des Jugendkulturprojektes. Nun sollen die Planungen für die Umsetzung des Projektes auf dem Gelände des Wasserbetriebes in der Friedrich-Engels-Straße fortgeschrieben werden. Dabei weiß derzeit keiner genau, wie der Standort künftig finanziert werden soll. Selbst der Aufsichtsrat der Stadtwerke tut sich offensichtlich schwer mit dem Projekt: Zumindest haben die Mitglieder am vergangenen Freitag keine Freigabe für das Projekt erteilt, dessen Kosten sich auf mehr als drei Millionen Euro belaufen.

Allein das Grundstück soll nach PNN- Informationen einen Wert von mehr als zwei Millionen Euro haben. Das Grundstück wollen die Stadtwerke für das Projekt zur Verfügung stellen. Zudem soll Geld locker gemacht werden, um eine Anschubfinanzierung zu ermöglichen. Und auch die Stadt müsste für den Umbau in der ersten Phase eine halbe Million Euro und in der zweiten Phase weitere 600 000 Euro aufbringen. Die Jugendbeigeordnete Elona Müller erklärte, auch die jährlich zu erwartenden Betriebskosten von 140 000 Euro seien nicht gedeckt. Derzeit arbeitet die Verwaltung aber an einem Jugend-Sozialraumkonzept, in dem auch Freiland dargestellt werde. Das Gelände ist vor allem als Ausgleich für den im April vor einem Jahr geschlossenen Spartacus-Jugendklub in der Schloßstraße gedacht. Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) und Lutz Boede (Die Andere) warfen den Stadtverordneten von SPD, CDU, FDP und Grünen vor, dieses Projekt hinauszögern und beerdigen zu wollen – die protestierten. „Die Finanzierung ist sehr schwierig“, sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Es müsse ein Konzept her, damit die Stadt in drei Jahren nicht erneut ein Projekt habe, an dem die Jugendlichen nicht mehr interessiert seien. Jakobs, einst Potsdamer Jugendamtsleiter, warnte Scharfenberg davor, das Thema zur politischen Profilierung zu missbrauchen. jab

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