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  • 11.05.2009
  • von Von Kay Grimmer

 POTSDAM EXKLUSIV 

von Von Kay Grimmer

Foto: Manfred Thomas

Preisgekrönte Legenden & Absolventen

Wenn einer eine Reise macht, bringt er meist jede Menge Erinnerungstrophäen mit. Allerdings war die Menge der Preise, mit denen die Potsdamer Filmemacher vom gestern zu Ende gegangenen Filmkunstfest Mecklenburg- Vorpommern wieder kamen, dann doch unerwartet hoch. Es war nicht nur Andreas Dresen, der in Schwerin, der Stadt seiner Kindheit, mit dem Filmkunstpreis für sein künstlerisches Schaffen geehrt wurde. Auch das Babelsberger Produzentenpaar Cooky Ziesche und Peter Hartwig hatten allen Grund zur Freude. Ihr Film „Haus und Kind“ mit Stefan Kurt und Marie Bäumer feierte im Schweriner Wettbewerb die Welturaufführung. Das Drehbuch für das leise daherkommende Drama schrieb der legendäre Wolfgang Kohlhaase („Sommer vorm Balkon“), der dafür mit dem erstmals ausgelobten Drehbuchpreis bedacht wurde. Verständlich für Radio Eins-Moderator und Filmexperte Knut „Kino King“ Elstermann, der Kohlhaase als „besten deutschen Dialogschreiber“ bezeichnete. Schließlich errang das Hartwig/Ziesche- Drama, das von Regisseur und HFF-Absolvent Andreas Kleinert in Szene gesetzt wurde, auch den Publikumspreis. Nicht nur Kleinert wegen durfte die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ stolz sein. HFF-„Gewächs“ Volker Schlecht wurde nämlich für seinen tiefschwarzen Animationsfilm „Germania Wurst“ mit dem Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Da war es zu verschmerzen, dass die zweite HFF-Kurzfilmproduktion „I don’t feel like dancing“ von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf leer ausging. Hingegen durfte Elstermann selbst einen Preis entgegennehmen. Für die berührende Dokumentation „Gerdas Schweigen“ erhielten er und seine Produzentin Britta Wauer den Publikumspreis im Dokumentarwettbewerb. Ein echter Fest-Gewinn war schließlich der Lebenswerk-Preisträger Michael Ballhaus. Der weltberühmte Kameramann („Gangs of New York“) war seit Jahren als Preisträger im Gespräch. Erst der „herzliche Brief von Hasso Hartmann“, dem Ex-Defa-Dramaturgen und jetzigen Festivalleiter, ließ die Kamera-Legende Ballhaus das Ticket nach Schwerin lösen. „Ich bereue die Fahrt auf keinen Fall“, sagte Ballhaus. So hat das Filmkunstfest einen Fan mehr: Ballhaus wird 2010 in der Jury des dann 20. Filmkunstfestes mitwirken, versprach er.

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