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  • 28.04.2009
  • von Von Henri Kramer

Von Henri Kramer: Bauantrag für „Freiland“

von Von Henri Kramer

Schneller als geplant soll das Jugendzentrum „Freiland“ Realität werden. Ohne zu wissen was es kostet, soll ein Bauantrag gestellt werden. Foto: Andreas Klaer

Linke-Fraktion stellt Details des geplanten Jugendzentrums vor / Offene Fragen der Kosten und Betreiber

Teltower Vorstadt - Fakten schaffen für „Freiland“: Schon in der kommenden Woche wollen die Stadtwerke einen Bauantrag stellen, um auf ihrem Gelände in der Friedrich-Engels-Straße 22 ein neues Jugendzentrum entstehen zu lassen. Das bestätigte gestern Stadtwerke-Prokurist Wilfried Böhme bei einem Rundgang über das Areal: „Wir sind am Ende der Verhandlungen mit der Genehmigungsbehörde, dann stellen wir den Antrag.“

Den Termin mit ihm und Projektinitiator Dirk Harder hatte die Fraktion Die Linke organisiert – und präsentierte sich dabei als die politische Kraft, um das Jugendareal möglichst schnell und verbindlich in Betrieb zu nehmen. So verwies Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg auf einen aktuellen Antrag seiner Fraktion im Stadtparlament, das Projekt „Freiland“ zu entwickeln: „Der muss nun angenommen werden.“

Doch so klar wie gestern vermittelt sind einige wichtige Details längst noch nicht. So prüft die Potsdamer Verwaltung derzeit die genauen Kosten, die für eine schrittweise Umsetzung des „Freiland“-Konzepts nötig werden. Denn die flachen Häuser auf dem Grundstück des ehemaligen Wasserbetriebes müssen saniert und teilweise umgebaut werden: „Es wird dabei aber keinesfalls um mehrstellige Millionenbeträge gehen“, stellte Wilfried Böhme von den Stadtwerken klar. So werde derzeit geprüft, welche Arbeiten von Fachfirmen übernommen werden müssten – und an welchen Stellen Jugendliche in „Eigenleistung“ etwa Teppiche entsorgen oder Räume neu renovieren könnten.

„Freiland“ wurde als Ersatz für den Jugendklub S 13 und als neuer Ort für Jugendkultur konzipiert – vor allem für die Partys und Konzerte des Spartacus e.V. Gerade das dafür vorgesehene Gebäude hat den größten Umbaubedarf, erläuterte Frank Adomeit, Chef des zuständigen Architekturbüros Gneise 66: „Wir werden das Dach mehrere Meter höher ziehen müssen.“ Zudem würde im Innenraum des 40 Meter langen Baus die meisten Wände verschwinden, damit ein 300 bis 400 Quadratmeter großer Saal entstehen kann. Zudem werde der Zugang zum Gelände neu verlegt: Von der Schlaatzstraße jetzt hin zum Schlaatzweg, um Anwohnerbeschwerden über Lärm möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen, so Architekt Adomeit. So diene auch eine der geplanten Graffitiwände gleichzeitig als Schallschutz.

In weiteren Schritten sollen auf dem Gelände separat zugängliche Bandprobenräume, ein Café, Ateliers, Lagerräume für Kulturprojekte sowie eine Herberge mit 21 Betten für Kulturschaffende entstehen. „Mit dieser geringen Zahl wird es auch keine Konkurrenz zur Jugendherberge geben“, sagte Projektentwickler Dirk Harder. Auch die geplanten Lagerflächen seien wichtig, seit Jahren würden Potsdamer Künstlergruppen nach solchen Möglichkeiten suchen.

Unklar ist aber noch, wer das Gelände später betreiben soll. Als einen Vorschlag hat Initiator Dirk Harder bereits eine gemeinnützige GmbH gegründet. Doch gibt es dazu noch keine Entscheidung. In den vergangenen Wochen hatten allerdings sowohl Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) als auch die Sozialbeigeordnete Elona Müller sich zunehmend positiv zu den Erfolgschancen für „Freiland“ geäußert. Denn zunächst hatte sich die Stadtspitze noch reserviert gezeigt: Für Verstimmung sorgte, dass Scharfenberg Ende Februar das Projekt zuerst öffentlich vorstellte – ohne Jakobs, aber wie gestern zusammen mit Dirk Harder.

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