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  • 21.02.2009
  • von Anja Priewe

Deutschlands erfolgreichste Sportschule Schulleiter Ziemer erklärt das Erfolgsrezept

von Anja Priewe

Pia Adermann hat einen Traum: Im Sommer will sie an den Junioren-Europameisterschaften in Portugal teilnehmen. Dafür trainiert die 14-Jährige täglich mehrere Stunden. Seit drei Jahren besucht die junge Athletin die Friedrich Ludwig Jahn Sportschule. Pias Sportart ist der Moderne Fünfkampf. Um international erfolgreich zu sein, absolviert sie ein straffes Pensum. Ihr Tag beginnt um 8 Uhr mit dem Lauftraining. Daneben stehen Schwimmen, Reiten, Fechten und Schießen auf dem Programm. Wenn andere längst vor dem Fernseher hocken oder mit Freunden ins Kino gehen, steht Pia im Schießstand. Selten ist sie vor 19 Uhr daheim. Angst etwas von ihrer Jugend zu verpassen, hat die 14-jährige dennoch nicht. „Meine Freunde habe ich an der Sportschule. Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben. Die Trainer haben Verständnis, wenn ich mal eher nach Hause muss, um für eine Klausur zu lernen. Alle unterstützen mich.“

Genau in diesem Zusammenspiel sieht Schulleiter Rüdiger Ziemer den Erfolg seiner Schule. „An erster Stelle steht die optimale Betreuung unserer Schüler. Hier ziehen alle an einem Strang.“ Dieses Konzept hat sich ausgezahlt. Am 19. Januar diesen Jahres wurde die Sportschule zur „Eliteschule des Jahres 2008“ gewählt. Der Preis wird jährlich durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gemeinsam mit der Sparkassen-Finanzgruppe vergeben und ist mit einem Preisgeld von 10 000 Euro dotiert. Dieses Ereignis wurde gestern in der Sporthalle gebührend gefeiert. In einer bewegenden Rede dankte Schulleiter Rüdiger Ziemer allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Dabei betonte der 57-Jährige, wie wichtig die Balance zwischen Unterricht, Sport und Freizeit für die jungen Talente sei. „Neben der Betreuung durch unser hervorragend ausgebildeten Trainer und Pädagogen, sind es vor allem die kurzen Wege, zwischen Klassenzimmer, Internat und Mensa, die unsere Schule für die Sportler so attraktiv machen.“

Auch Brandenburgs Minister für Bildung, Jugend und Sport Holger Rupprecht sprach von der Friedrich-Ludwig- Jahn-Sportschule als ein bedeutendes Aushängeschild des brandenburgischen Sports. In ihrer Geschichte haben Sportschüler mehr als einhundert olympische Medaillen gewonnen.

Mit dem Preisgeld von 10 000 Euro möchte Ziemer ein neues Medienkonzept für die Schule einrichten. Geplant ist ein modernes Computer-Netzwerk und die Anschaffung sogenannter Tablett-Notebooks. Mit diesen können Schüler dann virtuell am Unterricht teilnehmen. Das Trainingslager in Mexiko ist dann kein Grund mehr für den Ausfall der Mathestunde. Anja Priewe

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