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  • 08.08.2018
  • von René Garzke

Trotz Drogendelikten, Drohungen und Angriff auf Polizisten: 15-jähriger Syrer wieder auf freiem Fuß

von René Garzke

Der 15-jährige Syrer ist auf Weisung der Staatsanwaltschaft wieder freigelassen worden. Foto/Archiv: Ralf Hirschberger/dpa

Erst fiel er wegen Drogendelikten auf, dann bedrohte er eine Gruppe Menschen auf der Freundschaftsinsel mit einer abgebrochenen Flasche und griff Polizisten im Hauptbahnhof an. Nun ist der 15-Jährige wieder auf freiem Fuß.

Potsdam - Obwohl er wahrscheinlich zwei schwere Straftaten innerhalb weniger Tage begangen hat, ist ein 15-jähriger Syrer wieder auf freiem Fuß. Ihm wird vorgeworfen, Ende Juli an einer Schlägerei auf der Freundschaftsinsel beteiligt gewesen zu sein. Bei dieser soll er unter anderem mit einer abgebrochenen Flasche auf andere Personen zugegangen sein.

Nicht einmal eine Woche später soll ein Jugendlicher aus Syrien dann auf dem Vorplatz des Potsdamer Hauptbahnhofs zwei Bundespolizisten attackiert haben. Nach Polizeiangaben hatte der 15-Jährige den Beamten dabei zunächst ein Funkgerät weggenommen und zerstört. Er lief aus dem Bahnhof und kehrte kurz darauf mit Pflastersteinen zurück, bewarf die Beamten mit einer Flasche und zückte anschließend eine Messerklinge. Die Polizisten mussten Verstärkung anfordern und mit dem Einsatz ihrer Schusswaffe drohen.

Polizei bestätigte: Es handelt sich in beiden Fällen um denselben Tatverdächtigen

Ein Polizeisprecher bestätigte den PNN jetzt auf Anfrage, dass es sich bei beiden Taten um denselben Tatverdächtigen handelt. Er ist als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen und wohnt in Potsdam. Laut einem internen Polizeivermerk, der den PNN vorliegt, ist er zudem bereits wegen Drogendelikten polizeibekannt. Nach der Tat am Hauptbahnhof war er vorläufig festgenommen worden. Anschließend wurde er vernommen, die Polizei fertigte Fotos und nahm die Fingerabdrücke des Tatverdächtigen auf. Auf Weisung der Staatsanwaltschaft wurde er danach wieder freigelassen. Er wurde dann dem Jugendamt übergeben.

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