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  • 25.07.2018
  • von René Garzke

Rechtsextremismus: Sacha Korn und das erste Rechtsrock-Konzert in Potsdam

von René Garzke

Der Teltower Rechtsrocker Sacha Korn ist im April 2017 in diesem Lokal in Bornstedt aufgetreten. Laut Verfassungsschutz war dies das erste Rechtsrock-Konzert in Potsdam. Foto: A. Klaer

Das Konzert des Teltower Rechtsrockers Sacha Korn im vergangenen Jahr in Bornstedt war laut Verfassungsschutz das erste Rechtsrock-Konzert in Potsdam. Dabei wird nicht der Musiker sondern das Publikum von den Behörden als rechtsextrem eingestuft.

Potsdam - Jetzt ist es offiziell: In Potsdam hat es im vergangenen Jahr erstmals ein rechtsextremes Konzert gegeben. Ein Novum für die Stadt. Das geht aus dem kürzlich vorgestellten Jahresbericht des brandenburgischen Verfassungsschutzes hervor. Dabei handelt es sich um das Rechtsrock-Konzert des Musikers Sacha Korn im April 2017 in dem Bornstedter Lokal „Viktoria Eck“ (PNN berichteten). Ein Sprecher des Innenministeriums sagte: „Dem Verfassungsschutz sind keine Konzerte zu einem früheren Zeitpunkt in Potsdam bekannt.“ Potsdams rechtsextreme Musik-Szene sei zwar sehr aktiv, „aber sie haben hier einfach keine Auftrittsmöglichkeiten“, so der Sprecher. Stattdessen treten sie in anderen Teilen der Republik auf.

Bekannt geworden war das Konzert damals zwar schon im Vorfeld, neu aber ist die deutliche Einschätzung der Sicherheitsbehörden. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht wird die Veranstaltung als „rechtsextremistisches Konzert“ eingestuft. Demnach haben etwa 100 Personen an dem Event teilgenommen. Auffällig ist: In dem Bericht über das Potsdamer Konzert wird kein rechtsextremer Musiker angeführt – anders als bei anderen Konzerten in Brandenburg. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass Sacha Korn 2011 erfolgreich gegen seine Nennung im damaligen Verfassungsschutzbericht geklagt hatte.

Rechtsextremes Publikum

Auf PNN-Anfrage erklärte ein Sprecher des Innenministeriums: „Das Konzert wurde in einer gemeinsamen Bewertung von Polizei und Verfassungsschutz als Veranstaltung der rechtsextremistischen Szene gezählt.“ Der Gesamtcharakter einer Veranstaltung müsse dabei nicht notwendigerweise „durch den auftretenden Künstler geprägt sein, sondern kann auch – wie in diesem Fall – durch die Anzahl der Konzertteilnehmer der rechtsextremistischen Szene bestimmt sein“. Im Klartext: Nicht Sacha Korn selbst wird in dem Bericht als rechtsextrem eingestuft, sondern nur das Konzert – weil so viele Extremisten darunter waren. 

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