16.08.2018, 28°C
  • 20.07.2018
  • von Marco Zschieck

Potsdam: Lange Geschichte Neubau am Wasser: Richtfest für Havelwelle

von Marco Zschieck

Nobel. Das wellenförmig geschwungene Gebäude zieht sich am Ufer entlang. Nach 25 Jahren findet die Entwicklung des Projekts ihren Abschluss. Visualisierung: Engel & Völkers

Potsdam-West - In Potsdam-West geht eines des langwierigsten Bauprojekte der Stadt seiner Fertigstellung entgegen: Am Donnerstag nächster Woche soll das Richtfest für die „Yachthafenresidenz Havelwelle“ hinter dem Kaufland in der Zeppelinstraße stattfinden. Damit wird der letzte Teil von dem, was vor Jahren einmal Momper-Center genannt wurde, komplett. Bauträger ist die Krause Holding, die bereits eine Filiale der Einzelhandelskette Kaufland an der Zeppelinstraße, die im August 2011 eröffnete, und die benachbarte Seniorenwohnanlage der Johanniter errichtete.

Die rund 100 Wohnungen mit 55 bis 180 Quadratmetern Fläche in dem etwa 140 Meter langen Wohnblock entlang des Ufers sollen gehobenen Ansprüchen genügen. Sie wurden zu Preisen zwischen 4000 und 6000 Euro pro Quadratmeter vermarktet. Alle Wohnungen haben auf ihrer Südseite einen freien Blick aufs Wasser und das am anderen Havelufer gelegene Hermannswerder. Der Entwurf des Potsdamer Architektenbüros Flender und Drobig sieht vier Vollgeschosse und ein zurückgezogenes Staffelgeschoss vor. Zum Projekt gehört eine Tiefgarage.

Auch um das Gebäude herum soll etwas geboten werden. So gehört zum Projekt eine Steganlage mit 48 Liegeplätzen. Die Freiflächen neben dem Haus sollen begrünt werden. Direkt am Wasser verläuft der öffentliche Uferweg.

Insgesamt sollte in die Havelwelle inklusive des Grundstücks etwa 60 Millionen Euro investiert werden, hatte Projektentwickler Walter Momper – ehemals Regierender Bürgermeister von Berlin – den PNN gesagt. Die Geschichte des Projekts reicht 25 Jahre zurück. Ursprünglich sah der Bebauungsplan „Zeppelinstraße/Kastanienallee“ die Errichtung von acht Stadtvillen vor. Diese ließen sich jedoch trotz zehnjähriger Bemühungen nicht vermarkten. Anfang 2012 stimmte schließlich der Bauausschuss der Planung einer Wohnanlage zu. Durch die Änderung wurde die Baumasse fast verdoppelt. Als dann baurechtlich alles geklärt war, ging es trotzdem nicht voran. Wegen des Baubooms in Deutschland habe die beauftragte Baufirma zunächst keine freien Kapazitäten gehabt, hieß es. Außerdem sei die Baulogistik kompliziert gewesen, weil sich das Grundstück in zweiter Reihe befindet. Im Sommer 2017 wurde schließlich mit dem Bau begonnen. Im Sommer 2019 sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. 

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