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  • 17.07.2018
  • von Erik Wenk

Kommentar über den sozialen Rückzug der Stadt: Die Stadt sollte die Spendensammelstelle weiter betreiben

von Erik Wenk

Die Stadt will den Betrieb der Spendensammelstelle in Drewitz abgeben. Foto: S. Gabsch/PNN

Die Zukunft der Spendensammelstelle hängt am seidenen Faden. Warum die Stadt diese viel genutzte soziale Einrichtung abgeben will, ist nicht nachzuvollziehen, kommentiert PNN-Autor Erik Wenk.

Die Spendensammelstelle in Drewitz ist eine viel genutzte soziale Einrichtung – nun soll sie schließen. In welcher Form sie weiterbestehen wird, ist ungewiss, klar ist nur: Die Stadt wird sie nicht weiterbetreiben. Sicher, es gibt Angebote wie die Schatztruhe der Awo im Schlaatz oder die Suppenküche der Volkssolidarität, die über eine Kleiderkammer verfügt. Doch das Signal der Stadt Potsdam, sich aus einem vorbildlichen Projekt zurückzuziehen und es privaten Trägern zu überlassen, ist kein gutes Zeichen.

Dass Potsdam befürchtet, mit seinem Angebot anderen sozialen Einrichtungen „Konkurrenz“ zu machen, ist befremdlich – jede Unterstützung der öffentlichen Hand ist nötig, solange es wachsenden Bedarf an Spenden gibt, wie die Stadt selbst bestätigt. Knapp die Hälfte derer, die die Sammelstelle nutzen, sind Kinder. Insgesamt leben 3600 Kinder und Jugendliche in Potsdam in Bedarfsgemeinschaften mit geringem Einkommen. Vor dem Hintergrund, dass in den letzten zehn Jahren bundesweit rund 20 Prozent der Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit durch Einsparungen weggefallen sind, ist jeder Rückzug der öffentlichen Verwaltung aus ihrer sozialen Verantwortung ein Schritt in die falsche Richtung – Hilfe für Bedürftige ist schließlich kein Wettbewerb.

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Bericht: Die Stadt Potsdam will die Spendensammelstelle in Drewitz schließen, die Einrichtung soll umziehen. In welcher Form sie weiter betrieben wird, ist allerdings ungewiss

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