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Stadtentwicklung

  • 13.06.2018
  • von Peer Straube

Stadtteil soll 2021 fertig sein: Neue Kitas, Jugendclub und Bürgertreff fürs Bornstedter Feld

von Peer Straube

Foto: Lutz Hannemann

Auf der Basis einer neuen Bevölkerungsprognose haben die Stadt und der Entwicklungsträger die Pläne für Potsdams neuen Stadtteil angepasst. Durch den Zuzug junger Familien besteht großer Bedarf an Schulen, Kitas, Horten und Jugendfreizeiteinrichtungen.

Potsdam - Vier neue Kitas, mindestens ein Jugendclub und ein Bürgertreff sollen bis 2021 noch im Bornstedter Feld gebaut werden. Im gleichen Jahr soll der Stadtteil auch komplett fertiggestellt sein und das 1993 eingerichtete Entwicklungsgebiet aufgehoben werden. Das gaben Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) und der Chef des zuständigen Entwicklungsträgers, Bernd Nicke, am Mittwoch vor Journalisten bekannt.

Das Bauprogramm für die noch benötigte soziale Infrastruktur wurde auf Basis einer aktuellen Bevölkerungsprognose für den schnell wachsenden Stadtteil errechnet, die sich von der ursprünglichen deutlich unterscheidet. War man zum Start der Entwicklungsmaßnahme von etwa 12 500 Bewohnern ausgegangen, werden es stattdessen rund 14 500 sein. Den größten Anteil der Bewohner machen inzwischen Familien mit Kindern aus, demnach ist der Bedarf an Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Horten oder Jugendfreizeiteinrichtungen in diesem Stadtteil auch besonders groß.

Gute Nachricht für Entwicklungsträger: In puncto Schulen besteht nach der Analyse kein großer Nachholbedarf

Aus Sicht des Entwicklungsträgers, der zur kommunalen Bauholding Pro Potsdam gehört, hat die Bedarfsanalyse auch gute Nachrichten ergeben: Schulen muss er nämlich keine mehr bauen. Mit dann drei Grundschulen und einer weiterführenden Schule könne der 2021 bestehende Bedarf nahezu gedeckt werden, sagte Nicke. Lediglich in den Klassenstufen elf bis 13 fehlten dann insgesamt 42 Plätze, die jedoch durch den Durchlauf der Schüler aufgefangen werden könnten. Auch in der vierten Klasse gibt es einen leichten Fehlbedarf von sechs Plätzen. 

Anders sieht es bei den Kita- und Krippenplätzen aus. Aktuell könne der Bedarf noch gedeckt werden, 2021 fehlten dann allerdings 292 Kita- und 171 Krippenplätze. Daher sollen bis dahin vier neue Einrichtungen entstehen, wie Nicke bereits vor Kurzem im PNN-Interview angekündigt hatte. Erstmals nannte er gestern auch mögliche Standorte für die Einrichtungen. Eine könnte demnach neben einer bereits bestehenden Kita in der Opolestraße gebaut werden, eine zweite ebenfalls neben einer Bestandskita an der David-Gilly-Straße. Eine weitere soll nahe der Da-Vinci-Schule in der Georg-Herrmann-Allee ihren Platz finden, die letzte schließlich auf jenem Teil des Volksparks, über dessen Bebauung aktuell gestritten wird. Sie könnte entweder knapp nördlich des Biosphären-Parkplatzes oder südlich des Remisenparks errichtet werden.

Handlungsbedarf bei Jugendfreizeiteinrichtungen - Fragezeichen hinter Biosphäre

Auch bei den Jugendfreizeiteinrichtungen besteht, wenig überraschend, Handlungsbedarf. 145 Plätze werden benötigt, 40 davon sollen wie berichtet im Rahmen des Umzugs des Kinderzirkusses Montelino auf einer Fläche nördlich der Hermann-Kasack-Straße geschaffen werden. Ein zweiter Jugendclub könnte neben der Da-Vinci-Schule hinzukommen, ebenso ein Bürgertreff. Angesichts der sich künftig verändernden Bevölkerungsstruktur im Stadtteil wird dabei auch über Doppelnutzungen nachgedacht. 2021, bei Fertigstellung des Bornstedter Feldes, werde der Bedarf nämlich seinen Höhepunkt erreicht haben, sagte Baudezernent Rubelt. Danach werde er geringer werden, weil keine neuen Wohnungen mehr entstehen können, die Bevölkerung älter werde und die Kinder die Einrichtungen irgendwann durchlaufen haben. Man gehe nicht davon aus, dass sich die Bevölkerung binnen zehn Jahren einmal komplett austausche, sagte Nicke. Nötig ist schließlich noch der Bau eines Bolzplatzes, der womöglich im Kleinen Wiesenpark südlich der Kiepenheuerallee untergebracht werden könnte. 

Zur Zukunft des Sorgenkinds Biosphäre soll noch in diesem Jahr Klarheit geschaffen werden. Bis zum Jahresende soll nämlich feststehen, wie die defizitäre Tropenhalle künftig genutzt wird. Nachdem die Unterbringung einer Kita oder eines Jugendclubs inzwischen wie berichtet ausgeschlossen wurde, will man sich in drei Workshop-Sitzungen unter der Leitung des renommierten Berliner Büros Dan Pearlman auf eine kulturelle oder Eventnutzung verständigen. 

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