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  • 11.05.2018
  • von Birte Förster

Diskussion über Politik: Riskanter Eingriff

von Birte Förster

Abwägungsfragen. Schüler diskutierten mit Staatsekretärin A. Quart (M.). Foto: A. Klaer

Schüler der Voltaireschule diskutierten mit Europastaatssekretärin Anne Quart über die Rolle der EU.

Welche Rolle spielt die Europäische Union bei aktuellen internationalen Konflikten? Und welche sollte sie spielen? Diese Fragen diskutierten Schüler der Voltaireschule im Rahmen des Europatages am Mittwoch mit Brandenburgs Europastaatssekretärin Anne Quart (Linke). Bei dem Gespräch mit 24 Schülern der achten und zehnten Klassen in einem Klassenraum des Schulgebäudes in der Lindenstraße wurde schnell deutlich: Zum Thema Europa und EU haben alle etwas zu sagen, die Jugendlichen vertreten klare Meinungen. Sie würden der EU positiv gegenüberstehen, sagt der Sprecher einer der Gruppen, in denen die Schüler zuvor über verschiedene Themen diskutiert hatten.

Dennoch: Bei vielen wirft die aktuelle Europapolitik Fragen auf – wie bei der Rolle der EU im Syrien-Krieg. Militärisches Eingreifen oder neutraler Vermittler? Sie könne zwar verstehen, dass sich die EU zurückhält, militärisches Eingreifen riskant sei, sagte zum Beispiel die 15-jährige Mathilda Thiele. Sie würde sich aber eine stärkere Positionierung wünschen, „dass die EU stärker für ihre Werte eintritt“. Ein anderer Schüler sprach sich für eine militärische Lösung aus. Zwar gebe es dabei Opfer, aber es sei die schnellere Lösung, die vermeiden würde, dass der Krieg langfristig viel mehr Opfer hervorbringe.

Die langfristigen Vorteile einer diplomatischen Lösung beschrieb der 16-jährige Arwed Ruß besonders anschaulich: Wenn zwei Menschen sich auf der Straße streiten, könnte ein Dritter sie auseinanderbringen, um sie davon abzuhalten. Das entspräche einem militärischen Eingriff. Dann sei es aber möglich, dass sich der Streit bei einer erneuten Begegnung wiederholt. Wenn der Dritte aber als Vermittler auftrete und im Gespräch mit beiden eine Lösung gefunden werde, verlaufen auch die weiteren Treffen friedlich. Es sei kein leichter Weg, aber eine friedliche Lösung sei langfristig tragfähiger, fand auch die Europastaatsekretärin.

Die Schüler diskutieren außerdem über die Aufnahme von Geflüchteten und die Solidarität zwischen Mitgliedsstaaten. Thema sind auch die nachbarschaftlichen Beziehungen Brandenburgs zu Polen. Im Rahmen des Europatages ist an der Schule außerdem ein Besuch des serbischen Botschafters zum Thema Aufnahme in die EU geplant.

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