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  • 20.09.2008
  • von Von Jana Haase

  POTSDAM EXKLUSIV  

von Von Jana Haase

Dean Reed zum 70. Geburtstag

Vielleicht war er in dieser Rolle ganz bei sich selbst: Mit wenig mehr im Gepäck als seiner Violine schlägt sich Dean Reed im Film „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Regisseur Celino Bleiweiß durch die Welt, seine Tage durch nichts getrübt als einige harmlose Frauengeschichten – unter anderem mit Christel Bodenstein, Anna Dziadyk, Monika Woytowicz und Hannelore Elsner, die für diesen Defa-Film als Gräfin vor der Kamera stand. 1973 war das, also in dem Jahr, in dem der bekennende Sozialist Reed in die damalige DDR übersiedelte. Am kommenden Montag wäre der „Rote Elvis“, der 1986 im Zeuthener See ertrank, 70 Jahre alt geworden. Das Filmmuseum zeigt aus diesem Anlass in Kooperation mit der Defa-Stiftung und der Icestorm Entertainment den Taugenichts-Film, der gerade bei Icestorm als DVD erscheint. Vorfilm ist der Bonusbeitrag von Sascha Kühn und Uwe Fleischer, in dem Zeitgenossen von dem umstrittenen Musiker und Schauspieler berichten. So etwa der Potsdamer Hugo Gries, der für alle fünf Defa-Filme mit Reed die Geräusche gemacht hat – etwa zischelnde Schlangen im Western „Sing, Cowboy, Sing“. Der US-Amerikaner sei sich nicht zu schade gewesen, die Schlangen selbst nachzusynchronisieren. „Es war eine besonders gute und produktive Freundschaft“, erzählt Gries. Für Hannelore Elsner war der Taugenichts-Dreh dagegen eher eine Art Alptraum, wie sie den PNN erzählte: „Keiner vom Team traute sich, mich anzusprechen, weil ich ja aus dem Westen kam“, berichtet die heute 66-Jährige. An der deutsch-deutschen Grenze habe sie „ungefähr fünf Stunden“ warten und dann „die Koffer allein da rüberschleppen“ müssen. Während der Dreharbeiten feierte Elsner außerdem ihren 30. Geburtstag - zumindest hätte sie das gerne getan: „Ich konnte niemanden anrufen und mich konnte niemand anrufen“, erinnert sie sich: „Ich war da so einsam, das können Sie sich gar nicht vorstellen!“ Vom Wirbel um Reed habe sie deshalb nichts mitbekommen. Zur Geburtstagsveranstaltung im Filmmuseum am 22. September um 20 Uhr mit Moderator Uwe Fleischer haben sich unter anderem die Schauspielerin Christel Bodenstein, die Drehbuchschreiber Wera und Claus Küchenmeister, Geräuschemacher Hugo Gries und Renate Blume, die letzte Frau Reeds, angekündigt. Vielleicht weiß sie ja Neues von der geplanten Verfilmung von Reeds Leben durch Oscarpreisträger Tom Hanks? Immerhin hatte Hanks sich das Filmprojekt vor fünf Jahren von ihr absegnen lassen...

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