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  • 13.03.2018
  • von Birte Förster

Schülerzeitungen in Potsdam: „Berthas Echo“ macht Eindruck

von Birte Förster

Die Schülerzeitung "Berthas Echo“ habe mit ihrer Onlinepräsenz Maßstäbe gesetzt, sagt Benjamin Lassiwe, der Vorsitzende der Landespressekonferenz. Screenshot: www.berthas-echo.de

Drei Potsdamer Schülerzeitungen räumen bei einem landesweiten Wettbewerb ab – eine davon gehört erstmals zu den Gewinnern.

Potsdam - Mit Themen wie der Integration von Geflüchteten, der eignen Identität im Netz oder dem Tierschutz befassen sich nicht nur professionelle Medien – sondern auch Schüler in ihren Schülerzeitungen. Für meinungsstarke und kreative Berichterstattung wurden am gestrigen Montag die Redaktionen von 16 Brandenburger Schülerzeitungen – von insgesamt 26 Bewerbern – ausgezeichnet. „Eine lebendige und kritische Schülerzeitung ist ein Gewinn für jede Schule“, sagte Britta Stark (SPD), Landtagspräsidentin und Schirmherrin des Wettbewerbs. Sie spiegele die Beschäftigung mit den Themen, die die Menschen bewegen und der Meinungsvielfalt dazu.

Potsdamer Schülerzeitungsmacher waren im Landeswettbewerb besonders erfolgreich – drei wurden ausgezeichnet: Für den „Lenné Überflieger“ gewann die Redaktion der Potsdamer Gesamtschule „Peter Joseph Lenné“ den ersten Preis in der Kategorie Gymnasien und Gesamtschulen. Mit der Auszeichnung verbunden ist ein Preisgeld von 500 Euro. Sowohl die Themenwahl, als auch die Gestaltung und die Sprache im „Überflieger“ seien überzeugend, so Landtagspräsidentin Stark. Außerdem habe die Zeitung eine „stilistische Leichtigkeit“, sagte sie. Den zweiten Platz belegte ebenfalls eine Potsdamer Schule: Für ihre Zeitung „tornowgraph“ erhielt die Redaktion des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder ein Preisgeld von 300 Euro. Überzeugt haben die meinungsstarke Berichterstattung über die Themen vegane Ernährung und Tierschutz, lautete die Begründung der Jury.

Zeitung des Gymnasiums „Bertha von Suttner“ in Babelsberg überzeugt vor allem mit starkem Internetauftritt

Der Sonderpreis online der Landespressekonferenz ging an das Gymnasium „Bertha von Suttner“ in Babelsberg. Für die zehn Macher der Schülerzeitung ist die Auszeichnung ein besonderer Erfolg. Die Zeitung gibt es erst seit einem Jahr und es sei das erste Mal, dass sie an dem landesweiten Wettbewerb teilnehmen, sagte Phil Carstensen, Chefredakteur der Zeitung „Berthas Echo“.

Benjamin Lassiwe, der Vorsitzende der Landespressekonferenz, lobte vor allem die Onlinepräsenz. „Berthas Echo“ habe Maßstäbe gesetzt, sagte er. Tatsächlich beeindruckt „Berthas Echo“ online mit einer absolut professionellen Optik und Inhalten, die weit über das Schulgeschehen hinausgehen. Auch lustige Details machen die Seite attraktiv – so gibt es den Live-Countdown Zeit bis zu den nächsten Ferien. „Wir wollen nah an den Schülern sein“, sagt Zehntklässler Carstensen. So fließe viel Meinung der Schüler in die Berichterstattung ein. Während sich die Redaktion in der Printausgabe fundierter mit Themen beschäftige, gehe es online eher darum, möglichst aktuell zu sein. Natürlich arbeiteten die Redaktionsmitglieder komplett selbstständig. Kein Lehrer würde ihnen Themenvorgaben machen, so der Chefredakteur.

Themenspektrum reicht von Tierschutz über Identität, Selbstdarstellung in sozialen Medien bis hin zu Gender

Auch die Schülerzeitungsmacher der Lenné-Gesamtschule freuen sich über die Auszeichnung – für sie ist es allerdings nicht die erste. Es sei das sechste Mal, dass sie den ersten Platz belegen, sagte Sarah Oleniczak, Chefredakteurin des „Lenné Überflieger“. In ihrem Blatt berichten die Schüler über Themen wie Identität und Selbstdarstellung in sozialen Medien oder Gender. Zu den Interviewten zählen Lehrer, aber auch ein Schauspieler des Potsdamer Hans Otto Theaters. An der Zeitung reize sie, „dass man neben dem Schulalltag sein eigenes Ding machen kann“, sagt die Zwölftklässlerin. Das gefällt Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst. „Vielleicht ergibt sich daraus mal eine Berufsperspektive“, sagt sie.

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Kommentar: Die Nachwuchsjournalisten an den Potsdamer Schulen haben sich die Anerkennung für ihre Arbeit redlich verdient. PNN-Chefredakteurin sagt: Chapeau, Kollegen!

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