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  • 13.03.2018
  • von Birte Förster

Potsdam: Meer Müll

von Birte Förster

Plastikabfall. Die Schüler arbeiteten zum Thema Umweltverschmutzung. Foto: A. Klaer

Plastik im Ozean, Chemie im Gesicht: Schüler erarbeiteten eine Schau zu den Folgen von Konsum.

Da schwimmt ganz schön viel Müll im Blau: Eine tischtennisplattengroße Konstruktion soll das Meer symbolisieren, darauf verteilt liegen kleine Flaschen, Verpackungen und anderer Plastikabfall. Auf einem Plakat in der Wissenschaftsetage des Bildungsforums am Platz der Einheit ist zu lesen: „Im Jahr 2050 wird die Plastikmasse im Meer größer als die Fischmasse im Meer sein.“ Es ist ein Satz, der aufhorchen lässt. „Plastik wird in großem Maße konsumiert“, sagt der Achtklässler Mateo Herrmann, der das Plakat zusammen mit fünf anderen Schülern gestaltet hat. Es sei erschreckend, welche Ausmaße das für die Tiere und die Umwelt habe, meint der 14-Jährige.

Nachhaltigkeit, Plastik, Umweltverschmutzung – mit diesen Themenbereichen befassten sich die Schüler von insgesamt neun Potsdamer Schulen im Rahmen des Projektes „Ich als Konsument – vom Wünschen und Wollen“. In Workshops und Projektwochen erarbeiteten die Schüler in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsdesignerin Maria Laktionow eine Vielzahl an Plakaten, einige von ihnen werden nun in der Wissenschaftsetage im Potsdamer Bildungsforum ausgestellt. Auch Filme sowie selbstproduzierte Kosmetikartikel sind im Rahmen des Projekts entstanden. Eine Gruppe hat außerdem einen Stadtrundgang ausgearbeitet, der zu Läden führt, die Fair-Trade-Produkte, Naturkosmetik oder Bio-Fleisch anbieten.

„Die Schüler haben sich einen großen Wissensschatz über die jeweiligen Themen angeeignet und das dann grafisch umgesetzt“, erzählt Laktionow, die an allen neun Schulen den Jugendlichen in Workshops das grafische Gestalten vermittelt hat. Am Ende seien sowohl Informations- als auch Werbeplakate entstanden. „Ich war begeistert, was die Schüler zustande bringen“, sagt die Kommunikationsdesignerin.

Lilith Borchardt, Laura Broy und Joyce Brown zum Beispiel haben zusammen Badebomben produziert, die sie bei der Eröffnung präsentierten. Mit Haushaltsprodukten wie Öl, Speisestärke und Zitronensäure sowie Lavendel oder Eukalyptus stellten sie ein Kosmetikprodukt her, das sich genauso gut zum Baden verwenden lässt wie Produkte, die man kauft, erklärten sie. Und das Selbstmachen habe einen Vorteil: „Um das Bewusstsein dafür zu bekommen, was in der Badebombe drin ist“, erklärt die 15-jährige Joyce Brown. Außerdem sei es einfach zu machen, sind sich die drei Schülerinnen einig.

Auf einem anderen Plakat ist ein Gesicht zu sehen. Pfeile auf Nasen, Augen oder Mund weisen darauf hin, welche chemischen Stoffe man sich mit diversen Kosmetika ins Gesicht schmiert. Weitere Themen, mit denen sich die Schüler beschäftigt haben, sind Cybermobbing, Medienkonsum oder Ernährung. Ein weiteres Plakat thematisiert unter dem Schlagwort „KonSUCHT“ den Übergang von übermäßigem Konsum zu einer Sucht – wie bei Zigaretten, Zucker oder Handys.

Die Idee zu dem gemeinsamen Projekt sei im Rahmen des Netzwerks „Schulen einer Stadt“ entstanden, zu dem sich in dem Jahr 2015 insgesamt 17 Potsdamer Schulen zusammengeschlossen haben, erzählt Sebastian Raphael, Lehrer an der Gesamtschule „Leonardo da Vinci“ und Mitorganisator der Ausstellung. Ziel des Netzwerks sei es, gemeinsam neue Unterrichtsvorhaben zu erarbeiten. Damit reagieren die Schulen auf die neuen Rahmenlehrpläne, die mehr fächerübergreifenden Unterricht vorgeben, sagt Raphael, der Musik und Biologie unterrichtet. Geplant sei, künftig jedes Jahr ein gemeinsames Projekt mit einer abschließenden Ausstellung durchzuführen.

Die Plakate zum Thema Konsum werden noch bis zum 17. April bei freiem Eintritt in der Wissenschaftsetage im Bildungsforum zu sehen sein. Dann werden sie vier Wochen lang in der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) in der Breiten Straße ausgestellt. Im Anschluss wandert die Schau durch die Schulen. Birte Förster

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