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Verkehr

  • 06.03.2018
  • von Henri Kramer

Wird Potsdams umstrittener Modellversuch zum Vorbild?: Diesel-Debatte: Bundesweites Interesse an Zeppelinstraße

von Henri Kramer

Ein Vorbild für andere Kommunen im Kampf gegen Dieselfahrverbote? Foto: S. Gabsch

In Potsdam hat die Einengung der Zeppelinstraße schon für hitzige Diskussionen gesorgt, andere Gemeinden scheinen die Maßnahme aber Erfolgsmodell im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote anzusehen.

Potsdam - Von Potsdam lernen: Angesichts der deutlich gesunkenen Abgaswerte in der Zeppelinstraße interessieren sich auch andere Kommunen in Deutschland für die nun dauerhafte Verengung der Fahrbahn. „Wir haben mehrere Anfragen zu dem Thema“, sagte Stadtsprecher Markus Klier am Montag auf PNN-Anfrage. Auch auf Tagungen werde das Modell, das die Zahl der Fahrzeuge in der Straße verringert hat, noch vorgestellt. Hintergrund ist die aktuelle Debatte um Dieselfahrverbote – und die Frage, ob diese sich durch die in Potsdam praktizierte Verkehrsdrosselung abwenden lassen. Auch in einer neuen Broschüre des Umweltbundesamts unter dem Motto „Straßen und Plätze neu denken“ sei die Zeppelinstraße als Beispiel herausgehoben worden, hieß es.

Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen. So sagte Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg den PNN, Autos würden immer noch deutlich mehr Zeit benötigen, um aus dem Umland nach Potsdam und zurück zu fahren. Zudem sei er gespannt auf eine für den 16. März geplante Bürgerversammlung zu dem Thema, die im Arcona-Hotel im Persiusspeicher stattfinden soll.

„Man kann ein Problem nicht lösen, indem man ein neues Problem schafft“

Dort werden auch Anwohner der Geschwister-Scholl-Straße erwartet, die wie berichtet nun von vielen Autofahrern als Schleichweg benutzt wird – allerdings laut Stadt längst nicht in dem Maße, dass dort Abgasgrenzwerte überschritten würden. Scharfenberg sagte gleichwohl: „Man kann ein Problem nicht lösen, indem man ein neues Problem schafft.“ Die Bauverwaltung hatte angekündigt, es würde noch über Gegenmaßnahmen gegen den Schleichverkehr nachgedacht.

Dagegen hatte die Sprecherin für Verkehrspolitik der Linke-Landtagsfraktion, Anita Tack, die Verengung bereits ausdrücklich gelobt. Auch die Potsdamer Grünen sprachen in einer Mitteilung zuletzt von einem „wichtigen Beitrag für den aktiven Gesundheitsschutz“. Dies genieße einen höheren Stellenwert „als der Anspruch grenzenloser Bewegungsfreiheit mit dem eigenen PKW“, so die Grünen. Über die Internetseite der Stadt unter www.potsdam.de kann man noch bis kommenden Montag an einer Umfrage zur Zeppelinstraße teilnehmen.

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