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Verkehr

  • 25.01.2018
  • von Peer Straube

Leipziger Dreieck in Potsdam: Dreieinhalb Jahre Baustelle

von Peer Straube

Foto: L. Hannemann

Es ist der Verkehrsknotenpunkt schlechthin in Potsdam: Im Sommer beginnt der Umbau des Leipziger Dreiecks. Der Verkehr soll trotzdem rollen.

Potsdam - Ab Juli wird Potsdams wichtigster Verkehrsknotenpunkt für dreieinhalb Jahre zur Großbaustelle. Dann will die Stadt mit dem insgesamt 24 Millionen Euro teuren Umbau des Leipziger Dreiecks beginnen. Spätestens in der nächsten Woche soll das aktuell bedeutendste städtische Straßenbauprojekt ausgeschrieben werden, sagte Ines Rudolph-Henning vom Bereich Verkehrsflächen am Dienstagabend im Bauausschuss. Die Maßnahme ist Bestandteil eines 50-Millionen- Euro-Pakets, mit dem die Stadt wichtige Infrastrukturvorhaben auf den Weg bringen will.

Mit der Umgestaltung der täglich von 50 000 Autos und 9000 Radlern befahrenen Kreuzung will die Stadt selbige übersichtlicher, verkehrsfreundlicher und damit letztlich sicherer machen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei wie berichtet auf der Trennung der Straßenbahn vom Autoverkehr. Bislang dient das Leipziger Dreieck für die Trams als riesige Wendeschleife. Bahnen in den Potsdamer Norden etwa, die im Berufsverkehr als Verstärkung eingesetzt werden, rollen von der Langen Brücke aus über die Kreuzung und biegen dann wieder nach links zum Hauptbahnhof ab. Allerdings müssen sie dafür auch die Heinrich-Mann-Allee überqueren. Dieser Missstand sorgt aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen aufwendigen Ampelschaltung immer wieder dafür, dass der Verkehrsbetrieb ViP die Straßenbahnen gar nicht wie geplant wenden lassen kann, sondern sie bis ins Tramdepot an der Wetzlarer Straße in Babelsberg schicken muss – eine teure Angelegenheit.

Das soll sich künftig ändern: Eine neue Wendeschleife soll vor dem Hauptbahnhof in der Friedrich-Engels-Straße, rund um den Busbahnhof, gebaut werden. Die Tram ist damit unabhängig von den Verkehrsströmen zwischen Leipziger Straße, der Straße Brauhausberg und der Heinrich-Mann-Allee, was laut den Verkehrsplanern auch zahlreiche Verbesserungen im Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr ermöglicht. Vorgesehen ist weiterhin, dass die jetzige Einbahnstraßen-Regelung in der Leipziger Straße umgedreht wird: Vom Leipziger Dreieck aus soll die Leipziger Straße noch bis zur Einfahrt zum Persiusspeicher in zwei Richtungen befahrbar sein, damit die Speicherstadt gut angebunden bleibt. Von da an soll der Verkehr allerdings nur noch stadtauswärts rollen. Autos Richtung Innenstadt sollen künftig über die Straße Brauhausberg geführt werden, die zweispurig ausgebaut wird. Die Zahl der Fahrspuren in der Zufahrt zur Leipziger Straße soll reduziert werden, in der Straße Brauhausberg soll nachts künftig Tempo 30 gelten. Geplant sind außerdem die Schaltung einer grünen Ampelwelle für das Leipziger Dreieck, die Schaffung mehrerer Zebra- und separater Radstreifen. Außerdem soll ein zusätzlicher Fußgängerüberweg über die Heinrich- Mann-Allee nördlich der Friedrich-Engels-Straße eingerichtet werden. Verbesserungen für den Radverkehr sind vor allem im Bereich zwischen Langer Brücke und Heinrich-Mann-Allee geplant.

Erstmals wurde im Bauausschuss nun ein grober Fahrplan für das Projekt genannt, an dem neben der Stadt auch die Stadtwerke und der ViP beteiligt sind. Zunächst ist demnach die Stadtwerke-Tochter EWP an der Reihe. Sie beginnt im Juli mit Leitungsverlegungen in der Friedrich- Engels-Straße, die Arbeiten sollen bis März 2019 dauern. Direkt im Anschluss werden dann, bis Februar 2020, die neuen Tramgleise verlegt und Straßenbauarbeiten durchgeführt. Die Tram wird von der Langen Brücke aus an den Häusern in der Friedrich-Engels-Straße entlanggeführt und dann mit je einer linken und rechten Abzweigung an die bestehende Trasse angeschlossen, sodass die Züge sowohl am Bahnhof wenden als auch direkt weiter zur Heinrich-Mann-Allee abbiegen können. Während der gesamten Bauzeit kann der Verkehr durch die Friedrich-Engels- Straße in beide Richtungen nur einspurig rollen, wie ein Stadtsprecher auf Anfrage sagte.

Parallel zum Gleisbau beginnen im März 2019 auch zunächst Leitungsarbeiten und danach der zweispurige Ausbau der Straße Brauhausberg. Im letzten Schritt werden ab März 2020 die alten Gleise in der Heinrich-Mann-Allee ausgebaut und die Straße neu gestaltet. Auch optisch soll sich die Kreuzung verbessern: Unter anderem sind neue Grünflächen, Stadtplätze und zum Teil Hochbeete zwischen den Fahrspuren geplant. Im Dezember 2021 soll dann alles fertig sein.

Damit der Verkehr während der Bauzeit einigermaßen rollt, hat die Verwaltung 51 Verkehrsführungspläne entwickelt. Am wenigsten hart soll es Bus- und Tram-Nutzer treffen. Der Nahverkehr werde „grundsätzlich immer“ aufrechterhalten, hieß es. Auch Radfahrer und Fußgänger bekommen durch Bauprovisorien Vorrang. Autos sollen über die Lange Brücke stadtein- und -auswärts fast über die gesamte Bauzeit hinweg zweispurig fahren können, lediglich während der Bauarbeiten in der Heinrich-Mann-Allee wird es zum Teil einspurig. In der Straße Brauhausberg steht größtenteils eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung, phasenweise geht es aber auch ab Albert-Einstein-Straße als Einbahnstraße nur stadtauswärts.

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