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  • 17.01.2018
  • von Henri Kramer

SPD fordert Gespräche mit privatem Investor: Stadt soll sich um Baubrache kümmern

von Henri Kramer

Foto: S. Gabsch

Potsdam - Die SPD-Fraktion nimmt den seit Jahren angekündigten, aber bislang nicht einmal begonnenen Bau von 166 Studentenwohnungen an der Ecke Pappelallee/Reiherweg ins Visier. „Wir möchten jetzt die Stadtverwaltung beauftragen, das Gespräch mit dem Besitzer zu suchen und die geplante Bebauung oder zumindest die Herrichtung des Grundstücks anzumahnen“, teilte der SPD-Stadtverordnete Uwe Adler am Dienstag mit. Seine Fraktion beantrage nun im Stadtparlament, dass sich die Bauverwaltung kümmern möge. Das verwilderte Baugrundstück – früher stand dort ein Offizierskasino – sorge für Ärger und Unverständnis im Stadtteil. Dabei bestehe eine gültige Baugenehmigung, so Adler.

Über den Fall hatten die PNN schon im vergangenen Juli berichtet. Es ging um den Verdacht, dass das Bau- zum Spekulationsprojekt mutiert ist – ausgerechnet mit indirekter Unterstützung von Linke-Politikern wie dem Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi oder Stadtfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Diese hatten sich in der ersten Planungsphase für die schon Mitte 2015 erteilte Baugenehmigung für das Projekt bei der Stadt stark gemacht. Doch danach war nichts weiter passiert: Die Spur der PNN-Recherche hatte sich bei der private Pappelallee Potsdam Projekt GmbH & Co. KG verloren, deren Gesellschafter teilweise Verbindungen bis nach Russland hatten. Anfragen, wann etwa die Studentenwohnungen gebaut werden sollen, sind seitdem unbeantwortet geblieben.

Der SPD-Stadtverordnete Adler sagte nun, ihm sei bewusst, dass es keine Baupflicht in Deutschland gibt. So unwidersprochen wolle er den städtebaulichen Missstand aber nicht stehen lassen. „Besonders auch deshalb nicht, weil wir als Universitäts- und Hochschulstadt dringend Wohnraum für Studenten benötigen“, so Adler. 

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